Skip to content

Freunde Russlands: FIDESZ, FPÖ und Front National bei Fundamentalistenkongress im Moskauer Kreml

15. September 2014

Der stellvertretende Staatssekretär für bilaterale EU-Beziehungen der ungarischen Regierung Gergely Prőhle, ehemaliger ungarischer Botschafter in Berlin, bekennt sich aktuell in der regierungsnahen ungarischen Presse zu Ungarns Verankerung im westlichen Bündnis; parallel nahm er als Vertreter der ungarischen Regierung mit FPÖ- und Front National-Politikern sowie rechten US-Lebensschützern am “Internationalen Forum Große Familien und die Zukunft der Menschheit” im Moskauer Kreml teil.

congressoffailies

Das “Internationale Forum Große Familien und die Zukunft der Menschheit” wurde co-organisiert u.A. vom World Congress of Families (WCF – Quelle), der Russischen Orthodoxen Kirche  und der Stiftung Sankt Basilius der Grosse des rechtsextremen Oligarchen Konstantin Malofejew, “an important connection to the EU-based far right parties and has been deeply involved in unleashing the “Ukraine crisis” (Quelle).

Hintergründe zur Veranstaltung:

Über diese Veranstaltung  berichteten Medien aus der Schweiz und Österreich ausführlich wegen der FPÖ-Beteiligung; auch Prőhles Teilnahme wird dort erwähnt:

  • Tagesanzeiger: «Wir sind Freunde Russlands». Rechtspopulisten aus Österreich und Frankreich treten bei einer christlich- fundamentalistischen Veranstaltung in Moskau auf und hetzen gegen den Westen. 14.9.2014
  • orf: In erzkonservativer Gesellschaft, 12.9.2014: Russland hat wegen seiner Involvierung in die Ukraine-Krise derzeit nicht viele Freunde. Unter den wenigen, die Sanktionen gegen Moskau vehement ablehnen, ist die FPÖ. Auch in anderen „Zukunftsfragen“ ist man sich einig. Bei einem Auftritt in Moskau teilte der stellvertretende FPÖ-Chef Johann Gudenus kräftig aus – gegen EU, NATO und „Homosexuellenlobby“.
  • Profil Online: FPÖ in Moskau: Gudenus kritisiert EU, USA, NATO und “Homosexuellenlobby”, 13.9.2014. Die Annäherung zwischen FPÖ und dem offiziellen Russland läuft weiter. Johann Gudenus, Klubchef der Wiener FPÖ, trat am Donnerstag in Moskau bei einer offiziösen Veranstaltung namens “Internationales Forum ‘Mehrkindfamilien und die Zukunft der Menschheit” auf.


(Konstantin Malofejev, 3.v.r. Quelle: Anton Shekhovtsov’s blog)

pröhle2
(Gergely Prőhle, links. Aus dem Bericht zum Kongress auf der Seite der Orthodoxen Kirche Russlands)

pröhle
(Gergely Prőhle, links. Co-Veranstalter Благотворительный Фонд Святителя Василия Великого, Facebook)

Im Juni hatte Konstantin Malofejew in Wien ein Treffen von russischen und europäischen Faschisten sowie PolitikerInnen von Front National und FPÖ organisiert, s. Tagesanzeiger: Gipfeltreffen mit Putins fünfter Kolonne, 3.6.2014.

Am 3./4. Oktober wird in Budapest ein eurasisch-internationales rechtsextremes Vernetzungstreffen mit dem russischen Publizisten Alexander Dugin (vgl. faz.net) und Jobbik-Vize Márton Gyöngyösi stattfinden, s. ausführlich Blick nach Rechts: „Forum für Patrioten und Traditionalisten“. Auf Facebook organisiert sich bereits eine Protestdemonstration.

*

Ein weiteres aktuelles Beispiel für den Doppelkurs der ungarischen Regierung gegenüber EU und Russland war das Treffen des ungarischen Landwirtschaftsministers Sándor Fazekas mit dem russischen Agrarminister Nikolaj Fjodorow am 8.9., wo sie sich unabhängig von geplanten Wirtschaftssanktionen der EU gegenüber Russland auf den Ausbau der Kooperation verständigten, s. Ungarische Regierungsseite: Both parties have an interest in continued Hungarian-Russian cooperation in agriculture, September 9, 2014 .

*

Presseschau: Gergely Prőhle zu Ungarns Verankerung im Westen

Budapost.hu: Ungarn – fest im Westen verankert, 15. Sep. 2014

Zwei regierungsfreundliche Autoren sind sich darin einig, dass es dumm wäre, würde Ungarn zwischen Ost und West hin und her schwanken. Sie warnen vor der Versuchung, einen zu großen Nachdruck auf die Unstimmigkeiten mit den westlichen Verbündeten Ungarns zu legen.

In der Druckausgabe von Heti Válasz kritisiert Gergely Prőhle konservative Autoren massiv, die „in jüngster Zeit eigenartige pro-russische Gefühle offenbart haben“. Natürlich, so räumt der Vize-Staatssekretär im Ministerium für Humanressourcen ein, gehöre das künstlerische und literarische Erbe Russlands zu den kostbarsten Juwelen der Menschheit. Allerdings seien derartige Empfindungen bei manchen im Zuge der jüngsten politischen Entwicklungen zu Tage getreten und würden in rechten Talkshows von vehementen anti-amerikanischen Äußerungen sekundiert.
Für Prőhle ist das teilweise auf eine gegen die Globalisierung gerichtete Geisteshaltung zurückzuführen. Leute könnten zu Recht fragen, warum gerade Washington immer wieder neue Bedenken hinsichtlich des Zustandes der Demokratie in Ungarn äußern müsse. Dennoch ließen eindrucksvolle pro-russische und anti-amerikanische Gefühle in Mitteleuropa eine höchst unglückliche Mixtur entstehen. Gewiss spiele Russland in unseren wirtschaftlichen und handelspolitischen Beziehungen eine wichtige Rolle. Doch habe Ungarn mit den Beitritten zur Europäischen Union und zur Nato seinen besten Interessen gedient. Ungarn dürfe niemals vergessen, dass das westliche Bündnis das einzige ist, das ihm Sicherheit garantieren könne, stellt Prőhle klar. (…)

Verbotene Ungarische Garde marschiert legal vor dem Sitz des Staatspräsidenten auf

8. September 2014

In Budapest und der Provinz fanden Ende August die alljährlichen legalen Gardevereidigungen statt; in Budapest erstmals seit 2007 vor dem Sitz des Staatspräsidenten. Zudem weihten Garden und Jobbik das erste Gendarmerie-Denkmal Ungarns sowie eine von der Regierung renovierte rechtsextreme Kultstätte auf dem Budapester Farkasrét-Friedhof ein.

Nachdem die Nachfolgeorganisationen der verbotenen ungarischen Garde ihre Mitgliedervereidigung in den letzten Jahren legal auf dem Heldenplatz abgehalten hatten (2012, 2013), konnte sie 2014 erstmals seit der Gründung der Garde 2007 wieder auf dem Budaer Burgberg vor dem Sándorpalais, dem Sitz des Staatspräsidenten stattfinden.

