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Jobbik und die Kirchen auf Adventsmission

3. Dezember 2009

Die Tage ist zu lesen, daß eine katholische Kirchengemeinde in Budapest auf Flugzetteln mit antisemitischen Begriffen wirbt (hier auf Englisch).

Aber dieser Fall ist nur die Spitze des Eisbergs. Vertreter der ungarischen Kirchen arbeiten regelmäßig mit der rechtsextremen Partei Jobbik zusammen, und die Kirchenleitung schaut zu.

(Edit 4.12.: Die katholische Bischofskonferenz hat sich klar distanziert, s.u.)

Landesweite ultrarechte Adventsmission

Der antisemitische Flyer wirbt für eine Veranstaltung der ultrarechten Partei Jobbik. Seit 2003 stellen sie traditionell in der Adventszeit an zentralen öffentlichen Orten Holzkreuze auf, um die vom Konsumterror geplagten Menschen an den eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes zu erinnern. Dieses Jahr werden landesweit 39 Kreuze aufgestellt und feierlich eingeweiht. Jobbik-Politiker und Kirchenvertreter halten Reden, und als Abschluß werden die Kreuze von Geistlichen gesegnet, meist katholischen und reformierten Pfarrern. An den Adventswochenenden treffen sich an diesen Kreuzen oft Mitglieder der jeweiligen Kirchengemeinden, um dort gemeinsam Kerzen anzuzünden.

Es heißt oft, daß es bei diesen Kreuzen um Religion und nicht um Politik ginge. So wird auch die Budapester Veranstaltung auf der Website der Sankt-Emmerich-Pfarrei so angekündigt:

„Der Initiator ist wie in früheren Jahren die Jobbik Bewegung. Wir hoffen, dass ihr Motiv die aufrichtige christliche Verpflichtung ist, und von keiner politischen Absicht, Vorbereitung von Wahlen durchdrungen ist.“

(Zitiert nach Karl Pfeifer).

Das ist natürlich Quatsch, und so naiv kann man selbst bei Sankt Emmerich nicht sein. Das sind schließlich nicht irgendwelche Kreuze, und sie sind hochpolitisch.

Ungarische Doppelkreuze als „Skandal“

Nachdem Jobbik 2003 mit normalen Kreuzen angefangen hatten, stellen sie inzwischen nur noch das ungarische Doppelkreuz auf, das für die apostolische Würde des ungarischen Königs seit dem Hl. Stephan steht (siehe Wikpedia).

2003 noch so:

Für Jobbik erfüllen diese Kreuzaufstellungen

„auch eine patriotische Pflicht: Das Doppelkreuz ist auch eines unserer Nationalsymbole, das jedoch im Gegensatz zu Árpádenflagge und Turul von linksliberaler Seite noch nicht angegriffen wurde. Unsere Aufgabe besteht darin, seine breite gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen.“ (Text von 2008)

Was hier läuft, ist eine klassische Branding-exercise. Das bisher politisch noch relativ unbelastete ungarische Doppelkreuz wird hier zum rechtsextremen Markenzeichen geprägt, und die Kritik des politischen Gegners schon vorweggenommen und entkräftet: So wird bei diesen Kreuzaufstellungen regelmäßig die rhetorische Frage gestellt, wer denn das Kreuz als Skandal empfindet, und als Antwort der Korintherbrief zitiert:

Für die Juden ist das ein Skandal, für die anderen Völker eine Dummheit (Kor 1,23)

(z.B. hier: barikad.hu/node/41671)

Im Kontext von Jobbik ist das ein klares antisemitisches Statement und wird auch so verstanden.

Christliche Heilsbotschaft als rechtsextreme Wahlkampfmessage

Die christliche Heilsbotschaft wird von Kirchenvertretern klar mit der politischen „Heilsbotschaft“ von Jobbik verbunden. So sagt der reformierte Bischof und Brigadegeneral Tamás Csuka hier in seiner Rede:

In diesem Land gibt es eine Schicht, die anderen befiehlt, das Kreuz zu nehmen, während sie selbst sich Milliarden in die Taschen stopfen. Dieses Kreuz wollen wir nicht. (…) Der Advent ist für Christen das Warten auf die Ankunft des triumphierenden Christus. (…) Aller Augen werden ihn sehen, und alle werden vor ihm niederknien, Lenin, Stalin, Gyurcsány und Bajnai werden vor ihm niederknien. (ab 4.36)

