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Aus dem Budapester Alltag: Ein „judenfreies Auto“

11. März 2010

„Zsidómentes autó“: Judenfreies Auto

Links in der Scheibe die „Heilige Krone“ auf Arpadenflagge, das Wappen der verbotenen Ungarischen Garde, und nochmal die Arpadenflagge; rechts 2x Großungarn.

Das Foto hat eine Anwohnerin gemacht, ihr Kommentar dazu:

„In der Tóth Kálmán u., neben der Grundschule 67 in der Mester u. gibt es eine Püski-Masszi-Buchhandlung, dort stand dieses Auto. In die Schule gehen vor allem Romakinder (…). Aus der Buchhandlung sehe ich oft interessante Gestalten in interessanter Aufmachung herauskommen. Letztes Mal, als ich dort vorbeikam, war da wohl eine Buchpräsentation oder ein Vortrag, ich denke, da wollte auch der Eigentümer dieses Wagens hin (…).“

Ich habe mal nachgeschaut, Püski-Masszi (puskimasszikonyveshaz.hu) ist ein „national gesinntes“ Unternehmen mit völkischem Sortiment und Programm, Veranstaltungen dort werden auch auf dem Jobbik-Portal barikad.hu beworben.

Übrigens gibt es in Budapest inzwischen auch ein „national gesinntes“ (=ultrarechtes) Taxiunternehmen, kein Witz:

Edit:

Folgenden Kommentar von Melanie (Danke!) nehme ich mit in den Post auf, (weil sicher nicht alle auch die Kommentare lesen, und der ist gut):

„Eine kleine Bemerkung: ich würde den Sinn mit “judenrein” übersetzen, denn so versteht man eher, dass es hier um “Dreck” und um “Verunreinigung” in der Gesellschaft, d.h. im “Nationskörper” geht. Der Inhaber des Wagens impliziert damit auch, dass er die Gesellschaft “reinigen”, “befreien” will von diesen Elementen. Stehender Begriff in Ungarn: “Großputz im Frühjahr”.
Hier ein Beispiel von der täglichen Hetze im EchoTV: http://www.youtube.com/watch?v=pye42yLqKcI&feature=player_embedded. Leider in Ungarisch. Hier geht es darum, dass der Redakteur mit einem Wortspiel zwischen Anti-szemet (–> Anti-Dreck) und Antisemitismus andeutet, er sei gegen die “Verunreinigung” der Stadt und ruft damit implizit zum “Großputz im Frühjahr” auf. Was das konkret heisst, werden wir ja sehen….“

*

Edit 12.3.: Die  Kommentare beachten, da kommt gerade Leben in die Bude!

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32 Kommentare leave one →
  1. Melanie permalink
    11. März 2010 13:20

    Eine kleine Bemerkung: ich würde den Sinn mit „judenrein“ übersetzen, denn so versteht man eher, dass es hier um „Dreck“ und um „Verunreinigung“ in der Gesellschaft, d.h. im „Nationskörper“ geht. Der Inhaber des Wagens impliziert damit auch, dass er die Gesellschaft „reinigen“, „befreien“ will von diesen Elementen. Stehender Begriff in Ungarn: „Großputz im Frühjahr“.
    Hier ein Beispiel von der täglichen Hetze im EchoTV: http://www.youtube.com/watch?v=pye42yLqKcI&feature=player_embedded. Leider in Ungarisch. Hier geht es darum, dass der Redakteur mit einem Wortspiel zwischen Anti-szemet (–> Anti-Dreck) und Antisemitismus andeutet, er sei gegen die „Verunreinigung“ der Stadt und ruft damit implizit zum „Großputz im Frühjahr“ auf. Was das konkret heisst, werden wir ja sehen….

    • pusztaranger permalink
      11. März 2010 22:00

      Danke fuer Kommentar und Link! Der Typ von EchoTV sagt unter anderem: „Und wenn auch das Land ganz voller Dreck ist, wir geben nicht auf, wir saeubern unser Land. Nehmt Euch in Acht, Ihr Dreck.“ Ich musste spontan an Radio Rwanda denken, da ging es damals um „cockroaches“, Kakerlaken. Absolut grelle Hasspropaganda im ungarischen Fernsehen, vielleicht mache ich demnaechst einen extra Post dazu.

