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Ultrarechte Davidsterne

27. November 2009

(Bildquelle unbekannt, wurde mir zugeschickt)

(Hungarian Spectrum/NOL)

Warum trägt diese Dame auf ultrarechten Veranstaltungen zusammen mit dem Árpádenschal ausgerechnet einen gelben Davidstern?

Ist sie Jüdin und protestiert gegen die Ultrarechten? Ist sie Jüdin und sympathisiert mit den Ultrarechten? Was soll das?

Man glaubt es kaum, aber hier wird der Davidstern nicht als Ausdruck von jüdischer Identität getragen, sondern nur im Sinne seiner Stigmatisierungsfunktion. In diesem Kontext bedeutet er, „wir sind die Juden von heute, wir völkischen Ungarn sind die unterdrückte Minderheit von heute“. So will die verbotene ungarische Garde derzeit auch Minderheitenrechte einklagen, siehe mein Post.

Klassischer Fall von Täter-Opfer-Umkehr.

Die Dame ist alt genug, um noch persönlich mitbekommen zu haben, was ihren jüdischen MitbürgerInnen unter Horthy und den Pfeilkreuzlern angetan wurde.

Falls ich ihr in Budapest mal selbst begegne, spreche ich sie drauf an.

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  1. Mike permalink
    27. November 2009 13:42

    Provokation um jeden Preis…als politische Botschaft ist das meines Erachtens sehr, sehr dünn und wird (wie z.B. die NPD und die DVU in Deutschland) sehr bald scheitern. Es ist doch wie beim Poker: Irgendwann wollen die Leute „sehen“.

    Aber in einem Punkt stimme ich Imre Kertész voll zu: Die Aufarbeitung der Vergangenheit – insgesamt – ist kaum vorhanden. Nur so kann man erklären, dass eine Minderheit noch heute Horthy huldigt.

    Die Medaille hat aber auch eine Kehrseite: Es gibt bis heute viele Veranstaltungen, auf denen dem Sozialismus nachgeheult und 1956 noch immer als „Konterrevolution“ bezeichnet wird. Ich wünschte, darüber würde im Westen auch gesprochen. Wird es aber nicht bzw. kaum. Mir fehlt hier mal wieder die Ausgewogenheit. Hängt dieses Phänomen vielleicht damit zusammen, dass sich ehemalige hohe Sozialisten-Funktionäre, u.a. sogar Mitglieder der ÁVÓ, bis heute in der Führungsclique von MSZP- und SZDSZ-nahen Kreisen tummeln und sich noch immer nicht von Ihren Taten distanziert haben? Dass Parteifunktionäre zum Teil höhere Renten erhalten als die Opfer? Jeder bilde sich hierüber seine eigene Meinung…jedenfalls fand auch bezüglich der „linken Diktatur“ keine echte Aufarbeitung statt.

    Bis heute düfen die Ungarn z.B. die Namen ihrer AVO-Peiniger nicht – wie bei uns – in Form eines „Stasi-Unterlagengesetzes“ erfahren. Das kommt davon, wenn msich die alte Nomenklatur in die Gegenwart rettet.

    Eine Schande ist das. Die politischen Abkömmlinge derjenigen Diktaturbürokraten, die Menschen entrechtet, Familien (u.a. meine) enteignet und ihr die Einreise verweigert haben, sind heute, auf Kosten des Volkes, nicht selten Multi-Millionäre geworden und wagen es, nun Vorträge über Demokratie zu halten…das ist einer der vielen Gründe, warum die „andere Seite“, die extreme Rechte, nun Aufwind hat. Ungarn will einen „Neuanfang“. Dass man sich hierzu auf einen Haufen wie die Jobbik verlässt, ist traurig.

    Sorry, dass ich abgeschweift bin. Aber vielleicht versteht man hier meine Vorbehalte gegen das sogenannte „linksliberale“ Ungarn nun besser. Mit Sozialdemokratie haben diese Exkommunisten nämlich nichts zu tun. Die Distanzierung zur MSZMP fehlt.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Mike

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