Das Warten auf den triumphierenden Christus, der die dämonischen Mächte der Finsternis in die Knie zwingt, entspricht fast im Wortlaut Jobbiks froher Botschaft vom Sieg des Lichts (Jobbik) über die „herrschenden Mächte der Finsternis“ (MSZP-Regierung), wie sie das auch in ihrem Wahlkampfspot verbreiten (siehe mein Post). Nur dass die ultrarechte „Heilsbotschaft“ hier noch zusätzlich von der Autorität der Kirchen legitimiert wird – christliche Mission und Parteimission gehen Hand in Hand und proklamieren: Wenn Gott mit uns ist, wer kann gegen uns sein? Und somit gilt auch umgekehrt: Wer gegen uns ist, ist gegen Gott.

Wer immer sich gegen Jobbiks Kreuze ausspricht, wird von den ultrarechten Medien als „Christenhasser“ beschimpft.

Daß Geistliche der christlichen ungarischen Kirchen auf Veranstaltungen von Jobbik auftreten, ist nichts Neues. Der reformierte Bischof Tamás Csuka wurde 2007 von seiner Kirchenleitung gerügt, weil er bei der ersten Vereidigung der Ungarischen Garde die Árpádenfahne segnete. Siehe auch Hungarian Spectrum dazu. Csuka hat sich entschuldigt, damit war die Sache für die Kirchenleitung erledigt.

Der Mann ist ein Ewig-Vorgestriger, er predigt regelmäßig auf dem Gedenkgottesdiest zum Todestag von Miklós Horthy (2006, 2007. Hier seine Rede zum 50. Todestag von Horthy (Ungarisch).

Edit 4.12.: die Katholische Bischofskonferenz hat sich gestern klar distanziert, siehe mein Post.

Die Reformierten haben sich noch nicht geäußert.

Aunahmefall: Einzelne Geistliche verweigern Segnungen

Daß Geistliche sich weigern, für Jobbik Segnungen vorzunehmen, passiert bislang nur in Ausnahmefällen, aber es kam schon vor, so in Ráckeve am 29. November. Der reformierte Pfarrer des Ortes sagte laut barikad.hu, daß ihm das Kirchengesetz die Teilnahme an politischen Veranstaltungen „leider“ verbiete, weshalb sein Vorgesetzter (elöljárója) ihm die Segnung verboten habe. (Eine eindeutigere Stellungnahme der Kirchenleitung könnte Pfarrern also durchaus helfen, solche Anfragen abzuwimmeln.) Der katholische Pfarrer hat sich darauf berufen, daß das Kreuz „das Symbol von Ostern und nicht des Advents ist,“ weshalb sein Vorgesetzter ihm ebenfalls die Teilnahme verboten habe.

Leider, schreibt der Jobbik-Ortsgruppenleiter auf barikad, haben wir in Ráckeve solche Pfarrer – während die Pfarrer andererorts sich über die Anfrage freuen und das heilige Symbol ihres Glaubens mit Freude segnen, haben sie bei uns Angst, für ihren Glauben einzutreten; auf den Druck der von der linksliberalen Politik beherrschten extremistischen (sic) Presse wagen sie es nicht.“ (barikad.hu/node/41685)

Eben wieder die völkischen Christen als diskriminierte Minderheit.

Ausnahmefall: Bürgermeister verweigert Genehmigung

Im westungarischen Städtchen Csorna bei Gyôr wurde die Kreuzaufstellung von einer Privatperson angemeldet, was der Bürgermeister nicht genehmigte. Darauf meldete die Jobbik-Ortsgruppe sie als politische Veranstaltung an. Der Bürgermeister erteilte die Genehmigung, aber nur für ein mobiles Kreuz, das nach der Veranstaltung wieder abgebaut werden musste.

Prompt stellte das Neonaziportal kuruc.info seine Kontaktinformationen ins Netz, Wohnadresse, Handy- und Festnetznummer, und schon am nächsten Tag bekam er den üblichen Telefonterror. Er will Jobbik deswegen anzeigen, siehe Website der Gemeindeverwaltung und stop.hu.

(Edit 5.12.: Politics.hu dazu: „Mayor threatened after rejecting request to erect Advent cross in public“.)