  2. Mike permalink
    11. März 2010 22:46

    Mit dem Herrn Szaniszló habt Ihr tatsächlich den kaputtesten Weltverschwörungstheoretiker erwischt. Ein fürchterlicher Mensch. Großungarn, jüdische Weltverschwörung, böse USA, „Knecht Deutschland“, uswusw. Alles, wirklich alles wird in „Weltpanorama“ gesendet, keine Theorie ist zu absurd…ich habe schon viel gesehen, aber warum man diesen DRECK – ich definiere Schmutz offenbar anders als Szaniszló – nicht vom Sender nimmt, ist mir schleierhaft. Bemerkenswert ist, dass dieser Typ irgendwann mal einen Journalistenpreis bekommen hat. „Gute Besserung“ zu wünschen dürfte bei dem zu spät sein…

    Was muss sich ein György Vámos, selbst Jude und Redakteur von Echo TV („Kiút“), denken, wenn er seinem „Kollegen“ auf dem Gang begegnet?

    • pusztaranger permalink
      12. März 2010 12:18

      Hallo Mike, willkommen zurück. Was Herrn Sz. angeht, da sind wir uns doch tatsächlich mal 100% einig. Wieso den keinen vom Sender nimmt – gute Frage! Wem gehört Echo TV nochmal…?

  3. Stechmücke permalink
    12. März 2010 08:07

    So ein Skandal! Gegen dieses antisemitische Auto sofort eine Demo mit Lichterkette von Zahony nach Sopron organisieren. Danach 3 Tage Mahnwache auf dem Heldenplatz inkl Fotoausstellung.

    • pusztaranger permalink
      12. März 2010 12:29

      So ein Skandal! Gegen dieses antisemitische Auto sofort eine Demo mit Lichterkette von Zahony nach Sopron organisieren. Danach 3 Tage Mahnwache auf dem Heldenplatz inkl Fotoausstellung.

      Du hast mit sowas kein Problem, Du findest das gut? Was sollten Leute Deiner Meinung nach tun, die sich an solchen Autos stören? Und warum so zynisch, wenn Leute an einem öffentlichen Ort an ermordete Familienmitglieder erinnern wollen?
      Na los, gib uns ein paar O-Töne.

      • Stechmücke permalink
        12. März 2010 14:55

        Wo bitte habe ich denn geschrieben dass ich das gut finde? Der Typ will provozieren und das ist ihm ja gelungen wenn hier über seine Autoaufkleber diskutiert wird. Vielleicht sollte da auch nur „mentés“ stehen weil der Fahrzeughalter unter einem Helfersyndrom leided.
        Und nun zur Mahnwache – wenn man an diejenigen erinnern würde die von denen ermordert wurden für die DU Mahnwachen organisierst wäre der Heldenplatz dauerbelegt. Csak néha vissza nyal a fagyi…
        Schönes Wochenende!

      • Mike permalink
        12. März 2010 15:17

        @ Stechmücke: Zsidómentés Autó??? Ist nicht Dein Ernst, oder? Auch wenn man über vieles, was hier geschrieben wird, streiten kann: Dein Kommentar ist das dümmste, was ich in diesem Blog bislang gelesen habe. Sind doch nicht im Kindergarten!

        Man sieht hier wirklich, wie schlimm die Sitation ist. Erzlinke suchen überall Antisemitsmus und Rassismus, und Rassisten und Antisemiten versuchen, sich mit erbärmlichsten Argumenten zu exkulpieren.

        Die Wahrheit liegt wieder mal dazwischen.

        Die Opfer des Kommunismus werden übrigens tatsächlich gerne vergessen, und zwar gerade von denen, die heute groß über Demokratie plappern. Ildikó Lendvai, Imre Szekeres, Gyurcsány Ferenc…alles Leute mit einer Vergangenheit vor 1989, bei der mir das Kotzen kommt. Und ja: Viele kommunistische Verbrecher waren Juden (Bauer Miklós, Rákosi, Gerö, Farkas…) – kein Grund für Antisemitismus, aber ein Thema, das man historisch nicht verschweigen sollte.

