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Ungarische Regierung plant internationale Zentraldatenbank für ethnische Ungarn

6. November 2010

Die ungarische Regierung plant offenbar, alle Ungarn auf diesem Planeten in einer zentralen Datenbank zu erfassen (összmagyar regiszter), quasi eine internationale „Volkszählung“. Davon versprechen sie sich Möglichkeiten für bessere Lobbyarbeit. „Wir werden um jeden Ungarn kämpfen“, so Zsolt Semjén, Vorsitzender der Koalitionspartei KDNP. Die Daten sollen über das Internet gesammelt werden.

Quelle: HirTV

Die scheinen tatsächlich davon auszugehen, daß alle Ungarn weltweit politisch mit ihnen auf einer Linie liegen und die gewünschten Personendaten bereitwillig zur Verfügung stellen. Dream on.

Und da wäre auch noch das Problem mit der Definition. Denn wie man weiß, definiert die Fidesz-KDNP-Regierung das ungarische Volk als Abstammungsgemeinschaft (siehe mein Post), und somit sind hier nicht etwa alle Menschen mit ungarischen Wurzeln gemeint, die oder deren Familien Ungarn/das Karpatenbecken irgendwann verlassen haben,  sondern nur die magyarischen Volksgenossen. Und wer soll hier auf welcher Grundlage definieren, wer als Magyare gilt und wer nicht?  Werden jetzt weltweit alle Personen mit ungarischen Familiennamen von der ungarischen Regierung angeschrieben und gebeten, einen Abstammungsnachweis über 4 Generationen auszufüllen, um sicher zu gehen, dass keine Juden oder Roma ihre Kartei „kontaminieren“?  Oder werden die womöglich gesondert erfaßt? Und wie viel „ungarisches Blut“ muß man als Auslandsungar der x-ten Generation wohl haben, um bei denen als Magyare durchzugehen – ob da Kategorien wie „Mischling“, Halb-, Viertel-, Achtelmagyare eingeführt werden?

Ich werde ein Auge drauf haben und updaten.

Na bitte, schon ein

Update 8.11.2010:

Von der internationalen zur nationalen Volkszählung: 2011 soll es in Ungarn wieder eine geben, und wie ich eben lese, plant die Regierung eine Gesetzesänderung, die erlaubt, in Zukunft auch die Wohnadresse  mit aufzunehmen. Wenn also außer Name, Geschlecht und Schulabschluss auch die Wohnadresse mit aufgenommen wird, können die Befragten, die z.B. in Einfamilienhäusern (auf dem Land die Regel) wohnen, relativ einfach identifiziert werden.

Da braucht dann bloß noch die Ethnizität oder Religion abgefragt zu werden.

Update 11.11.2010: Die Népszabadság heute:  „Ungar ist, wer mich wählt.“

Die ungarischen Minderheitenorganisationen in Rumänien und der Slowakei  bekamen bislang noch keine Antwort auf ihre Frage, wer nach welchen Kriterien in das „Nationale Register“ aufgenommen werden soll, und welche Rolle ihnen bei seiner Zusammenstellung zugedacht ist. Leicht dürfte das nicht werden, man sieht Datenschutzprobleme. Die Bukarester Új Magyar Szó bemängelt die fehlenden Kriterien, und fügt hinzu:  „Ungar/Magyare  ist, wer die Politik der Regierung gutheißt, und kein Magyare  ist, wer sie nicht gutheißt.  (…) Magyare ist, wer mich wählt. Punkt.“

Update 21.11.2010:  Der Standard: „Orbán-Regierung plant „Register aller Ungarn“

22.11.: Pester Lloyd: Regierung will „Weltregister der Ungarn“ anlegen.“

Update 23.6.2011: Pester Lloyd: Nationalregister „der Ungarn in der Welt“ vor dem Start

10 Kommentare leave one →
  1. 6. November 2010 18:09

    Wenn man bedenkt, dass sich die Ungarn bereits auf dem Zug ins Karpatenbecken mit allen möglichen Völkern „eingelassen“ haben und neben diversen Vokabeln sicherlich auch einige Gene übernommen haben… Und wenn man bedenkt, dass nach dem Mongolensturm die Ungarn bereits in der Minderheit waren und haufenweise Deutsche ins Land geholt wurden (naja, wenigstens Arier, nicht war?)… Und wenn man bedenkt, dass die Türken sicherlich neben dem Kaffee auch ein paar uneheliche Kinder hier gelassen haben und dass hinterher schon wieder lauter Deutsche angesiedelt wurden…

    … kann man zum dem Versuch, „reinrassige“ Ungarn zu definieren, eigentlich nur laut und deutlich sagen: Bullshit. Oder meinetwegen auch Bikaszar!