Diese Taktik hat Tradition: Schon 2004 wollten mehrere Gemeindeverwaltungen die Kreuzaufstellungen von Jobbik verhindern, aber nach der Veröffentlichung der Kontaktinformation der Bürgermeister im Netz „bekamen sie so viele Anrufe, daß sie schließlich einen Rückzieher machten“, schreibt kuruc.info. (kuruc.info/r/2/50841/) Und auf der offiziellen Parteiseite steht der Aufruf immer noch.

Ausnahme: Selbsthilfe

Aktive „Christenhasser“ am Werk in Pomáz:

Respekt.

Edit 4.12.: Disclaimer:

Selbstverständlich befürworte ich nicht die Schändung von religiösen Symbolen. In diesem Fall ist die eigentliche Schändung des religiösen Symbols für mich nicht das Absägen, sondern seine politische Instrumentalisierung, die offenbar auch die Wut der Anwohner erregt hat. Das ist alles, was ich damit sagen wollte.

*

Hier eine Liste von Geistlichen, die mit Jobbik auftreten; wird laufend ergänzt (z.B. laut der aktuellen Veranstaltungsübersicht auf barikad.hu/node/41154):

Katholisch:

Antal Musits, Dechant, Pfarrer, Budapest, Pfarrei Sankt Adalbert / Szent Adalbert plébánia, sztadalbert@chello.hu, http://www.szentadalbertpl.hu

Ákos Elôd Brückner, Zisterziensermönch, Pfarrer, Budapest, Pfarrei Sankt Emmerich / Szent Imre plébánia (Budai Ciszterci), office@szentimre.hu, http://www.szentimre.hu

(Das ist nebenbei bemerkt die Kirchengemeinde, wo Barnabás Sziráki, der Drahtzieher der Entführung des Flick-Sarges, bis 3.12. noch Gemeinderat war, siehe Hungarian Spectrum heute.)

László Linde, Pfarrer, Pfarrei Szigetszentmiklós

Tibor Fajcsák, Pfarrei Sankt Andreas, Szentendre

Attila Kónya, Priester, Budapest; seine Gemeinde.

György Bulányi, Priester, Budapest, Gründer der Gemeinde Bokor

Gellért Vénusz, Pfarrer von Tahitótfalu (am 6.12., also nach der Erklärung der katholischen Bischofskonferenz.)

András Pajor, Pfarrer, Heilig-Geist-Gemeinde Budapest Herminamezô, ist offenbar Jobbiks Spezialist für Sexualethik, siehe http://www.jobbik.hu/rovatok/orszagos_hirek/jobbik-konferencia_a_szebb_jovoert

Reformierte Kirche:

Tamás Csuka, Bischof, pensionierter Brigadegeneral

Loránt Hegedüs, Pfarrer (siehe mein Post), und seine Schwester Zsuzsanna Hegedûs, Pfarrerin.

Zsolt Ablonczy, Pfarrer, Bund junger Reformierter (Református Fiatalok Szövetsége, REFISZ)

László Mohácsi, Pfarrer, Debrecen

Lajos Somodi, Pfarrer, Jászkisér

Edit 11.9.2010: Tamás Sugár, Pfarrer, Nagyimánd (auf Jobbiks „Tag der arabisch-ungarischen Freundschaft am 11.9.2010)

Evangelische Kirche:

Bulcsú Széll, Pfarrer

Edit 13.4.2010:

Eine Angehörige von Pfarrer Bulcsú Széll hat mich heute kontaktiert, sie behauptet, daß ich lüge, ihn diese Liste aufzunehmen. Seinen Namen habe ich aus den Materialien von Jobbik aus dem Internet, konkret von hier http://barikad.hu/node/41154

Wenn die Information, daß Herr Széll diese Kreuzessegnung am 29.11.2009 in Kispest für Jobbik vorgenommen hat, inkorrekt ist, empfehle ich, sich diesbezüglich an Jobbik zu wenden und eine Gegendarstellung zu fordern. Die würde ich dann auch hier verlinken.

Edit 14.4.2009:

Hier nochmal der Klarheit und Fairness halber der Briefwechsel mit Frau Eva Széll.  Ihr Vater, Pfarrer Bulcsú Széll, steht auf obiger Einladung von Jobbik, hat aber nicht an der Veranstaltung teilgenommen. Wie sein Name da hingekommen ist, weiss ich nicht, wüßte es aber gern. Falls Jobbik mit Leuten für Veranstaltungen wirbt, ohne dass die ihr Einverständnis gegeben haben, würde das einen eigenen Post lohnen, gerade bei solchen Themen.

