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Jobbik EU-Abgeordneter bei Londoner Fundraiser für die verbotene Ungarische Garde?

27. November 2009

Letzten Sonntag hat sich in London ein Ableger von Jobbik gegründet, die Jobbik Britannia Society (Jobbik Britanniai Társaság), als „Freundeskreis für in Großbritannien lebende national gesinnte Ungarn.“ Erstes Treffen ist Sonntag in einer Woche, Redner ist unter anderem EU-Abgeordneter Csanád Szegedi.

Soweit so gut, dürfen sie ja. Aber auf dieser Veranstaltung soll eben auch eine Spendensammlung für die verbotene Ungarische Garde abgehalten werden, so steht das in der Einladung. Die wurde übrigens nicht etwa zuerst auf der offiziellen Parteiseite gepostet, sondern auf dem Neonaziportal Kuruc.info. (kuruc.info/r/23/51164/)

Aber sich wundern über ihr schlechtes Image im Ausland.

*

Jobbik-MEP at London fund raiser for banned Hungarian Guard?

Last Sunday the „Jobbik Britannia Society“ (Jobbik Britanniai Társaság) was founded in London, a „social group“ for Hungarian Jobbik-supporters living in the UK. On their first public meeting on Dec. 6th MEP Csanád Szegedi will speak, and during the event the organisers will collect donations for the banned Hungarian Guard. That’s what the invitation says; first posted not on the official Jobbik party website but the neonazi portal kuruc.info. (kuruc.info/r/23/51164/)

According to the invitation, the event will take place on Sunday, Dec. 6th., 1pm, Gloucester Arms Pub, Kentish Town, Leighton Rd 59-61, London, NW5 2QH.

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Presse:

5.12.: „Hungarian far-right party Jobbik sets up London branch“, Times Online; „Neo-fascist Jobbik try to gain foothold in UK“ bei Lancaster Unity.

9.12.: Jobbik erklärt, keine institutionellen Verbindungen zu dieser Gruppe zu haben, siehe politics.hu. Was natürlich Quatsch ist. Tamás Fehér, der Vorsitzende der Jobbik Britannia Gesellschaft, gestern auf Jobbik.hu:

„Auch in London hetzen sie gegen uns – umsonst: Die Polizei hat die Antifaschisten verjagt“.

Trotz der Proteste wird die Veranstaltung als klarer Sieg verbucht.

(…) Zusammenfassend läßt sich sagen, daß auch die Situation, in der Jobbik sich vorstellte, ein klares Beispiel dafür ist, daß sie vor Jobbik, als einer sauberen, ehrenhaften (tiszta, becsületes) Partei, solche Angst haben, daß sie alles versuchen, um sie unmöglich zu machen. Die Vorkommnisse bestärken uns noch fester darin, daß wir diesen Kampf unbedingt zum Sieg führen müssen! Was auch immer sie tun, wir geben nicht auf!

Aber keinerlei institutionelle Verbindung zu Jobbik. Klar.

9.12.: Nothing British war auf der Veranstaltung, hier der Bericht. Sie haben auch den Ton mitgeschnitten.

Fazit:

Der heimischen Wählerbasis wird die Sache als Auslandserfolg verkauft, aber insgesamt hat wegen schlechter Presse und Protesten doch nicht alles so geklappt wie geplant – so wurden die gesammelten Spenden dem Wirt des Pubs übergeben (Jobbik.hu), als Entschädigung für den Ärger, den er wegen der Veranstaltung hatte.

Man darf gespannt sein, wie sie ihre Fundraiser in Zukunft organisieren. Denn darum geht es hier vor allem, denke ich, wie auch Nothing British:

Most alarming is the Society’s apparent role as a revenue-raising outfit for Jobbik’s banned militia, the Hungarian Guard.

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