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Steile Karriere: Vom T*ttenblatt zur Präsidentin der neuen Nationalen Medienbehörde

13. August 2010

Selten so gelacht: Annamária Szalai, die eben auf neun (!) Jahre ernannte Präsidentin der neuen Nationalen Medienbehörde, war in den 90ern Chefredakteurin eines Erotikmagazins. Ein paar Kostproben auf 168ora.

(Edit 20.10.: Hier nochmal schön groß.)

Die Sache kam eigentlich schon 2003 ans Licht. Der linken Népszava sagte Szalai, damals Fidesz-Abgeordnete, sinngemäss, das Magazin „Miami Press” sei nicht gerade der Höhepunkt ihres Schaffens gewesen, aber sie hält es nach wie vor für vertretbar  (webbulvar).

Damals gab es so gut wie kein Medienecho, und auch jetzt sucht man  in den regierungsnahen Medien vergeblich nach Reaktionen oder Stellungnahmen.
Mir persönlich wäre herzlich egal, was die Dame in ihrem Leben schon alles gemacht hat. „Miami Press” war kein Hardcore-Blatt und die Sache ist 19 Jahre her, aber bei all dem nationalkonservativen Getöse der neuen Regierung hat die Sache doch grossen Unterhaltungswert. Man wird sehen, wie Szalai ihren Job macht – ein Aspekt davon wird sein, die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf bestimmte Werte hin zu streamlinen,

u.a. Heimat, Familie, Traditionen etc. Gleichzeitig sollen Strafen für „falsche Berichte“ im Strafgesetz erhöht werden und auch auf das Internet inkl. private Blogs ausgedehnt werden. (Pester Lloyd)

Na schönen Dank auch.

Weiterlesen auf Hungarian Spectrum und ungarisch auf Galamus.hu.

Hier der Pester Lloyd zum umstrittenen Mediengesetz:

Erste Teile des umstrittenen Mediengesetzes verabschiedet

Der erste, strukturelle Teil des sehr umstrittenen neuen Mediengesetzes in Ungarn, ging am Donnerstag im Eilverfahren durch das ungarische Parlament. Danach wird die Aufsichtsbehörde für Telekommunikation NHH mit der Fernseh- und Rundfunkaufsicht ORTT (die u.a. auch für Frequenzvergaben zuständig ist) fusioniert, zur NMHH als „autonome Behörde der öffentlichen Verwaltung“. Der „autonome“ Präsident der Behörde wird direkt vom Ministerpräsidenten ernannt und zwar gleich für neun Jahre.
Zusammensetzung, Kompetenz und Ernennung des Medienrates und einer Art Beisitzergremiums für gesellschaftliche Gruppen sollen bis Herbst geregelt sein, doch auch hier zeichnet sich ab, dass die Macht über die öffentlich-rechtlichen Medien demnächst direkt im Büro des Ministerpräsidenten ausgeübt werden wird, die Fidesz-Ankündigungen dazu waren eindeutig. Anfang Oktober erhalte dann „jedes Medium“ einen neuen Chef. Außerdem soll in die neue Verfassung ein neuer Medienartikel eingefügt werden, der die Inhalte der öffentlich-rechtlichen „Anstalten“ auf bestimmte Werte festschreibt, u.a. Heimat, Familie, Traditionen etc. Gleichzeitig sollen Strafen für „falsche Berichte“ im Strafgesetz erhöht werden und auch auf das Internet inkl. private Blogs ausgedehnt werden. Die Protestbewegung gegen diese Gleichschaltungswelle ist im In- wie Ausland breit, aber bisher wirkungslos. Die Grün-Bürgerliche Partei LMP kündigte den Gang vor das Verfassungsericht an, auch die Europäische Kommission könnte gegen Teile des Gesetzes rechtlich vorgehen.

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