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Polizei verbietet Budapest Pride 2012

6. April 2012

(Update 15.4.2012: Das Gericht hat das Polizeiverbot aufgehoben, die Einzelheiten hier (Englisch).

Alle Jahre wieder: Wie heute bekannt wurde, hat die Budapester Polizei wie schon im letzten Jahr den Budapest Pride am 7. Juli 2012 verboten. Als Begründung werden wieder überproportionale Verkehrsbehinderungen genannt. (Budapest Pride: Police refuse to grant permission for this year’s Budapest Pride march, 6.4.2012)

Besonders betont wird die “Einschränkung der Bewegungsfreiheit derjenigen, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen.” Amnesty Hungary protestiert gegen das Verbot.

Wie schon letztes Jahr gehen die Veranstalter vor Gericht; damals hatte ein Budapester Bezirksgericht das Polizeiverbot gekippt, siehe Pester Lloyd.

“So wie es aussieht, spielt die Polizei unter der Orbán-Regierung jedes Jahr dasselbe Spiel: Die Parade zuerst verbieten und dann auf gesellschaftlichen Druck hin wieder erlauben.” (Blog Kettôs Mérce: Minden évben Pride betiltás!)

Siehe auch:

Die Veranstalter antworten der Polizei mit diesem Video: “Wir lassen uns nicht verbieten.” (Englische Untertitel.)

Eurogames 2012 in Budapest

Dieses Jahr dürfte das internationale Medienecho bedeutend größer ausfallen, da vom 27.6.-1.7.2012 die Eurogames (wiki) in Budapest stattfinden, zu den rund 4000 TeilnehmerInnen aus ganz Europa erwartet werden.

Etliche von ihnen düften im Anschluss zum einwöchigen Budapest Pride Film- und Kulturfestival bleiben, dessen traditioneller Abschluss der Pride-Marsch ist.


Im Vorfeld der Eurogames kommunizierte bereits der Berliner OB Klaus Wowereit mit dem Budapester OB István Tarlós, sowie Volker Beck, erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion und Mitglied im Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen, mit dem ungarischen Botschafter in Deutschland József Czukor. Tarlós lehnte eine Unterstützung der Eurogames explizit ab, Czukor sicherte ihnen im Namen der ungarischen Regierung Schutz zu.

Links:

*

Von der ungarischen Regierung ausdrücklich begrüßte Verkehrshindernisse auf derselben Demostrecke:


(Bild: mno)

Siehe Posts:

Fotos der Massendemonstration für die ungarische Regierung am 21.1. 2012 waren anschliessend noch etwa einen Monat lang auf Litfaßsäulen in der Stadt zu sehen. Der Slogan “Hiszek egy hazában” (Ich glaube an ein Vaterland) ist ein Zitat aus dem sogenannten “Ungarischen Glaubensbekenntnis” von 1920, das nach den Gebietsverlusten durch den Trianon-Vertrag die unverbrüchliche  Zusammengehörigkeit der Magyaren (“Ungarische Nation”) über die Landesgrenzen beschwört.

(Foto: Belvaros, Budapest)

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2 Kommentare leave one →
  1. Karl Pfeifer permalink
    6. April 2012 17:25

    Dieses Glaubensbekenntnis mußte ich die vier Jahre, die ich in ungarischen Schulen von 1938 bis 1942 täglich aufsagen.
    “Ich glaube an einen Gott.
    Ich glaube an eine Heimat,
    Ich glaube an eine ewige göttliche Gerechtigkeit
    Ich glaube an die Wiederaufstehung Ungarns”

Trackbacks

  1. Polizei untersagt Budapest Pride und tritt damit Grundrechte von LGBTIQs | thinkoutsideyourbox.net

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