  2. Melanie Pachofer permalink
    6. November 2010 23:29

    Also:
    „Magyaren“ sagt man im Sinne der „Abstammung“ und „Ungarn“ im Sinne der Republik. So kann man ganz gut unterscheiden zwischen halb- oder Achtelmagyaren, wie Du es richtig schreibst.
    Und dann ist es aber auch „magyarisches Blut“ konsequenterweise.
    Na, dann gute Nacht…….

    (Übrigens, danke für Deine Beiträge! Die sind total wichtig!!!)

    • 7. November 2010 18:11

      Also ich möchte nicht in einer zentralen Datenbank stehen egal aus was für einen Grund auch immer. Dies ist in der Realität auch kaum durchzuführen. Es handelt sich hier um einen Staat der vor hat die Rechte anderer Staatsbürger außerhalb Ungarns zu beschneiden. Außerdem ist die Sammlung der Daten kostenintensiv, ohne die Zusammenarbeit von anderen Staaten kaum möglich und verstößt zum Beispiel gegen den deutschen Datenschutz. Ohne die Zustimmung jedes Einzelnen „ethnischen Ungar“ ist diese Datenbank illegal, die Regierung hat dazu keine Legitimation!

      Wie kann sich eine Regierung anmaßen über andere Staatsbürger eine zentrale Datenbank erstellen zu wollen.

      Was soll diese Datenbank überhaupt bewirken?
      – Werbung für die Annahme der ungarischen Staatsbürgerschaft
      – Untermauerung der Forderung des Baues von ungarischen Kultureinrichtungen im Ausland
      – Ablenkung von der Innenpolitik
      – wirtschaftliche Interessen
      – …

      Aus dieser Nummer wird nichts, meiner Meinung nach und wenn dann gibts aber von den anderen Staaten was auf die Finger!

  3. Mike permalink
    7. November 2010 22:21

    Hallo,

    Sie schreiben: „Denn wie man weiß, definiert die Fidesz-KDNP-Regierung das ungarische Volk als Abstammungsgemeinschaft (siehe mein Post), und somit sind hier nicht etwa alle Menschen mit ungarischen Wurzeln gemeint, die oder deren Familien Ungarn/das Karpatenbecken irgendwann verlassen haben, sondern nur die magyarischen Volksgenossen.“

    Ist das so? Ich empfehle, das Einbürgerungsgesetz und (aktuell) den einleitenden Vortrag vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Zsolt Semjén (KDNP) auf der „Máért“ – Tagung (ein Treffen ungarischer Parteien und Interessenvertreter) vom 5.11.2010 anzuhören (abrufbar unter http://www.hirado.hu).

    Semjén hat dort ausdrücklich klargestellt, dass, anders als z.B. im Englischen, die Frage der „Ethnie“ – d.h. auch des ethnischen Ungarntums – „selbstverständlich nicht“ im Sinne einer Bluts- oder Abstammungsgemeinschaft gemeint ist, sondern im Sinne eines (Zitat) „Bekenntnisses zur historischen, kulturellen und identitätsbezogenen Schicksalgemeinschaft“.

    Ethnischer Ungar ist also nach o.g. Definition Semjéns derjenige, der sich zum Ungarntum BEKENNT- eine Sichtweise, die übrigens an die Sichtweise zur Zeit der Monarchie angelehnt ist. Dass das mit rassischen Fragen nur wenig zu tun hat, können Sie an einem Beispiel ablesen, dass Sie bestimmt kennen: Ein gewisser Alexander Petrovics, Sproß einer slowakischen Familie und geboren in Malý Keres (damals Kiskörös in Oberungarn), ging in die Geschichte ein als größter ungarischer Dichter, nicht etwa weil er Bluttests oder Nachweise á la Pusztaranger über sich ergehen ließ, sondern weil er sich zum Ungarntum bekannte und Sándor Petöfi sein wollte…

    Mit welchen Tatsachen begründen Sie denn Ihre als Frage formulierte Unterstellung, Roma und Juden könnten nach Auffassung der Fidesz-KDNP keine Ungarn sein? Vermischen wir mal wieder Fidesz/KDNP und Jobbik?

    Die jetzt beschlossene erleichterte Einbürgerungsmöglichkeit steht ALLEN Menschen mit ungarischen Wurzeln offen, oder präziser: Menschen, deren Vorfahren ungarische Staatsbürger waren (z.B. des Königreichs Ungarn). Soweit ersichtlich, bedarf es zur vereinfachten Einbürgerung lediglich eines Nachweises ungarischer Vorfahren sowie eines Bekenntnisses zu Ungarn im o.g. Sinne. Ist in Spanien auch nicht anders. Ihr putziges Beispiel der „Achtelungarn“ ist insoweit nur wenig aussagekräftig – diese Frage wird nämlich nicht gestellt, sie würde dem Gesetzeszweck widersprechen.

