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Retusche beim staatlichen Fernsehen

7. Dezember 2011

Der ehemalige Präsident des Obersten Gerichts (2001-2008) Zoltán Lomnici steht laut Insiderinformationen des Portals Index.hu auf der Verbotsliste der staatlichen Medien und darf nicht gezeigt oder interviewt werden.

Im Material für die Fernsehnachrichten von Duna und MTV am 3.12. war er im Hintergrund eines Interviews (mit László Tökés, Vizepräsident des Europäischen Parlaments) kurz zu sehen und wurde kurzerhand herausretuschiert:

Im MTV-Sendearchiv und im Onlinearchiv wurde nach Informationen von Index die unretuschierte Version abgelegt:

 

Mit der internen Überprüfung des Vorfalls wurde der als Nachrichtenfälscher bekannt gewordene Dániel Papp beauftragt (siehe z.B. Blog Stargarten: Nachrichtenfälscher wird Nachrichtenchef).

Die Untersuchung soll am Donnerstag abgeschlossen sein und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. (Index.hu)

Auf Anfrage erklärte die Sprecherin des Medienrates Karola Kiricsi Index.hu per E-mail, dass bei der Nationalen Medienbehörde diesbezüglich keine Anzeige eingegangen sei, weshalb sie auch kein Verfahren einleiten könne (Index).

Daß noch keine Anzeige vorliegt, ist in der Kürze der Zeit möglich, jedoch hat die Medienbehörde in der Vergangenheit Anzeigen ignoriert, speziell gegen Dániel Papps Fälschung des Berichts über Daniel Cohn-Bendit und den Protest über Papps darauffolgende Ernennung zum Chefredakteur der zentralen Nachrichtenredaktion, siehe Pusztaranger: Ungarische Medienbehörde ignoriert geltendes Mediengesetz – Beschwerdeaktion, 11.11.2011

Update 8.12.2011: Siehe ausführlich Blog Stargarten: TV-Interview mit Wolke

Index illustriert:

Blogger Szarvas denkt schon weiter:

 

Update 13.12.2011: Hungerstreik – Aufruf von Blog Stargarten:

DRINGEND!

Wer etwas für die Pressefreiheit tun will, kann es jetzt tun. Die in Hungerstreik getretenen Journalisten in Budapest brauchen Unterstützung in der Sache.

Jeder kann per Email die Forderung der Journalisten untermauern. JEDES EMAIL ZÄHLT.

Musterbrief und Adressen hier.

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5 Kommentare leave one →
  1. Karl Pfeifer permalink
    8. Dezember 2011 08:31

    Es ist nur folgerichtig einen aus dem Jobbik Dunstkreis kommenden Nachrichtenfälscher damit zu beauftragen, etwas zu klären, was die Medienbehörde anscheinend vertuschen möchte. Höchstwahrscheinlich wird nicht der Chef, der die Anweisung zur Manipulation gab entlassen, sondern diejenigen TV-Mitarbeiter, die – weil sie ja die Anweisung bekamen und Angst um ihren Posten haben müssen – diese Manipulation technisch durchführten.
    MEP Tamás Deutsch (Fidesz) droht ja schon, für den Fall wenn es keine Entlassung gibt. Das können die Zuständigen nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn der dajtschtomi wie er in Ungarn genannt wird, ist nicht nur ein Grobian und Pausenclown, sondern auch ein enger Freund von Viktor Orbán.
    Weit bringt es die ehemalige liberale Fidesz, wenn unter einer von ihr geschaffenen zentralen Zensurbehörde eine derartige Manipulation erfolgt und die Fidesz Parteisoldaten dabei zurückgreifen auf die Praxis der Stalinisten in der Sowjetunion

    • pusztaranger permalink
      8. Dezember 2011 08:55

      So ist es.

  2. Karl Pfeifer permalink
    9. Dezember 2011 13:33

    Die drei angeblich allein Verantwortlichen erhielten eine Rüge. Was vermuten läßt, dass ihnen von oben befohlen wurde, diese Aktion durchzuführen.

Trackbacks

  1. Hühnerbrühe gegen Orbán – unter3
  2. Nachrichtenfälscher zum Content Director der Staatsmedien befördert | Pusztaranger

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