DSCF5901

(Gardenseite)

Die Ungarische Garde und ihre diversen Nachfolgeorganisationen verstehen sich als Neugründung der Gendarmerie unter Horthy und damit als zivilgesellschaftliche Alternative zu den staatlichen Ordnungskräften.
Mit der polizeilichen Genehmigung dieses Veranstaltungsortes  ist die Veranstaltung vom 28.8. der Vereidigung der staatlichen Ordnungskräfte symbolisch sehr nahegerückt: Seit 201o werden die Absolventen der Nationalen Universität für öffentlichen Dienst, die Offiziere von Polizei und Armee, ebenfalls auf der Burg und auf eine Kopie der „Heiligen Krone“ vereidigt, s.Post Ein Volk, eine Krone: Die Vereidigung von Gardisten und Polizisten, 25. August 2013.

DSCF5948

 Gardevereidigung auf eine Kopie der “Heiligen Krone” 2014

(Polizeiseite, 2013)

Auf der Gardevereidigung wurde das 2007 anlässlich der Gardegründung entstandene Gedicht “Ungarische Garde” des rechtsextremen, antisemitischen Autors Péter Szentmihályi Szabó vorgetragen. Im Juli hatten internationale Proteste seine Ernennung zum ungarischen Botschafter in Italien verhindert, siehe Post.

Erstes Gendarmerie-Denkmal Ungarns eingeweiht

Auch in der Provinz fand wieder eine Mitgliedervereidigung statt. In Csókakő, wo bereits 2012 eine Horthy-Büste errichtet wurde, enthüllte die Neue Ungarische Garde Ende August mit Jobbik, den rechtsextremen  Jugendbewegung 64 Burgkomitate (HVIM) und Betyársereg sowie dem rechtsextremen Bürgermeister von Érpatak, Mihály Zoltán Orosz ein neues Denkmal der ungarischen Gendarmerie.
Das Denkmal wurde vom reformierten Jobbik-Pastor Lóránt Hegedűs jun. gesegnet. Im Anschluss spielten bekannte rechtsextreme Bands, u.A.  Radical Hungary und Romantikus Erőszak.

Die ungarische Gendarmerie führte 1944 die Deportationen der ungarischen Juden aus der Provinz durch. Ihre Rehabilitierung ist das Hauptprojekt des Militärhistorikers und ehemaligen Vizerektors der Nationalen Universität für öffentlichen Dienst, Sándor Szakály, der Anfang des Jahres zum Leiter des neuen staatlichen Instituts für Geschichtsforschung Veritas ernannt wurde, s. Post.

csokakö2

csokakö

 

Regierung renoviert rechtsextreme Kultstätte

Auf dem Budapester Friedhof Farkasrét weihten Jobbik und die Neue Ungarische Garde Ende August das renovierte Grab des Freischärlers Tibor Vámossy ein,  der 1921 im “Freiheitskampf in Westungarn” den “Heldentod” starb. Der katholische Pfarrer Péter Lőrincz weihte das Denkmal.
Das Verteidigungsministerium hatte das im Krieg beschädigte Grab auf Betreiben von Jobbik renovieren lassen, die offizielle Einweihung jedoch ins Ungewisse verschoben, siehe ausführlich bei Hungarian Spectrum: Jobbik-Fidesz cooperation: The case of the Western Hungarian Uprising of 1921, 24.8.2014 und Post vom November 2012: Der ungarische Staat finanziert Renovierung einer rechtsextremen Kultstätte. Darum organisierte Jobbik am 28.8. die Einweihung in Eigenregie und mit römisch-katholischer Liturgie.

vamossy

Das Grab als Denkmal  der “Rongyos Gárda“, Horthys Freischärlertruppe “Lumpengarde” (weißer Terror, Massaker von Orgovány 1919 an Anhängern der Räterepublik und an Juden; Besetzung des Burgenlandes 1921; Truppe reaktiviert 1938) wird von Rechtsextremen seit Jahren als Kultstätte bespielt. Die Ungarische Garde und ihre diversen Nachfolgeorganisationen betrachten auch die Rongyos Gárda als ihr historisches Vorbild und halten bei diesem Grab seit Jahren Gedenkveranstaltungen ab.

Verteidigungsminister Csaba Hende hatte Jobbik-Vize Elöd Novák unter anderem geschrieben, Vámossy habe sein Leben zwar nicht als Soldat, sondern als Freischärler gelassen, jedoch im Kampf gegen eine “ungerechte internationale Entscheidung” (Ungarische Gebietsverluste durch den Friedensvertrag von Trianon 1920) und “ausgesprochen im Interesse des Schutzes der territorialen Einheit unseres Landes. Darum ist die Pflege seines Gedenkens unser aller Pflicht.” Zuletzt schrieb er Jobbik: „Die Verdienste der Rongyos Gárda, die sie bei ihren Bemühungen zum Schutz des Territoriums unseres Vaterlandes erworben hat, werden von der Regierung und dem Verteidigungsministerium natürlich anerkannt.”  (Jobbik)

Fotos

2007:

kumin_garde

(Gründung der Ungarischen Garde 2007 vor dem Sándor Palais. Bild vom Blog des stellvertretenden Staatssekretärs Ferenc Kumin, der 2013 erklärte, die Garde würde nicht mehr marschieren und Ungarn sei durch das Gardeverbot sicherer geworden. Bildquelle gondola.hu)

 2014:

DSCF5895

CIMG1404

DSCF5914

CIMG1361

Der Jurist Tamás Gaudi-Nagy,  Jobbik-Abgeordneter 2010-2014, Vorstandsmitglied der Nationalen Rechtsschutzstiftung NJA, die die juristische Verteidigung der Garde übernahm. Seine letzte Amtshandlung als Abgeordneter im Februar war, die EU-Flagge aus dem Parlament zu “entsorgen”, s. Post.

CIMG1416nagy

 

Budapest, Friedhof Farkasrét

Vor dem Zweiten Weltkrieg und frisch renoviert:

vamossy_regi

(Internet)

vamossy2

Polizei stürmt regierungskritische NGOs

8. September 2014

Russische Zustände: Die Budapester Polizei stürmte heute die Büros von zwei NGOs, die die Gelder des norwegischen Kohäsionsfonds für ungarische NGOs verwalten, und beschlagnahmte Server und Laptops. Am Abend protestierten mehrere hundert Menschen. Gegen die eine NGO wird auf  eine Fidesz-Anzeige wegen “Veruntreuung und gesetzeswidrigen Finanzaktivitäten” ermittelt; der zuständige Ermittler der Staatlichen Kontrollbehörde ist ein Rechtsextremer.

Budapest (dpa) – Die ungarische Polizei hat am Montag den Sitz der Budapester Stiftung Ökotars gestürmt, die seit Monaten mit der rechtsnationalen Regierung des Ministerpräsidenten Viktor Orban im Clinch liegt. Ökotars verwaltet die Gelder, die der Fonds Norway Grants (EEA) für ungarische Nichtregierunsgorganisationen zur Verfügung stellt. (…)

Orban hatte schon vor Wochen erklärt, die Behörden würden gezielt gegen aus dem Ausland finanzierte Organisationen vorgehen, da es sich dabei um «bezahlte politische Aktivisten» handle, die in Ungarn «ausländische Interessen» durchsetzen wollten.