      • Stechmücke permalink
        12. März 2010 16:07

        @ Mike Wie geil ist das denn, dass du meine ironisch gemeinten Kommentare so sauernst nimmst. Danke, danke ich lach mich grad schief! Wenn es dich beruhigt, es würde dann ja auch Zsidó Mentö heissen, oder? Ob dass mit den Arpadfahnen zusammen passt weiss ich nicht. Bestimmt ist das in Wirklichkeit der Dienstwagen eines Mossad- Agenten der sich so tarnen möchte (Das meine ich jetzt toternst!)

        Und nochwas, wahrscheinlich glauben auch nur Gutmenschen wie Pusztaranger dass eine rechte Partei wie Jobbik natürlich keine Anhänger mit jüdischen Wurzeln haben kann, gibt es aber – ich kenne selbst welche.

      • Mike permalink
        12. März 2010 22:34

        Worüber ich mich aufrege, ist u.a. die Tatsache, dass derartige Bemerkungen und rechte Weltverschwörungstheorien dazu führen, dass man Ungarn hierzulande als rechtsradikale Volltrottel darstellt und das Land genau deshalb fortwährend unter der Beobachtung der linksintellektuellen Gutmenschen ist. Und darüber, dass man mit solchen Aufklebern und Bemerkungen in Zeiten des Internet das Bild eines Landes (mit)prägen kann. Ihr Jobbikosok seid – neben der Népszava u.a. Schmierblättern, die seit Jahren im Stile eines Brennglases das angeblich „rechtsradikale Ungarn“ im Ausland propagieren – schon mit dafür verantwortlich, dass das Ungarnbild ist, wie es ist. Ihr seid die „self fulfilling prophecy“. Aber so weit denkt die „Szebb Jövöt“ Fraktion eben nicht. Weil sie meint, sie brauche niemanden außer sich selbst und könne die Welt auf den Kopf stellen.

      • Stechmücke permalink
        13. März 2010 18:11

        Dieses Auto ist eine Ausnahme. Oder glaubst du wirklich dass jeder Jobbikos seine Karre so herrichtet? Diese Partei wird im April hauptsächlich von solchen Leuten ins Parlament gewählt, denen du ihre politische Einstellung niemals ansehen könntest. Was irgendwelche linken Schmierfinken in D über Ungarn schreiben ist mir ehrlich gesagt scheissegal. Wegen deren wahnhaften political correctness ist diese mittlerweile höchst unglaubwürdig und die Leute die deren Dreck noch für bare Münze nehmen tun mir sogar leid. Für die war bevor Jobbik bekannt wurde sogar Fidesz faschistisch und rechtsradikal.
        Ich danke Gott dass in Ungarn die Mehrheit der Bevölkerung nicht so hirnkastriert und mit Schuldkomplexen behaftet ist wie die meisten Deutschen. Jedoch gibt es in fast allen europäischen Ländern einen Trend nach rechts, warum wohl? Sind plötzlich alle verrückt geworden, oder liegt das daran dass immer mehr kapieren dass mit dieser Gutmenschen- und Versagerpolitik kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist.
        Linksliberale können kritisieren,aber das ist auch das einzige was sie können. Was haben die denn sonst noch geleistet? Oder anders gefragt, gibt es überhaupt was, wo sie nicht versagt haben? Im Angesicht dieser Arschlöcher hat sogar eine Partei wie Jobbik eine Chance verdient, noch schlechter können die es auch nicht machen.

      • Mike permalink
        13. März 2010 23:44

        Jedenfalls verharren die Deiner Ansicht nach „hirnkastrierten“ Deutschen nicht tagtäglich in der Vergangenheit einer vermeintlich großen Nation und schluchzen über das ach so furchtbare Schicksal, wie es die Pörzse Sándors u.a. tun. Fest steht: Probleme der Zukunft lösen wir kaum mit einem weinerlichem Blick in die Vergangenheit.
        In der Welt von Jobbik sind immer nur die anderen schuld, denn die Ungarn sind ja wegen ihrer außerirdischen Herkunft besonders intelligent und stammen von den Sumerern ab… 😉

        Eine Wette um einen Kasten bayerisches Bier: Auch Jobbik wird den Beweis erbringen, dass sie viel reden und gar nichts können. Das hat auch in Deutschland noch jede rechtsradikale Partei unter Beweis gestellt. Warum sollte es in HU anders sein? Wegen einer Morvai-MILF? Lach…