  1. Éva Széll sagt:
    13. April 2010 um 07:46 | Antworten Hallo, Pustaranger.

    Du versteckts deine Name! Du lügst. Mein Vater, Bulcsú Szell ist kein Jobbik fan. ER hat an keine Veranstaltungen von Jobbik teilgenommen. Es ist sicher. Du bist ein Lügner.

    • pusztaranger sagt:
      13. April 2010 um 13:09 | Antworten Liebe Frau Széll,

      ich weiß leider genau, warum ich das anonym mache. Zu Ihrem Vater: Ich habe nochmal nachgeschaut, wo ich seinen Namen gefunden habe, und den Post entsprechend ergänzt
      https://pusztaranger.wordpress.com/2009/12/03/jobbik-und-die-kirchen-auf-adventsmission/
      Sein Name ist auf einer Einladung von Jobbik zu einer Kreuzaufstellung am 29.11.2009 in Kispest aufgeführt. Laut dieser Einladung hat er dort zusammen mit einem katholischen und einem reformierten Geistlichen die Segnung des Kreuzes vorgenommen. Diese Einladung steht immer noch für jedermann zugänglich bei barikad.hu im Netz. Wenn Ihr Vater dort inkorrekt aufgeführt wird, wäre es sinnvoll, sich diesbezüglich an Jobbik zu wenden.

      Schöne Grüsse,
      Pusztaranger

  2. Éva Széll sagt:
    14. April 2010 um 08:32 | Antworten Hallo Pustaranger!
    Du irrst dich. Er wurde wierklich eingeladen, aber hat er nincht teilgenommen! Ich weiss es besser vielleicht, als du. Wenn du wierklich die Wahrheit suchst solltes du mir anhören. Nebenbei er mag solche Segnungen nicht. Damals, als er nachgefrgt hat, ob es eine politische Veranstaltung ist, es wurde nein geantwortet. Trotzt hat er nicht teilgenommen. Zum Glück, Ansicht an solche web-seiten, wie diese auch hier. (Also mag sein, dass die andere Pfarrern wussten es auch nicht. Du solltest vielleicht genauer nachsuhen, ehe du sollche belasterische sache schreibst. Du hast jetzt Ehrenbeleidigung gemacht, mann kann dich verantwortlich machen vor das Gericht.Sag mal, wenn du eine Einladung zu eine Veranstaltung von Jobbik bekommen würdest, würde es bedeuten, dass du Jobbik fan bist? Nebenbei wir wissen es noch nicht, was für ein Partei ist Jobbik. Ich vermute es wurden durch MSZP fans gegründet. Was sagst dazu? Warum schreibst du nicht über die Übeltäte von MSZP-politikern?
    Also, ich bitte dich den Namen meines Vaters vom Liste lösen! Sonst bleibst du einen Lügner und Verleumder.

    Megírjam magyarul is? Jobban fog menni…

  3. Éva Széll sagt:
    14. April 2010 um 11:34 | Antworten Hallo Pustaranger!

    Ich freue mich, das du, was ich geschrieben habe, akceptiert hast.
    Wir haben mit Jobbik nicht im Kontact. Wenn ich Sie um Beweis bitten würde, vielleicht würden wir wieder angegriffen, mit Jobbik Kontakt zu haben!
    Aber ich habe andere Beweis: das offizielle Blatt von Kispest. Also Kispest Zeitung, von 16. 12. 2009. Seite 13. Artikel: “Adventi keresztet állítottunk a Kossuth téren” (Wir haben einen Advents Kreutz erhäben in Platz Kossuth) Da ist geschrieben (mit Namen genannt), dass nur zvei Pastoren haben es gesegnet. Mein Vater ist nicht unter ihnen!
    Wenn jemand sich überzeugen will, kann nachforschen:
    http://www.kispest.hu/uploads/file/kispest-ujsag/2009/ujsag0912_16.pdf

4 Kommentare leave one →
  1. Mike permalink
    4. Dezember 2009 13:40

    Hallo Pusztaranger,

    die Tatsache, dass sich geistliche der christlichen Konfessionen für die politische extreme Rechte einsetzen, ist bedauerlich. Hegedüs ist m.E. der eifrigste mit seiner rassisch-religiösen Denkweise.