Über den Fonds Norway Grants (EEA) fördern die Nicht-EU-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein staatliche Institutionen und Vereine in Osteuropa. Die Federführung hat als größter Einzahler Norwegen. EEA fördert in Ungarn vor allem Projekte, die den Kampf für Menschen-, Bürger- und Minderheitenrechte zum Ziel haben. (Europe Online)

Siehe auch

Der Großeinsatz bei den beiden NGOs Ökotárs und Demokratikus Jogok Fejlesztéséért Alapítvány (Demnet) begann am Montagmorgen und dauerte bis gegen 18 Uhr. Es wurden Dokumente, Server und Laptops beschlagnahmt, die Leiterin von Ökotárs Veronika Móra abgeführt.

Die offizielle Begründung der Polizei gegenüber den Medien lautete “Veruntreuung und rechtswidrige Finanzaktivitäten”; laut dem Einsatzprotokoll waren das Ziel der Aktion jedoch Daten der 13 NGOs, die von der ungarischen Regierung im Zusammenhang mit den norwegischen Fördergeldern als politisch problematisch gelistet wurden, berichtet das Transparenzportal atlatszo.hu (die Schwarze Liste “problematischer” NGOs hier).

Ende Juni hatte der Fidesz-Lokalpolitiker István Tényi von seiner Fidesz-Email-Adresse aus gegen Ökotárs Anzeige “wegen Veruntreuung” erstattet (444.hu), siehe ausführlich Pester Lloyd: Präzedenz: Ungarische Regierung lässt NGO verklagen, um Kontrolle über Geld aus Norwegen zu erlangen, 5.9.2014

Der bei der Staatlichen Kontrollbehörde für die Ermittlung gegen die vom Norwegischen Kohäsionsfonds unterstützten NGOs zuständige Vize-Abteilungsleiter Gábor Mabda ist rechtsextrem; er kandidierte bei den Kommunalwahlen 1998 und den Parlamentswahlen 2002 für die rechtsextreme Partei MIÉP, so atlatszo.hu.

ökotárs6

Abgeführte-Ökoaktivisten_BZ

Die Leiterin von Ökotárs Veronika Móra wird abgeführt. Laut Medienberichten vom Abend wurde sie nicht festgenommen, sondern “lediglich mit Blaulicht nach Hause gefahren, um dort ihren (beschlagnahmten) Laptop zu holen.” (Foto: Budapester Zeitung)

ökotars4

Ein Demonstrant weist darauf hin, dass Viktor Orban 1989 selbst vom Ausland, nämlich von George Soros finanziert worden war. (Bernhard Odehnal, Facebook. Foto: Origo)

 

Hunderte protestieren

Am frühen Abend demonstrierten laut Medienberichten 5-600 Menschen vor den Sitzen der beiden NGOs gegen den Polizeieinsatz.

Zuvor waren an der Straße vor dem Büro von Ökotárs am Nachmittag Überwachungskameras installiert worden – wohl in Erwartung von Protesten. (444.hu)

amnesty

(Amnesty Hungary, Facebook)

vs

(vs.hu)

Internationales Filmfestival CineFest Miskolc 2014 zensiert Romafilme

5. August 2014

Auf dem internationalen Filmfestival CineFest in Miskolc, mittlerweile Ungarns wichtigstem Filmfestival, das dieses Jahr vor den Kommunalwahlen stattfindet, dürfen “zur Vermeidung politischer Konflikte und aus Sicherheitsgründen” keine Filme mit dem Thema Roma in Ungarn gezeigt werden.

In Miskolc wird derzeit ein Romaviertel mit 800 Bewohnern geräumt, weil es dem Stadionbau im Weg ist, und die Bürgermeisterkandidaten von Fidesz, Jobbik und “Linken” für die Kommunalwahlen im Oktober profilieren sich allesamt durch Romafeindlichkeit. Der für die Romaintegration zuständige Minister für Humanressourcen Zoltán Balog hatte anlässlich des Roma Holocaust-Gedenktages am 2.8. erklärt, aus Ungarn habe es keine Deportationen von Roma in die Vernichtungslager der Nazis gegeben, s. Post. Das ist der Kontext der folgenden Meldung:

Auf dem internationalen Filmfestival CineFest in Miskolc, mittlerweile Ungarns wichtigstem Filmfestival, das dieses Jahr vor den Kommunalwahlen stattfindet (Festival: 12.-21. September, Kommunalwahlen am 12. Oktober), dürfen “zur Vermeidung politischer Konflikte und aus Sicherheitsgründen keine Filme mit dem Thema Roma in Ungarn gezeigt werden”, so die Festivalleitung laut einer Erklärung der Dokumentarfilmgruppe DunaDock. Ihr Dokumentarfilmforum DunaDock MasterClass sollte seit 2013 das Festivalprogramm als ständige Einrichtung ergänzen: Es wurden schwerpunktmäßig ungarische Dokumentarfilme der letzten Jahre gezeigt und diskutiert und ungarische Dokumentarfilmer mit den internationalen Gästen vernetzt (Quelle).

dunadock_logo

Nicht jedoch in diesem Jahr. In einer heutigen Erklärung des DunaDOCK-Teams auf seiner Facebookseite auf Ungarisch und Englisch heißt es:

“Zu unser größten Überraschung hat sich herausgestellt, dass das CineFest unserem Programm dieses Jahr nur dann Raum geben kann, wenn darin – im Gegensatz zu unseren Plänen – keine Filme mit dem Thema Roma in Ungarn vorkommen, oder wenn doch, dass Titel, Inhalt und Macher des betreffenden Films nicht im offiziellen Festivalprogramm und keinem weiteren öffentlichen Forum aufgeführt werden. Auch in diesem Jahr haben wir nach fachlichen Kriterien international anerkannte ausländische und ungarische Dokumentarfilme für unsere MasterClass ausgewählt. Von den ungarischen Filmen hatten wir einen Klassiker – Cséplő Gyuri von Pál Schiffer (1978), sowie einen auf internationalen Filmfestivals gezeigten neuen Dokumentarfilm ausgewählt. Beide in der Tat zum Roma-Thema.”

Es könnte der Film “Ítélet Magyarországon / Judgement in Hungary / Urteil in Ungarn” (2013) der Regisseurin Eszter Hajdú gemeint sein, der in Ungarn mittlerweile im Kino angelaufen ist. Er dokumentiert den Gerichtsprozess gegen die Täter der Mordserie an Roma 2008/09, der zweieinhalb Jahre dauerte. Mehr dazu hier.

Ebenfalls in Frage kommt “Kains Kinder” (Káin gyermekei) von Marcell Gerő, der gerade als erster ungarischer Film seit 2002 vom San Sebastian Film Festival angenommen wurde.

[Update 14.8.: Laut Auskunft von DunaDock handelt es sich bei dem neueren Film nicht um die beiden hier genannten.]

Weiter in der Erklärung:

“Uns ist die Begründung der Festivalleitung unverständlich, dass das Festival dieses Jahr vor den Kommunalwahlen stattfindet, und so zur Vermeidung politischer Konflikte und aus Sicherheitsgründen keine Filme mit dem Thema Roma in Ungarn gezeigt werden können, selbst ihr traditionelles Romaprogramm wird nicht stattfinden.