      • Stechmücke permalink
        14. März 2010 19:42

        Nein, die hirnkastrierten Deutschen schwelgen nur tagtäglich in ihren Schuldgefühlen und tun auch alles dafür dass diese Schuldgefühle von Generation zu Generation weitervererbt wird und alles so hinzunehmen wie es eben kommt. Schliesslich waren ihre Grossväter ja alle Verbrecher! Wenn jemand kritisch darüber denkt, bzw anfängt nachzudenken ob das auch wirklich so sein soll, trifft ihn die Nazikeule mit voller Wucht. Dumm nur dass dieser 68-er Tumor sie früher oder später als Nation dahinraffen wird. Du wirst sehr bald schon ein Fremder in deinem eigenen Land werden und es ist auch nicht sicher dass du dann noch dein bayerisches Bier trinken kannst. In islamischen Ländern gibt es nämlich keinen Alkohol. Dann kannst du zu Scharia und Muezzingeplärre Freudentänze aufführen, dass dieses hirnlose Toleranzdenken und dessen resolute Durchsetzung über jedes völkische Denken erhaben war. Viel Spass schonmal im Voraus!

      • Mike permalink
        14. März 2010 19:45

        Gute Besserung 🙂

      • Stechmücke permalink
        14. März 2010 20:29

        Dir auch! 🙂

        Mike sagt:
        13. März 2010 um 23:44

        In der Welt von Jobbik sind immer nur die anderen schuld, denn die Ungarn sind ja wegen ihrer außerirdischen Herkunft besonders intelligent und stammen von den Sumerern ab!

      • Mike permalink
        14. März 2010 21:17

        Muahaha, Du meinst wirklich, das sei meine Idee? Na dann lies mal, was ein ehemaliger Staatssekretär so von sich gegeben hat:

        „Während die DNS der menschlichen Rasse innerhalb einer gegebenen Länge zwei bis drei Drehungen aufweist, weist die der ungarischen Rasse neun Drehungen auf …, was wiederum mit der Drehzahl des vom Planet Sirius auf die Erde kommenden Lichtes identisch ist. Aus dieser Tatsache resultiert der kosmische Ursprung der ungarischen Intelligenz, der ungarischen Seele und des ungarischen Geistes und darauf geht die Auserwählung des ungarischen Volkes zurück.“

        Muahaha!

        Und auch die Sache mit den Sumerern blasen sämtliche pseudo-Wissenschaftler der extremen Rechten seit Jahren raus. Eine Kostprobe von Szaniszló:

        „Mi, sumérok, szkíták, etruszkok, kelták, hunok, vagyis magyarok megszenvedtük választottságunkat.[…] Irigyeink, megszállóink […] valójában megszállottan keresik az elixírt, hogy hogyan válhatnának magyarrá, hogyan osztozhatnának titkainkban, választottságunk előnyeiben.“

        „Ma messzire kalandozunk, sumér elődeink földjére, a közép-keleti pusztaságokra, melyek egykor a földgolyóbis civilizációját, kultúráját teremték édenkerti bőségükkel.“

        Weißt offenbar gar nicht, wem Du so zujubelst 🙂

        Einfach mal magyar+sumér googeln. Da wird man eben (leider) zwangsweise zur Parodie. Und Gottes auserwähltes Volks sind die Magyaren auch…laut Szaniszló. Wer sich für unfehlbar und auserwählt hält, der sucht eben die Fehler bei anderen.

      • Stechmücke permalink
        14. März 2010 21:29

        Mike sagt:
        14. März 2010 um 21:17

        Wer sich für unfehlbar und auserwählt hält, der sucht eben die Fehler bei anderen.

        Kleiner Antisemit, oder was? ,-)

      • Mike permalink
        14. März 2010 22:02

        Ein untauglicher Versuch, Du Sumerer … diese ewigen Stereotypen locken hier keinen mehr hinterm Ofenrohr hervor. Aber vielleicht durchschaue ich den wahren Witz Deiner Aussagen wegen Deiner kosmischen Intelligenz nicht. 🙂

        Habe übrigens grad noch den Namen des „Genies“ gefunden, der den o.g. Schwachsinn über die besondere magyarische Intelligenz verbreitet hat:

        Dr. Grespik László, Rechtsanwalt

        Macht gerade als Verteidiger von György „Gyuszi“ Budaházy von sich reden.