    Man findet genug Kritikwürdiges an Fidesz-KDNP. Aber muss man deshalb die Bestrebungen zur Staatsangehörigkeit faktisch in die Nähe der Nürnberger Rassengesetze rücken („Juden“, „Roma“, „kontaminieren“), ohne belastbare Fakten auf den Tisch zu legen?

    • 8. November 2010 06:17

      Pusztaranger hat nicht vom neuen Gesetz über die erleichterte doppelte Staatsbürgerschaft geschrieben sondern über das összmagyar regiszter, das Semjén angekündigt hat. Dazu gibt es meines Wissens keinen Gesetzestext, den man nachlesen könnte. Für die Aufnahme in eine solche Datenbank werden aber sicherlich andere Kriterien gelten als für die Staatsbürgerschaft.

    • pusztaranger permalink
      8. November 2010 17:00

      „Man findet genug Kritikwürdiges an Fidesz-KDNP. Aber muss man deshalb die Bestrebungen zur Staatsangehörigkeit faktisch in die Nähe der Nürnberger Rassengesetze rücken (“Juden”, “Roma”, “kontaminieren”), ohne belastbare Fakten auf den Tisch zu legen?“

      Wie ist das sonst zu verstehen, daß Orbán inzwischen offen Pfeilkreuzlervokabular verwendet? So auch auf ebendieser “Máért” – Tagung (mehr dazu beim Pester Lloyd), dort hat er wieder den Begriff „nemzettestvér“ verwendet wie schon bei seiner Rede am 23.10.
      Die Rede in Auszügen bei Galamus.hu.
      Gucken Sie nach und erklären Sie mir, was ich falsch verstanden habe.

  4. Német Csilla permalink
    8. Dezember 2010 14:04

    Hallo! Quatsch Datenbank und Kontamination!

    Die Sache ist sehr einfach: Die Leute, die sich für Ungaren halten, stellen einen Antrag, wenn sie das wollen. Es wird keine ungarische Staatsbürgerschaft automatisch verteilt und aus der Initiierung der ungarischen Regierung wird nichts personenbezogenes unternommen, lediglich die Prüfung der Angaben aus den eingereichten Anträgen. Ganz bestimmt werden aus ungarischen Initiativen keine Listen mit fremden Bürgern erstellt oder Daten dafür gesammelt! Die Regierung wäre sehr froh, wenn sie diesbezüglich gar nichts zu tun hätte, die haben genügend andere Sachen zu tun! Die würden sich freuen, wenn die Einbürgerungsgestze und Regelungen nie eine Anwendung finden würden!

    Diese Repatriirungsmöglichkeit, ungarischstämmige nach Prüfung deren eigenen Anträgen besteht seit vielen Jahren in Ungarn. Jetzt wurde nur international bekannt gemacht und die Genehmigung ein bisschen beschleunigt. Antragsteller müssen keine ca. 3-7 Jahre mehr warten auf eine Entscheidung.

    Übrigens das Gesetz ähnelt mit vielen ähnlichen Wiedereinbürgerungsgesetzen aus vielen anderen Ländern. Ich kenne die Deutsche Verfassung am besten, siehe GG Art.116. Weder das ungarische Gesetz noch die praktische, konkrete Vorgehensweise in Gewährung der Wiedereinbürgerung (in D. z.Z. für Spätaussiedler) unterscheiden sich kaum von den Gesetzen und Regelungen anderer Staaten. Inbegriffen ist auch der Fakt, dass auch andere internationle Repatriierte aus unterschiedlichen Gründen ihre vorherige Staatsbürgerschaft behalten können oder müssen.

    Natürlich würde ich auch als Roma oder Jüdin oder als andere Staatsbürgerin so einen Antrag stellen, wenn ich mich berechtigt eher Ungarin fühlen würde und mich für ein Leben in Ungarn entscheiden würde. Würde ich die ungarische Sprache kennen und sonst die Konditionen erfüllen, hätte ich bestimmt genauso gute Chancen für die Bewilligung der Repatriierung als jeder andere Antragsteller.