Wir glauben daran, dass der Dokumentarfilm ein Medium ist,  dass die Empathie zwischen den Menschen fördert, und halten es für unakzeptabel, dass die Freiheit eines unabhängigen fachlichen Filmprogramms von der Tagespolitik eingeschränkt wird.
Unter solchen Bedingungen wird DunaDOCK nicht auf dem CineFest vertreten sein, von unserer Entscheidung haben wir das Festival bereits in Kenntnis gesetzt.

Wir bedauern zutiefst, dass es auf einem internationalen Filmfestival  zu einer solchen Situation kommen kann.

Unsere MasterClass-Reihe werden wir an einem anderen Ort und zu einem anderen Termin fortsetzen, worüber wir Euch in Kürze unterrichten werden.

Budapest, August 2014

Das DunaDOCK-Team

Ágnes Böjte, Diana Groó, Klára Trencsényi, Julianna Ugrin.”

Update 6.8.: Festivalleiter Tibor Bíró bestreitet, dass das Roma-Thema auf dem Festival nicht erwünscht sei. (Aber) “Wir wollen ein positives Bild der Roma zeigen, in dem die von Roma erreichten Erfolge und persönlichen Leistungen im Fokus stehen.” Die von DunaDock ausgewählten Filme seien schlicht “nicht aktuell”. Darum würden stattdessen in einem eigenen Programm (Roma-Kép) fünf Portraitfilme von erfolgreichen Roma aus Miskolc gezeigt. (hvg) 

Das Roma Pressezentrum kommentiert: “Im Fall des neuen Dokumentarfilms ergibt diese Erklärung keinen Sinn, und mit Hilfe des Nationalen Digitalen Archivs lässt sich die Aktualität des anderen Filmes überprüfen. Der Film handelt von dem intelligenten und ambitionierten Gyuri Cséplő, der von der Aussichtslosigkeit seiner Romasiedlung genug hat und in Budapest sein Glück versuchen will, wo er sich mit Ausgrenzung konfrontiert sieht.”

Update 14.8.: Laut dpa haben die Produzenten des neueren Filmes darum gebeten, den Namen des Films nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Skandal zu nennen, siehe


(Bild aus dem Film Cséplő Gyuri von Pál Schiffer, Blog Kettös Mérce. Der ganze Film auf youtube hier.)

Trailer von “Ítélet Magyarországon / Judgement in Hungary / Urteil in Ungarn” (2013) von Eszter Hajdú

Minister Balog: Es gab keine Deportationen von Roma aus Ungarn

5. August 2014

Staatliche Geschichtsfälschung auf neuen Höhen: Ausgerechnet anlässlich des Roma-Holocaust-Gedenktages erklärte der für die Romaintegration zuständige Minister Zoltán Balog, aus Ungarn habe es keine Deportationen von Roma in die Vernichtungslager der Nazis gegeben. Kritiker sehen den Straftatsbestand der partiellen Holocaustleugnung erfüllt.  Ein guter Zeitpunkt für den Vorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland Romani Rose, seinen ungarischen Verdienstorden zurückzugeben.

balogRTL

Als „Porajmos“ (dt. „das Verschlingen“) wird in Romanes der Genozid an den Sinti und Roma während der Zeit des Nationalsozialismus bezeichnet. Am 2. August 1944 wurden fast 3000 Sinti und Roma im KZ Auschwitz-Birkenau von den Nazis ermordet, darunter viele aus Ungarn. Historiker gehen europaweit  von über 100 000 Opfern aus. (wiki)

Jedes Jahr am 2. August wird in Ungarn an die Opfer des Porajmos erinnert, auch von staatlicher Seite.

Minister für Humanressourcen Zoltán Balog (Fidesz), der auch für die Romaintegration zuständig ist, erklärte anlässlich des Gedenktags im staatlichen Kossuth Radio, aus Ungarn habe es keine Deportationen von Roma in die Vernichtungslager der Nazis gegeben, und eine übertriebene Opfermentalität erzeuge Schizophrenie wie im Fall der jüdischen Holocaustüberlebenden und ihren Nachkommen. Die größte Tragödie für die Roma, so Balog, sei weniger der Holocaust, sondern dass sie ein “Volk ohne Geschichte” seien.  Im Kontext der Mordserie an Roma 2008/09, deren letzter Mord ausgerechnet am 2.August 2009 verübt wurde, sagte Balog “ironisch”,  “die Mörder besaßen offenbar einen Sinn für Stil, ihren Haß auf diese Volksgruppe auf diese Weise zu zeigen.” (Volltext s.u.)

Siehe auch Hungarian Free Press: Zoltán Balog denies aspects of Roma Holocaust and says “victimhood” leads to schizophrenia, August 4, 2014
Budapest Beacon: Roma Holocaust: Minister Balog denies Hungary deported gypsies to concentration camps, August 5, 2014

Blog Vastagbőr erinnert in diesem Zusammenhang an geltendes Recht: “Wer vor großer Öffentlichkeit die Würde der Opfer des Holocaust verletzt, indem er die Tatsache des Holocaust leugnet, anzweifelt oder verharmlost, begeht eine Straftat und ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu belangen.”

[Update: Dies war der §269 des bürgerlichen Gesetzbuches, das 2012 geändert wurde. Die Stelle lautet heute: "333. §30 Wer vor großer Öffentlichkeit die Tatsachen der von den nationalsozialistischen oder kommunistischen Systemen verübten Völkermorde oder anderer Handlungen gegen die Menschlichkeit leugnet, verharmlost oder rechtfertigt, begeht eine Straftat und ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu belangen" (Quelle). Insofern dürfte Balog sich mit seiner Äußerung im Rahmen geltenden Rechts bewegen.]

Das Roma-Pressezentrum (auf der schwarzen NGO-Liste der ungarischen Regierung), reagierte mit Zitaten aus Berichten von Holocaust-Überlebenden, die im Herbst 1944 von ungarischen Gendarmen zuerst in Komárom interniert und dann nach Dachau und andere Konzentrationslager in Deutschland, zum Teil später nach Auschwitz deportiert wurden. Sie stammen aus dem vom Roma Pressezentrum 2000 herausgegebenen Band “Porrajmos”, auf Romanes, Ungarisch und Englisch (s.u.).

Iván Andrassew weist in der Népszava darauf hin, dass der ungarische Staat keine Mittel für zivile Gedenkveranstaltungen des Roma-Holocaust bewilligt hatte, und das Denkmal der Deutschen Besatzung keine Aufschrift auf Romanes bekam.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass auch im Budapester Holocaust Gedenkzentrum eine Gedenkveranstaltung zum Roma-Holocaust-Gedenktag stattfand. Als Redner war der Fidesz-Roma-Politiker und Mitglied der Budapester Stadtverordnetenversammlung József Ráduly  eingeladen; in seiner Ansprache legte er Wert darauf, zu betonen, dass anders als im Fall der Juden die vollständige Vernichtung der Roma von den Nazis nicht geplant gewesen sei. Von der Veranstaltung berichtete nur das rechtsextreme regierungnahe Magyar Hirlap. Ráduly ist regelmäßig Gast im regierungsnahen rechtsextremen EchoTV, und führte seine Ansichten zum Roma Holocaust-Gedanktag dort aus. EchoTV bildet mit Magyar Hirlap die rechtsextreme Fidesz-Mediengruppe. Zu ihren ständigen Mitarbeitern gehört u.A. Zsolt “Roma sind Tiere” Bayer mit einer populären Kolumne bzw. zwei regelmäßigen Sendungen.