        Ich selbst werde mir morgen gleich noch ein paar Kästen bayerisches Bier kaufen, bevor der Gottesstaat beginnt, und mich in mein deutsches schlechtes Gewissen zurückziehen. Natürlich nicht, ohne Dir dafür zu danken, dass Du hier im Forum das Bild Ungarns so „positiv“ geprägt hast. Da hab ich mich wohl die letzten Monate völlig umsonst mit Pusztaranger gezofft… 🙂

      • pusztaranger permalink
        15. März 2010 11:37

        Natürlich nicht, ohne Dir dafür zu danken, dass Du hier im Forum das Bild Ungarns so “positiv” geprägt hast. Da hab ich mich wohl die letzten Monate völlig umsonst mit Pusztaranger gezofft… 🙂

        Na da hol ich mir doch auch gleich einen Kasten und stoss mit Ihnen an, Mike! 😀

        Stechmücke, ich schlage vor, Du fragst mal im Bekanntenkreis nach, ob da einer gut deutsch kann und intelligenter argumentieren als Du, und gibst ihm den Link. Nur um das Niveau etwas zu heben.

      • Stechmücke permalink
        16. März 2010 18:27

        Stechmücke, ich schlage vor, Du fragst mal im Bekanntenkreis nach, ob da einer gut deutsch kann und intelligenter argumentieren als Du, und gibst ihm den Link. Nur um das Niveau etwas zu heben.

        Jupp, mach ich doch gerne. Den Link sende ich am besten an die baloldalifront.hu. Danach kannst du mit den ganzen Quantenphysikern und Neurochirurgen dort auf dem deiner Seite würdigen Niveaulevel argumentieren.

      • Mike permalink
        16. März 2010 19:21

        Hallo Pusztaranger,

        wirklich lehrreiche 3 Tage. Pfeifer beschimpft mich als paranoid und „ignorant“ für meine Ansichten und rückt mich in die Nähe des Antisemitismus (!). Fast zeitgleich werde ich für angebliche Zitate aus „hagalil“ vom anderen Ende der politischen Skala beschimpft. Irgendwas passt hier nicht…

        Was beide Seiten verbindet, ist die beleidigende Art, die totale Fokussierung auf die eigene Sichtweise und die völlige Verweigerung, in die Diskussion einzutreten (Zitat: „Interessiert mich nicht und gehe ich nicht darauf ein“).

        Quod erat demonstrandum!

      • pusztaranger permalink
        17. März 2010 14:37

        Mike, fassen Sie sich mal an die eigene Nase, in Ihrer Empörung haben Sie auch einen recht rüden Tonfall drauf. Meine Sympathien liegen ganz klar bei Herrn Pfeifer und Melanie, und ich freue mich, dass sie sich hier die Mühe machen und kommentieren.
        Sie wiederum haben sich sehr engagiert um Stechmücke gekümmert, nur weiter so.

        Man sieht hier die Tage ganz gut, dass Meinungen aufeinanderprallen, zum Teil auch unvereinbar sind, dass Begrifflichkeiten unterschiedlich gehandhabt und Diskussionen deswegen auch abgebrochen werden. Das Ganze hochgerechnet auf Ungarn, und meine LeserInnen bekommen vielleicht ein Gefühl dafür, wie in Ungarn die Stimmung ist.

        Nach den Wahlen können wir uns dann gerne weiterstreiten, was wir unter einer „Diktatur“ verstehen.

      • Stechmücke permalink
        16. März 2010 15:31

        Alles klar! Hast du natürlich alles auf der Cyber -Klagemauer Hagalil gefunden. Höchst objektiv und stehts glaubwürdig, lol. Dieser esoterische Schwachsinn ist politisch unrelevant, sollte das denn auch wirklich so stimmen. In Zukunft werde ich dann eben aus Altermedia zitieren…

        Durch meine Aussagen hier präge ich selbstverständlich das Bild Ungarns mit.
        Wenns dir noch nicht aufgefallen ist,jeder Artikel hier ist negativ und anklagend. Warum hier aber mittlerweile solche Zustände herrschen wird nicht erklärt, wäre ja für die linke Sache auch kontraproduktiv. Und zoff dich lieber mit diesem scharfsinnigen Starjournalisten von Jungleworld (ja Fidesz hat „gute Chancen“ die Wahl zu gewinnen :-)) der scheint mindestens genauso penetrant zu sein. Frag ihn auch mal, wo er das Wahlplakat von Jobbik mit Peres und Pfeilkreuz gesehen hat,ausser ihm selbst hat dies wahrscheinlich noch kein anderer gesehen…
        üdv Sumerorszagbol!