    Warum aber in diesem Blog ein Bild, das ein zertrümmertes Doppelkreuz zeigt, mit dem Untertitel „Respekt“ versehen oder als „Selbsthilfe“ bezeichnet wird, verstehe ich wirklich nicht. Schließlich will ich auch keine jüdischen oder arabische Symbole geschändet sehen, selbst wenn ein Teil auch dieser Religionen extreme Ansichten vertritt.

    Die sog. „Antifa“ meint mit Demokratie wohl immer nur die eigene Freiheit. „Selbsthilfe“ nennt man das dann. Ich rede hier der Jobbik nicht das Wort, aber man muss diese Partei mit demokratischen Mitteln bekämpfen. Das Doppelkreuz zu einem „Jobbik“-Symbol zu machen, ist wirklich zu einfach. Gewalt führt zu Gewalt. Und am Ende zeigt jeder auf den anderen und keiner weiß mehr, wer angefangen hat.

    In einem Land, in dem die selbsternannten „Antifaschisten“ – beginnend von Rákosi – insbesondere auch das Christentum über Jahrzehnte unterdrückt haben, ist es ziemlich unklug, als linksdenkender christliche Symbole zu zerstören. Das führt zu einer historisch verständlichen Empörung auch bei Menschen, die mit Jobbik gar nichts zu tun haben.

    Nicht nur der Jobbik, auch der sog. „Antifa“ fehlt offenbar jedes historische Fingerspitzengefühl, gerade für die EIGENE Geschichte. Die ehemaligen Munkásörök und KISZ-Jungkommunisten in MSZP und SZDSZ sind gute Beispiele.

    Mike

    • pusztaranger permalink
      4. Dezember 2009 14:36

      Hallo Mike,

      Warum aber in diesem Blog ein Bild, das ein zertrümmertes Doppelkreuz zeigt, mit dem Untertitel „Respekt“ versehen oder als „Selbsthilfe“ bezeichnet wird, verstehe ich wirklich nicht.

      Vielleicht habe ich es nicht gut genug erklärt. Hier wird ein religiöses Symbol politisch aufgeladen, auf eine Art und Weise, die christliche Werte eigentlich komplett unterläuft und pervertiert. Und wer daran Kritik übt, übt an der Religion Kritik und ist ein „Christenhasser“. Hier geht es um die symbolische politische Besetzung des öffentlichen Raumes durch Ultrarechte unter der Prämisse von „christlichen Grundwerten“, die man per se nicht kritisieren *kann*. Das ist Teil der Strategie. Dass sich da Anwohner aufregen und zur Säge greifen, kann ich verstehen. (Ich bin katholisch sozialisiert und kein Atheist).

      Schließlich will ich auch keine jüdischen oder arabische Symbole geschändet sehen, selbst wenn ein Teil auch dieser Religionen extreme Ansichten vertritt.

      Die eigentliche Schändung ist für mich hier die politische Instrumentalisierung, aber OK, klar. Da sollte ich vielleicht doch noch einen PC-Disclaimer machen.

      Die sog. „Antifa“ meint mit Demokratie wohl immer nur die eigene Freiheit. „Selbsthilfe“ nennt man das dann.

      Ich glaube eigentlich nicht, daß das Antifa-Leute waren. Ich glaube, es waren einfach genervte Anwohner.

      Ich rede hier der Jobbik nicht das Wort, aber man muss diese Partei mit demokratischen Mitteln bekämpfen.

      Sehe ich auch so. Und auch, dass das leider nicht funktioniert.

      Das Doppelkreuz zu einem „Jobbik“-Symbol zu machen, ist wirklich zu einfach.

      Wer macht sich’s zu einfach, ich? Weil von Jobbik aufgestellte Doppelkreuze keine Jobbik-Symbole sind? (?)

      n einem Land, in dem die selbsternannten „Antifaschisten“ – beginnend von Rákosi – insbesondere auch das Christentum über Jahrzehnte unterdrückt haben, ist es ziemlich unklug, als linksdenkender christliche Symbole zu zerstören. Das führt zu einer historisch verständlichen Empörung auch bei Menschen, die mit Jobbik gar nichts zu tun haben.

      ah, OK, verstanden. Ja, so denken sicher viele. Da suche ich Ihnen noch einen Link dazu raus, Fortsetzung folgt.

      Schöne Grüsse,

      Pusztaranger

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