Die Sozialisten fordern Balogs Rücktritt. Jedoch dürften Balogs (und Rádulys) Äußerungen ohne internationale Proteste völlig folgenlos bleiben.

2012 hatte Viktor Orbán den Vorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland Romani Rose mit dem „Ungarischen Verdienstorden, Mittelkreuz“ ausgezeichnet.

Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, es Randolp L. Braham und Elie Wiesel gleichzutun und den Verdienstorden zurückzugeben.

*

Im Folgenden die Radiosendung nach dem Bericht auf der staatlichen Nachrichtenseite  hirado.hu, übernommen und bearbeitet von Népszabadság, ergänzt mit Balogs O-Ton aus der bei hirado.hu eingestellen Radiosendung [in eckigen Klammern]. Die Fragen des Moderators wurden nicht mitübersetzt.

Hirado.hu:  Balog: Es ist unsere Pflicht, zu gedenken und die Schuldigen beim Namen zu nennen. (3.8.2014)

Statt eines Zahlenkriegs Gedenken, statt Anschuldigungen Vergebung und ehrendes Gedenken an die Opfer. Der Minister für Humanressourcen hofft auf den gemeinsamen Aufbau der Nation von Zigeunern und Magyaren (cigányság és magyarság), und bittet um die Geduld und gegenseitiges Verständnis.  Wir gedenken gemeinsam, damit das, was uns trennen und gegeneinanderstellen kann, nicht zu einem unüberbrückbaren Abgrund wird, sagte Zoltán Balog am Gedenktag des Roma-Holocaust.

1972 verkündete der Weltverband der Zigeuner (sic) in Paris den Tag des Roma-Holocaust, in Gedenken an die tragische Nacht des 2. auf den 3. August 1944.  Damals wurden im Todeslager von Auschwitz-Birkenau 3000 deportierte Zigeuner (sic) ermordet. In den Stunden des Gedenkens ist es jedoch nicht nur notwendig, vom Genozid zu reden, sondern auch darüber, wie sich das Schicksal (sors, vgl. Holocaust-Gedenkzentrum Sorsok Háza, Haus der Schicksale!)  dieser Volksgruppe entwickelt und entwickeln kann – ohne die Probleme und Hindernisse des Zusammenlebens zu verheimlichen. Die Sendung Vasárnapi újság des Kossuth Rádió interviewte dazu den Minister für Humanressourcen Zoltán Balog.

Ob im Zusammenhang mit dem Holocaust von jüdischen Opfern oder den Zigeuner-Opfern  (cigány áldozat) die Rede ist, wir werden immer in einen sehr häßlichen Zahlenkrieg verwickelt, sagte Minister für Humanressourcen Zoltán Balog im Kossuth Rádió. Er hält es für wichtiger, zu betonen, dass in Ungarn keine Deportationen von Roma (sic) stattfanden,  die ungarischen Zigeuner (sic) wurden aus Österreich weggebracht. Die Zahlen variieren sehr, manche reden von 70 000, andere von einer halben Million, weshalb es wichtig ist, eine solide Dokumentation und Forschung zu haben, wo wir diesen  Fakten ins Auge sehen können, betonte der Minister.

[O-Ton: “Ob wir im Zusammenhang mit dem Holocaust von den Juden oder anderen Minderheiten, den Roma oder Zigeunern [sic] sprechen,  wir werden immer in einen sehr häßlichen Zahlenkrieg verwickelt, und dann muss man die Zahlen immer nach oben drücken,  dann führen wir wiederum an, dass es die Gulags gab, wo es wie viele, und wo es mehr [Opfer gab],  was aber ein Ansatz mit einem sehr schlechten Beigeschmack ist, und diese Dinge müssen ja auch dokumentiert werden.

(Gemeint ist Folgendes: Wenn die politischen Gegner von Fidesz von den Opfern des Holocaust reden, kontert Fidesz (“wir”) mit den Opfern des Stalinismus, rechnet also als Teil der eigenen politischen Strategie die Opfer des Nationalsozialismus mit denen des Stalinismus  auf. Dies entspricht der Position der Fidesz-Chefideologin  Mária Schmidt, vgl. Post)

Es ist wichtig, zu wissen, dass aus Ungarn keinerlei Deportationen von Zigeunern stattfanden. Diese sind aus Österreich erfolgt, das heißt, auch die ungarischen Zigeuner [sic] wurden von dort aus fortgebracht, und darum ist Ungarn auch wirklich [vom Roma-Holocaust] betroffen. Die Zahlen jedoch variieren sehr, manche reden von 70 000, andere von einer halben Million, deshalb ist es wichtig, eine solide Dokumentation und Forschung zu haben, wo wir diesen  Fakten ins Auge sehen.”]

Hirado.hu weiter:  Der Minister für Humanressourcen ist der Ansicht, der Glaube, die Religion, die Kirchen seien die würdigsten Orte des Gedenkens, weshalb er am Sonntag an einer Gedenkveranstaltung in der Herz Jesu-Kirche teilnehmen wird.  (Anm.: kathpress.at berichtete.)

Népszabadság weiter: (…) der Glaube, die Religion, die Kirchen seien die würdigsten Orte des Gedenkens, weil sie frei von den tagespolitischen Kämpfen seien, und es (dort) nicht darum ginge, andere zu Schuldigen zu erklären, die Opfer zu rehabilitieren oder zu verurteilen, [O-Ton: all diese niederen Gedanken, die leider bei der ganzen Holocaustgeschichte in den letzten Jahrzehnten aufgekommen sind], sondern um das Gebet und die Bitte um Vergebung der Sünden, [Ruhe und Frieden].

In diesem Jahr fällt der 70. Jahrestag des Roma-Holocaust mit dem 5. Jahrestag des letzten Anschlags der Mordserie an Roma 2008/09 zusammen, der Mordanschlag von Kisléta fand genau am Roma-Holocaust Gedenktag statt.