      • pusztaranger permalink
        16. März 2010 16:38

        In Zukunft werde ich dann eben aus Altermedia zitieren…

        Dann blockier ich Dich, Schätzchen. Nicht auf meinem Blog.

        Wenns dir noch nicht aufgefallen ist,jeder Artikel hier ist negativ und anklagend. Warum hier aber mittlerweile solche Zustände herrschen wird nicht erklärt,

        Ich blogge über Dinge, die mich persönlich nerven, und will hier für deutschsprachige LeserInnen auf bestimmte Dinge aufmerksam machen. Wen’s nervt, braucht es nicht zu lesen, oder soll seinen eigenen Blog machen und mir den Link posten, ich kommentiere auch gerne.

  4. Melanie permalink
    12. März 2010 09:57

    Lieber Pusztaranger, wenn Du so lieb bist, und meinen Kommentar veröffentlichst, dann hier noch eine Bemerkung:

    Der Fernsehsender Echo TV gehört dem künftigen Wirtschaftsminister Ungarns in der künftigen Fidesz Regierung, dem Medienmagnat, Gábor Széles (dass Fidesz die Parlamentswahlen im April gewinnt, ist bereits jetzt klar). Széles gehört auch die Tageszeitung Magyar Hírlap (Ung. Nachrichtenblatt). Beide Medien hetzen in der erwähnten Art und Weise tagtäglich und Stunde für Stunde (http://oe1.orf.at/highlights/119268.html).
    Gerade in diesen Tagen hat ein in beiden Medien arbeitender leitender Redakteur, Zsolt Bayer, Gründungsmitglied von Fidesz (heute ohne Parteibuch) und guter Freund von Ungarns künftigem Ministerpräsidenten, Viktor Orbán, den Preis für den „geistigen Heimatschutz“ bekommen. Mit dem Preis werden diejenigen ausgezeichnet, die wollen, dass „Ungarn ein magyarisches Land bleibt“ (http://www.magyarhirlap.hu/kultura/a_szellemi_honvedelem_dija.html). Was darunter zu verstehen ist, wird uns von Bayer regelmäßig vorgeführt. Er ist bekannt von seinen antisemitischen und antiziganistischen Äußerungen, produziert eine Fersehserie mit dem Titel „Mélymagyar“, den man ins Deutsche mit „Wurzelecht“ oder „Rassenrein“ übersetzen könnte, meint, Roma seien „keine Menschen, sondern mörderische Tiere, die uns ins Verderben stürzen wollen“ und Juden würden „ihren widerlichen Rotz in das Schwimmbecken der Nation ausblasen“.

  5. Mike permalink
    12. März 2010 15:08

    @ Melanie:

    1. Gábor Széles wird nicht Wirtschaftsminister, ist noch nicht enmal für diesen Posten ernsthaft im Gespräch. Im Gespräch ist der ehemalige Nationalbankpräsident Zsigmond Járai, György Matolcsy und (aber eher als Außenseiter) Mihály Varga. Von Széles, der mit seinem Firmenkonglomerat genug zu tun hat, habe ich in diesem Zusammenhang noch nie gehört…

    2. Über Bayer Zsolt kann man denken, was man will. Ich selbst mag ihn nicht besonders. Gerade die ungarische Linke pflegt ihn als Feindbild seit langem. Bayer provoziert auch regelmäßig und überschreitet Grenzen, die man besser nicht überschreiten sollte – gerade der Artikel über das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden war schlimm. Aber muss man Sachen dazu erfinden??

    Zunächst mal ist Bayer gar kein „echter Magyare“, sondern Sohn von Donauschwaben. Das wird ihm, der übrigens auf den rechten Portalen regemäßig aufs wüsteste beschimpft wird, regelmäßig zum Vorwurf gemacht.

