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Paramilitärparade auf Horthy-Gedenkmarsch in Budapest

23. November 2009

Ohne größere Sicherheitsprobleme ging am Sonntag eine Veranstaltung der rechtsradikalen Partei Jobbik zu Ende, die den 90. Jahrestag des Einmarschs von Miklós Horthy in Budapest zum Thema hatte. Ungefähr 1.500 bis 2.000 Menschen versammelten sich zu einer „Gedenkveranstaltung“. Als sich einer Prozession der Rechtsradikalen auch rund 400 Mitglieder der verbotenen „Ungarischen Garde“ anschließen wollten, unterband die Polizei ihnen den Zugang zum Veranstaltungsort.

Soweit heute der Pester Lloyd.

Es gab 14 Verhaftungen, davon drei Strafanzeigen wegen Verstoß gegen das Versammlungsverbot, in zehn Fällen wegen Ordnungswidrigkeit. Wie sich herausstellte, lag gegen einen der  Festgenommenen ein Haftbefehl vor; alle anderen wurden noch am Abend wieder freigelassen.

Offenbar hat der Pester Lloyd das Ende nicht mitbekommen:

Nach den Personenkontrollen konnten die meisten Gardisten der Parade folgen und trafen unter dem Applaus der Anwesenden auf der Abschlußkundgebung am Gellért tér ein.

Zudem hat die Polizei andere paramilitärische Gruppierungen bei der Parade mitmarschieren lassen: Die Csendôrség, „Gendarmerie“, Elitetruppe der Ungarischen Garde, sowie die „Nemzeti Ôrsereg“ (grüne Uniformen) – die sind nämlich nicht verboten. Aber Róbert Kiss, der Hauptmann der verbotenen Ungarischen Garde, konnte deshalb trotzdem eine Rede auf der Abschlußkundgebung halten.

Jobbik-Vize Levente Murányi hielt es für wichtig, „Budapest von den Roten zu säubern,“ und verkündete, daß es eine Abrechnung geben würde, „und jeder wird das Seine bekommen.“ „Die Rattenvernichtung läuft schon seit den EU-Wahlen. Auf die Eigentliche müssen wir noch warten, aber nicht mehr lange,“ sagten die Redner. (Stop.hu)

Die ultrarechten Portale werten die Veranstaltung als klaren Sieg über die Polizei.

*

Edit 24.11.: Siehe auch „Hungary 90 years ago and today“ – Karl Pfeifer bei Blog Harry’s Place.

*

Hier die Selbstdarstellung im Parteifernsehen: „Horthy-Gedenkmarsch mit rotem Polizeiterror“

Wer sich das nicht antun will, hat hier ein paar Fotos.

Versammlung vor der Parade:

Foto von Blogger Tökös (Gute Bilder dort!)

stop.hu

Die Polizei greift ein:

Parade geht weiter:

stop.hu

kuruc.info

kuruc

Tökös

Tökös

Abschlußkundgebung: Gardisten sind wieder da (stop.hu)

stop.hu

kuruc

Gardehauptmann Róbert Kiss hält seine Rede, flankiert von einem seiner „Gendarmen“ (stop.hu)

Die Fahne der Árpáden:

Moment mal, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor…? (screenshot nol.hu)

Definitiv die nettere Demo: Budapest Pride September 2009 (delmagyar.hu)

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