[(2:20) "Ich sage hier immer mit bitterer Ironie, und hoffe, ich werde hier nicht mißverstanden,  die Mörder besaßen offenbar einen Sinn für Stil, ihren Haß auf diese Volksgruppe auf diese Weise zu zeigen."]
Balog weist explizit darauf hin, dass der Mord unter der Gyurcsány-Bajnai-Rregierung geschah, und erklärt, dass ["wir"] katholische, evangelische und reformierte Kirchenmänner, ausländische Organisationen und ungarische Romaorganisationen seither sehr viel dafür getan hätten, den Schmerz der Hinterbliebenen zu lindern – unter anderem auch dadurch, dass sie alljährlich einen Gedenkgottesdienst abhalten. (Népszabadság)

(Zynismus pur, hierzu vgl. Deutsche Welle: Ungarn: Die vergessenen Opfer der Roma-Mordserie, von Keno Versec, 3.8.2014)

[3:50: Ich hoffe man hält mich nicht für zu provokativ, aber meine Antwort wird schon etwas provokant ausfallen: Ich sage Ihnen ehrlich, dass ich in der Frage des Roma-Holocaust deshalb zurückhaltend bin, weil das eine neue Entdeckung ist. Die größte Tragödie dieses Volkes ist, dass es keine Geschichte hat (...), und was das bedeutet, wissen gerade die Magyaren gut, denen man die Geschichte rauben wollte, wir sind seit tausend Jahren an einem Ort (d.h. hier), und dann finden sie heraus (sagen uns Forscher), dass wir gar nicht da sind oder waren (Anm.: Anspielung auf die neuen "alternativen" Geschichtstheorien von der Herkunft der Magyaren; von der "geraubten Geschichte" der Magyaren ist immer im Zusammenhang mit der finnougrischen Abstammungstheorie als "Unterdrückungsinstrument und Lüge" der Habsburger die Rede.), und am Ende wird noch gefragt, was wir hier verloren haben, wir sind hier nicht die Urbevölkerung (öshonos) - also einem Volk die Geschichte zu nehmen, ihm die Kultur zu nehmen oder sie zu verleugnen, ist der größte Mord, geistige Mord, den man verüben kann. Ich habe den Prozess verfolgt, wie den Intellektuellen unter den Zigeunern allmählich klar wird, entschuldigen Sie mal, wir hatten auch einen Holocaust. Da stecken wir mittendrin. Und trotzdem warne ich meine Zigeunerfreunde (cigány barátaim) davor, sich nicht übermäßig auf diese Identität zu konzentrieren. Denn auch von den Juden sind heute viele an einem Punkt angelangt, wenn der wichtigste Aspekt der jüdischen Identität ist, dass es einen Holocaust gab, und dass wir Opfer sind, ist das so eine innere Verwirrung (zavar), das fördert eine solche  Schizophrenie, die nicht der Zukunft dient. Dabei müssen wir den (implizit: verstorbenen) Opfern den größten Respekt bezeugen, die fundamentalsten Sätze aussprechen, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Die Täter müssen die Verantwortung übernehmen, aber gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass wir nicht in eine Viktimisierung hineinkommen (...), jeder möchte eine Opferrolle, weil er denkt, dass er dann wichtig ist, dass er dann jemand ist, dass ihm dann etwas zusteht, es ist also sehr wichtig, dass die Zigeuner nicht übermäßig dieser Opfermentalität verfallen, weil sie dann ihre eigene innere Kraft, ihre Kraftquellen verlieren, um neu anzufangen, um den Weg nach oben zu gehen (d.h. um ihre gesellschaftliche Position zu verbessern).(5:45)
(...)]

So etwas dürfe nie wieder geschehen, so Balog; gleichzeitig müsste man daraf achtgeben, dass in den Zigeunern [sic] nicht die Opfermentalität überhand nehme, weil sie ihnen die für den Neuanfang nötigen inneren Kräfte und Kraftquellen entziehe.

(Zum “Neuanfang” vgl. Die Presse: Ungarn: Orban nennt Roma “verborgene Ressource”, 07.05.2013)

Balog spricht von der “spezifisch zigeunerischen Glaubensform”, “die natürlich mit dem Christentum zu tun hat” (…), aber auch eine eigene Glaubenswelt sei, die zudem ein fatalistisches Element habe, “dass wir diejenigen sind, die immer ganz unten sind (…), ein Fatalismus, der am Ehesten zu Selbstmitleid führt, und nicht dabei hilft, nach vorne zu schauen und zu gehen. (…) (7:11)]

“Wir vergessen die Opfer nicht, es ist unsere Pflicht, zu gedenken und die Schuldigen beim Namen zu nennen, aber all dies geschieht im Interesse der Aussöhnung (megbékélés – impliziert Befriedung, Herstellung des Friedens – also im Interesse eines konfliktfreien Zusammenlebens der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen).”

“Wir gedenken gemeinsam, damit das, was uns voneinander trennen und gegeneinander stellen könnte [denn das ist schließlich, was 1944 passiert ist], zwischen uns kein unüberschreitbarer Abgrund mehr ist, und wir, von der Last der Vergangenheit befreit, dieses Land, diese Nation gemeinsam aufbauen können.” (Balog sagt desweiteren, dass wie die Juden auch die Roma seit Jahrhunderten Teil der ungarischen Kultur sind, man denke nur an die Musiker, die “Zigeunerprimas”. Trotz der heutigen gesellschaftlichen Konflikte sei wichtig, diese Leistungen anzuerkennen.)

(8:58) Es sei unbestreitbar, so der Minister, dass es auch heute noch große Probleme beim Zusammenleben von Zigeunern und Magyaren (cigány-magyar együttélés) gebe, doch um diese zu lösen, sei es hilfreich, sich einander über die jeweilige Kultur anzunähern (egymás kultúráján keresztül közelítünk a másikhoz).

(Hier wird – fälschlich – impliziert, dass “Magyaren” und “Zigeuner” jeweils eine völlig eigenständige, voneinander getrennt existierende Kultur besitzen; eine Annäherung über Kultur impliziert, dass die Magyaren Roma-Folklore und Musik konsumieren dürfen, während die Roma sich an den Werten und Normen der “nationalen Mehrheitskultur” zu orientieren haben. Die semantische Trennung von “Magyaren” und Roma impliziert zudem, dass Roma keine vollwertigen Ungarn sind, oder sich für das eine oder andere entscheiden müssen (für eine “ethnische Hauptidentität”, wie bei der Volkszählung 2011, s. Post).

Balog kündigte die Errichtung eines “Zigeunermuseums” (cigány múzeum) in Kooperation mit der (Fidesz-) Landesselbstverwaltung der Roma (ORÖ) an, möglicherweise noch in diesem Regierungszyklus, “in dem das Volk der Zigeuner (cigányság) seine eigene Geschichte vorstellen kann”.  Das Museum solle gleichzeitig Kulturzentrum und Gedenkstätte sein [auf das sowohl Zigeuner wie Nicht-Zigeuner (wörtlich die Nicht-Zigeuner-Magyaren) stolz sein können.]

***

“Keine Deportationen aus Ungarn” – hier ist das Gegenteil belegt:

PORRAJMOS – Recollections of Roma Holocaust survivers, Roma Sajtoközpont Könyvek 2, Budapest, 2000. Die Abbildungen des Bandes stammen vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. Als pdf zum Download hier.

Folgende Überlebende berichten von ihrer Deportation aus Ungarn: Friderika Kolompár, Mrs. Rudolf Krasznai, S.14, Ilona Lendvai S.27, Holdosi Vilmosné S.36, Bogdán Ilona S.43, Mrs. Gyula Kovácsi, Matild Kolompár S.45, Mrs. István Kolompár, Julianna Lakatos, S.50, Raffael Ilona S.58, Vajda Rozália S.67, Hódosi Magdolna S.80, Mrs. István Stojka, Margit, S.91, Rudolf Krasznai S.96, József Holdosi, S.109, Lajos Kánya, S.114.