    Die Sendung Mélymagyar mit „rassenrein“ ins Deutsche zu übersetzen, scheint mir grob verfehlt. Wer die Sendung und den zugehörigen Trailer kennt, weiß, dass es dort um Probleme „unterhalb der von den Medien präsentierten Oberfläche“ geht. Ich empfinde den Titel als Umschreibung für eine „tiefe“ oder auch „gründliche“ Betrachtung der ungarischen Wirklichkeit. Muss man also wirklich überall Rassismus und Antisemitismus suchen?

    Derzeit wird Bayer übrigens gerade von der rechtsradikalen Jobbik aggressiv attackiert.

    Wirklich schlimm ist die Sendung „Világpanoráma“ und Teile der Anrufer bei „Kibeszélö“. Die Bayer-Sendungen kann man hassen, aber zu behaupten, Echo TV hetze „Stunde um Stunde“, geht wirklich zu weit.

    Schönes Wochenende!

    • Melanie permalink
      12. März 2010 16:36

      Zu Szeles: Hör mal besser zu, dann wird es auch Dir auffallen. Szeles ist seit Langem für den Posten als Wirtschaftsminister im Gespräch.

      Zu Bayer: Nur Rassisten zählt die Abstammung einer anderen Person. Mir ist vollkommen egal, ob er ein Donauschwabe ist oder nicht.

      Zu „Melymagyar“: Er ist ein Begriff aus der Zeit zwischen den beiden Welkriegen und ist der Gegensatz zu „Higmagyar“. Das Gegensatzpaar wurde von Laszlo Nemeth 1939 aufgestellt. „Mélymagyar“ ist der Nationalgesinnte, „Higmagyar“ (–> Obeflächenmagyare) der Oberflächliche und Wurzellose. „Higmagyar“ ist derjenige, der die Nation atomisiert und im Grunde der Feind der Nation ist. Wer ist das wohl????
      „Melymagyar“ ist nach Nemeth eindeutig derjenige, der dem Volks- und Rassencharakter entsprechend agiert. Bayer greift den Begriff nicht umsonst auf. Er aktualisiert ihn.

      Dass ihn Jobbik gerade attackiert, ist kein Argument für Bayer.

      Gleichfalls! 🙂

    • Melanie permalink
      12. März 2010 16:44

      OK., 1 zu 0 für dich.

      Gerade ist die Nachricht erschienen, dass Matolcsy wohl Wirtschaftsminister sein wird.
      Ich denke jedoch, dass Szeles auch einen großen Posten bekommt…..

  6. Mike permalink
    14. März 2010 09:53

    Für alle, die sich noch immer wundern, woher (auch) der Rechtsruck kommt…hier einige Impressionen zur wirtschaftlichen Entwicklung seit 2002 – aus oppositioneller Sicht:

    http://amieveink.blog.hu/2010/03/08/a_film_17

    (leider nur auf ungarisch)

    • Stechmücke permalink
      14. März 2010 20:08

      Du streusst hier Perlen vor die Säue! Oder was sind schon diese Zahlen im Vergleich dazu, dass vorgestern um halb fünf wieder zwei Magyar Gardista durch Bivalybasznád spaziert sind…

  7. pusztaranger permalink
    14. März 2010 11:46

    Endlich mal richtig was los hier, sehr schoen.

  8. Mike permalink
    17. März 2010 22:57

    Das hier war und ist kein „wer ist der netteste“ Wettbewerb, Sympathie von politisch andersdenkenden ist mir daher nicht wichtig. Und was Sie sagen, stimmt: Der Dialog ist in einigen Punkten kaum möglich. Aus meiner Sicht argumentiert „Ihr“ Linke zu sehr aus einer scheinbar moralisch überlegenen Position, was mir grundsätzlich missfällt. Den gleichen Vorwurf macht Ihr möglicher Weise auch mir. So ist es eben mit der subjektiven Sichtweise.

    Bleibt zu sagen: Ich fühle mich zwischen Antifa und der Rechtsextremen, ausgesetzt den Vorwürfen beider Seiten, eigentlich ganz wohl. Das ist nämlich die Mitte…wenn mir aber jemand mein bayerisches Bier wegnimmt, werd ich zum Extremisten 🙂

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