S.140f:

PORRAJMOS IN HUNGARY – CHRONOLOGY

(…) Maßnahmen 1916-1942) (…)

1944
In spring and summer, many local officers recommended, similarly to the ‘solution of the Jew-problem’, the internment of Roma. In several counties (e.g. Szolnok, Bács-Kiskun) forced labor camps were established for Roma on the larger farms.

Beginning in June a significant number of Hungarian Roma were taken to several concentration camps from the internment camps of the ‘unreliable’.

July: In many counties internment reception camps were established for the ‘idler, vaga bond, unreliable’ Gypsies. In Szabolcs-Szatmár county these camps were created near the bigger cities (Nyíregyháza, Mátészalka, Nyírbátor, Újfehértó). The Romani community of many settlements in Szolnok, Csongrád, Bács-Kiskun, Pest,Heves and Nógrád counties were taken to forced labour camps. There were labour camps for the Roma in Szekszárd, Ve ménd, Szent királyszabadja, Pécsvárad, Marcali, Sárvár, Újhartyán, Baja and Nagykáta.

On the 23rd of August, the Ministry of Defence ordered the establishment of the companies of forced labourers. These were filled by raids, and with the help of the register of sugar-rations cards in Zemplén, Tolna, Somogy, Csongrád, Zala, Fejér, Baranya, Pest, Heves, Bor sod, Komárom counties and Upper Hungary. Roma joined the companies of forced labourers in the last week of September.

On the 5th of October, in Doboz, in Békés county, twenty tormented Roma, among them women and children, gathered in the neighbourhood were killed by the hand grenades and machine-guns of the camp gendarmes of the first armoured division, and of the local gendarmes.

On the 16th of October, the government commissioner of the operations in the southern territories ordered that the Roma could not leave their permanent residences.

On the 2nd and 3rd of November, the collection and internment of Romani families started in Zala,Veszprém, Vas, Baranya, Somogy, Tolna, Komárom, Gyôr, Sopron and Pest counties and Upper Hungary. The first destination was the fortress in Komárom, where they selected those, who would be interned. They set free many of those women and children who were unable to work, and the others were deported to Ger ma ny. Roma, who live near Pest (Csepel, Pesterzsébet, Kispest, Újpest, Rákospalota, Budafok, Budakalász), were gathered between the 2nd and 6th of November in the local
gendarmeries, and they were taken to the brick works at Óbuda. From here, on the 10th of November they were taken, via the train station in Budaörs, in wagons for cattle to Dachau, and after three days to Ravensbrück.

In November and December, in the territories under Hungarian Nazi (Arrow Cross) control, they made four raids. Until the end of November, those Roma who had been declared by the decision of the local authority a vaga bond or a slacker were interned. After Novem ber, they took mainly those Roma who were able to work. For the Roma living in the north-eastern part of county Zala and the south-eastern part of county Vas, a ghetto was established at Körmend. After three weeks they were taken from here to labour camps near the border of the German Empire.

1945
In the beginning of February, the Interior Ministry ordered the collection an internment of Romani families. In the village Keléd the gendarmerie created a transit camp. For this purpose, they used the coffee factory at Nagykanizsa. The other transit camp for the Roma from Zala was in the Croatian village Draskovecz and Csáktornya. Because of the approaching front many of the interned Roma were exterminated; some of them were sent home; the others were taken to the internment camps at Kôszeg and from there – together with the Roma from county Vas – to concentration camps in Germany.

On the 23rd of February, the Interior Minister said: ‘I have started the full and, if needed, severe settlement of the Jew and the Gypsy problem.’ (…)

Rechtsextremer Bürgermeister veranstaltet öffentliche Hinrichtung von Netanjahu und Peres

4. August 2014
erpatak

Der rechtsextreme Bürgermeister von Érpatak rief zu einem “Protest gegen den Völkermord des israelischen freimaurerischen Terrorstaates” auf. Die Ankündigung wurde von der ungarischen Nachrichtenagentur MTI im Wortlaut übernommen und erst nach Medienprotesten von der Webseite entfernt. Höhepunkt der Veranstaltung am 2.8. war die symbolische Hinrichtung von Benjamin Netanjahu und Schimon Peres durch den Strang.

Mihály Zoltán Orosz, der rechtsextreme Bürgermeister der ungarischen Ortschaft Érpatak (ca. 1800 Einwohner), bekannt geworden durch sein law &  order-Regiment gegen Roma (“Érpataker Modell“), ließ als Höhepunkt seiner kommunalen Veranstaltung “Protest gegen den Völkermord des israelischen freimaurerischen Terrorstaates” am 2.8.2014 den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Ex-Präsident Schimon Peres von einem Henker in effigie hängen.

[Update 5.8.2014: Die Polizei war vor Ort, Bild s.u.]

In seiner Ansprache erklärte er, Israels Regierung stünde im Dienst des Antichtristen und bereite sein Kommen vor, weshalb sie keine Kugel, sondern die entwürdigendste Hinrichtungsart, den Strang verdienten.

Zuvor hatte er unter dem Applaus der Teilnehmenden eine mit dem Freimaurersymbol versehene Israel-Fahne zertreten. (444, nol, atv)

Mitveranstalter waren neben der Gemeinde Érpatak das “Landesnetzwerk des Érpataker Modells” (s.u.) sowie die rechtsextreme Jugendbewegung der 64 Burgkomitate (HVIM).

[Update 5.8.2014: Es waren auch Jobbik-Aktivisten zugegen, Bilder s.u.]

Staatliche Nachrichtenagentur MTI veröffentlichte Ankündigung

Die staatliche Nachrichtenagentur MTI hatte die Ankündigung dieser Veranstaltung (“Protest gegen den Völkermord des israelischen freimaurerischen Terrorstaates”) letzte Woche bei ihrem Pressedienst für die Kommunen (ÖS) als Mitteilung einer lokalen Behörde im Wortlaut publiziert.

Nach Protesten durch den Verband der ungarischen Journalisten (MÚOSZ) am 1.8. wurde die Ankündigung nach drei Tagen wieder vom Netz genommen.
Laut MÚOSZ hatte MTI mit dieser Ankündigung gegen die eigene Satzung verstoßen, in der es heisst: „Mitteilungen des ÖS dürfen nicht verfassungswidrig oder rechtswidrig sein, gegen den guten Geschmack oder die öffentliche Moral verstoßen, nicht gegen Persönlichkeitsrechte und das Briefgeheimnis verstoßen, sowie den guten Ruf und die Geschäftsinteressen der ÖS bzw. der MTI gefährden, desweiteren dürfen sie keine offensichtlichen Unwahrheiten beinhalten. Mitteilungen des ÖS dürfen nicht zu Demonstrationen und Boykottaktionen mobilisieren.” (muosz, hvg)

Der Henker und die beiden Galgen kamen bereits im Juni auf einer Performance gegen Gericht und Staatsanwaltschaft von Nyíregyháza zur Anwendung, als deren Opfer Orosz sich in einem gegen ihn laufenden Verfahren sieht, s. Post Rechtsextremer Bürgermeister demonstriert mit Galgen gegen die Justiz, 18. Juni 2014. Hier allerdings wurde symbolisch die ungarische Justiz hingerichtet, keine ihrer konkreten Vertreter.
Aktuell engagiert Orosz sich “tatkräftig” mit Jobbik für die Vertreibung der ca. 800 Bewohner eines Miskolcer Armenviertels, siehe Post Miskolc: Romaviertel soll Luxusstadion weichen, 15. Juni 2014. Zuletzt hatte er sich als Gegendemonstrant beim Budapest Pride betätigt.

Orosz’ “Modell von Érpatak” ist mittlerweile ein “landesweites Netzwerk” mit  “Basen” in insgesamt 13 Gemeinden, eine davon im VIII. Budapester Bezirk.

Das Weltbild des Jobbik-nahen parteilosen Bürgermeisters – und wie er es artikuliert – deckt sich mit den vom rechtsextremen regierungsnahen EchoTV verbreiteten Verschwörungstheorien eines Ferenc Szaniszló. Dies wird deutlich in der halbstündigen wahnhaften Tirade, mit der Orosz einen freien Fotografen empfing, der über die von MTI öffentlich angekündigte Veranstaltung berichten wollte (hier im Video, Ungarisch; Bericht auf Gépnarancs).

Mehr zu Orosz im hervorragenden SWR2 Feature “Das Modell von Érpatak. Wie ein rechtsextremer Bürgermeister Ungarn verändert” von Keno Verseck (19.3.2014).

Hintergrund: Die “Solidarität” der ungarischen Rechtsextremen mit “den Palästinensern”

Die ungarischen Rechtsextremen, d.h. Jobbik und das Spektrum rechts von Jobbik, solidarisieren sich seit Jahren mit den Palästinensern, die sie wie die Magyaren als “von Israel kolonisiertes und unterdrücktes Volk” betrachten.

Als klaren Beleg für die vermeintliche Kolonisierungsabsicht Israels gegenüber Ungarn werten sie die scherzhafte Äußerung von Schimon Perez auf einer Tagung von Immobilienhändlern in Tel Aviv 2007, »wir kaufen Manhattan auf, wir kaufen Polen auf, wir kaufen Rumänien auf und wir kaufen Ungarn auf”. Der Hassprediger Lóránt Hegedűs jr. hatte als Reaktion auf Peres’ Äußerung 2007 eine Initiative namens HAMASZ als „Rettungsmaßnahme für das von Israel bedrohte Ungarn“ gegründet, die von der „Besetzung Ungarns durch Israel mit wirtschaftlichen Mitteln“ sprach und die Überprüfung aller israelischer Firmen und Privatpersonen in Ungarn forderte, siehe Post. Ein erneuter Vorstoß in diese Richtung war 2012 die Forderung des Jobbik-Abgeordneten Márton Gyöngyösi nach der Offenlegung der Parlamentsabgeordneten und Regierungsmitglieder jüdischer Abstammung und  mit israelischer Staatsbürgerschaft (“nationales Sicherheitsrisiko”), s. Post.

Am 16.7.2014 hatte Jobbik sich wie mehrfach in der Vergangenheit an einer Demonstration in Ungarn lebender Palästinenser gegen die israelische Bombardierung des Gaza-Streifens beteiligt und am 24.7. mit mehreren hundert Menschen vor der israelischen Botschaft in Budapest gegen den “zionistischen Völkermord” demonstriert und die Einstellung der diplomatischen Beziehungen zu Israel gefordert. Ein deutscher Bericht ist auf freies-oesterreich.net zu finden.

*

Ankündigung: “Ehre den unbekannten palästinensischen Helden! Gerechtigkeit für Palästina! Kommunales und ziviles Treffen gegen den Völkermord des weltkolonisierenden freimaurerischen israelischen Terrorstaates!”

tuntgazerpat1408_01

(rechtsextreme Portale)

erpatak-600x400

erpatak2erpatak4

erpatak2-600x400

(Fotos: 444.hu)

[Update 5.8.2014: Folgende Fotos von Csaba Móricz, dem Fotografen vor Ort (Quelle). Demnach waren auch Jobbik-Aktivisten zugegen, und die Polizei. Hier ist auch das Publikum zu sehen.

erpatak1

erpatak2

erpatak4

erpatak5

erpatak3

Update Ende.]

Ostöffnung am Balaton: Kasachischer Fisch für die Touristen

1. August 2014

Balaton-Urlauber müssen dieses Jahr davon ausgehen, dass ihnen kein Fisch aus dem Balaton, sondern undeklarierte Tiefkühlimporte aus Kasachstan oder der Türkei aufgetischt werden. Kein Witz.

Letzten Dezember hatte Landwirtschaftsminister Sándor Fazekas die gewerbliche Fischerei auf dem Balaton auf unbestimmte Zeit verboten, offenbar soll für Ungarns größtes Gewässer ein neues Nutzungsmodell erarbeitet werden und der See in erster Linie den Anglern gehören. Konkreteres ist den Medien bisher nicht zu entnehmen.

Die Restaurants und beliebten Imbißbuden am Strand lösen ihr Nachschubproblem laut Medienberichten mit Fischen aus Donau und Theiß, aber zu 95% durch kasachische und türkische Importware. Die Einkaufspreise für den Keszeg sind bereits um ein Drittel gestiegen. Manche Imbissbudenbesitzer konnten sich letztes Jahr noch rechtzeitig mit heimischer Ware eindecken, doch die Vorräte dürften laut Medienberichten bald erschöpft sein.

Die Herkunft der angebotenen Fische wird im Allgemeinen nicht deklariert, wer also wissen will, was er isst, sollte nachfragen.

Woher die bei den traditionellen Balaton-Fischtagen im Juli von der staatlichen Balaton Fischerei AG zubereiteten Fische stammten, ist nicht bekannt.


(Balatoner Fischtage, Seite der staatlichen Balaton Fischerei AG)

Quellen:
Magyar Narancs, 1.8.2014. Vorgeschichte: Somogy TV, 9.12.2013, infopapa.hu, 9.12.2013, Népszabadság 10.12.2013, Somogy Online, 26.3., Somogy Online, 27.4., Magyar Nemzet, 13.5., I love Balaton, 14.5., Somogy Online, 21.6., Galamus/DK, 11.7.


Die wichtigsten Fischarten des Balaton (Quelle).

In populärer Zubereitungsform:

hal

süllő

(Bild oben I love Balaton, unten Blockocsma.)

*

Landwirtschaftsminister Fazekas ist derzeit auch aus anderen Gründen in den Schlagzeilen:

“Wir sind Trüffel-Großmacht!”

Hier im Video ist die feierliche Überreichung eines 1,28 kg-Rekordtrüffels an Landwirtschaftsminister Fazekas diese Woche zu sehen.

Reporterin: “Was bedeutet dieser Pilz für Sie und für das Land?”

Fazekas: “Dies ist ein nationaler Schatz Ungarns, denn in der Geschichte Ungarns hat es noch nie einen so riesigen Trüffel gegeben. (…) Für mich ist es ein großes Erlebnis, dass er in meiner Amtszeit gefunden (…) und so großzügig der ungarischen Nation, dem ungarischen Staat überreicht wurde. (…) Hier kann man sehen, welche Schätze die ungarische Erde birgt. (…) Ich spreche mich für ein eigenes Trüffel-Gesetz aus (…).”

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 149 Followern an