    Wenn wir ein bisschent überlegen, ist klar, dass dieses Gesetz der ungarischen Poltik jede Menge unerwünschte Nachteile und Schwierigkeiten der Politik bringen kann. (Ich z.B. wäre mit meiner jetztigen Erziehung schlicht nie mehr in der Lage sein z.B. irgendwelche extremistische oder kommunistische Parteien aus Ungarn verstehen zu können. Oder wie wäre, wenn der Cousin meines Mannes oder die Taufpaten meiner Kinder Herr Obama oder Frau Merkel oder viel schlimmer, irgendwelcher Maffiachef wären?! Ich denke deren Interessen könnten mir vielleicht wichtiger sein, als die von Ungarn. Das nur um derartige mögliche Bespiele zu nennen.) Deswegen könnte jeder nachvollziehen, der auch die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in von ungarischstämmigen bewohnten Regionen ein bisschen verfolgt, dass der wichtigste Grund für so eine internationale Stellungnahme, im Grunde nur die humanitäre, menschenrechtliche Hilfe sein kann. Eine Hilfe, die Ungarn den Ungaren außerhalb der Landesgrenzen bringt, wenn diese Leute in Gefahr sind oder denen es so schlecht geht, dass sie das nicht mehr ertragen können und aus Not auch dazu bereit sind, alles in deren jetztigen Heimat aufzugeben. Ich kann derartige Bemühungen einer Regierung, die sogar vorher befürchtete, auch internationale Schwierigkeiten bringt, nur begrüßen und achten. Wäre diese Positionen früher genauso oder noch energischer vertreten, hätte Ungarn das Leben, die Gesundheit, das dramatischen Schicksal sehr, sehr vielen Ungaren von außerhalb gerettet. Das ist der einzige Vorwurf was mir einfällt. Warum nicht früher?!

    Außerdem kann ich auch solche Reaktionen HERZLICH BEGRÜßEN, WIE angeblich die AUS der UKAINE z.B., die einsehen, dass die Verschärfung einer nationalistischen, Ungaren diskriminierenden Politik jetzt dazu führt, dass die Bevölkerung auch die ungarische Staatsbürgerschaft verlangt. Respekt! Die sind am schlauesten! Wie ich schon sagte, die Sache ist sehr einfach: Verhältst du dich als Staat ordentlich mit deinen Bürgern, hast du keinen Ärger. Kein Mensch kommt auf die Idee sich erhebliche Komplikationen und Kosten, die mit der Erlangung der Staatsbürgerschaft eines armen Mutterlandes kommen, unbegründet, nur aus juchs und dollerei auf sich zu ziehen!
    Liebe Grüße

    • pusztaranger permalink
      8. Dezember 2010 15:40

      Liebe Csilla,

      vielen Dank für Ihren Kommentar, aber hier geht’s gar nicht um die Staatsbürgerschaft, sondern um das „összmagyar regiszter“. Wie denken Sie darüber?
      Hier nochmal ein paar (ungarische) Links dazu:
      http://www.hir24.hu/kulfold/173165/osszmagyar-regiszter-keszul.html
      http://maszol.ro/velemeny/osszmagyar_regiszter_2010_11_11.html
      http://www.bumm.sk/48355/semjen-az-osszmagyar-regiszter-a-szivem-csucske.html

      Zum Thema „Zusammenarbeit mit/Unterstützung von ungarischen Organisationen in den Nachbarländern durch den ungarischen Staat“ – zusammen mit denen soll die Datensammlung fürs Register nämlich koordiniert werden:
      Offenbar bekommen ungarischsprachige Medien in den Nachbarländern, die politisch nicht der Linie der ungarischen Regierung entsprechen, keine Unterstützung mehr, siehe
      http://www.nyest.hu/hirek/szelektiv-palyazati-tamogatas
      http://www.nyest.hu/hirek/penzhiany-a-hataron-tuli-medianal
      Die genannten Beispiele sind
      Új Magyar Szó http://maszol.ro/
      Transindex http://www.transindex.ro/
      Látó http://www.lato.ro/
      Korunk http://www.korunk.org/
      Das ungarische Radio Subotica, Serbien, http://www.szabadkairadio.com/honlap/magyar/magyarkezdo.htm
      mußte bereits Sendungen einstellen.

      • Német Csilla permalink
        9. Dezember 2010 00:38

        Ich meine, wir könnten einander dutzen. Vielen Dank für die Links! Na, dann ist mein Beitrag auch, wie manche andere hier bisschen off topic. Ich will jetzt keine falsche Lavine auslösen, anscheinend bin ich daran selber schuld, dass ich die zwei Nachrichten, doppelte Staatsbürgerschaft und „összmagyar register“ irgendwie zusammen überflogen habe. Sorry. Warum mischt Herr Minister Semjén in der Mitteilung die zwei Sachen zusammen?

        Für die ungarischen Minderheiten aus den Nachbarländern ist ein „regiszter“ mit echten, persönlichen Daten auch meiner Meinung nach sehr gefährlich. Nur eine sehr unverantwortliche Regierung würde diese schon von Schicksal geschlagenen, verzweifelten Menschen oder deren Nachkommen ungeschützt ins Messer liefern!

        Die Grundidee, nur die Grundidee von dem „összmagyar register“ finde ich eigentlich ganz gut! Der Name klingt aber doof. So zerstreut auf der Welt, vermissen die Ungaren einander bestimmt. Nicht nur die Regierungen ihre Bürger, sondern auch Mensch den Menschen. Ich wünsche mir zu glauben, dass die Ungaren zusammenhalten würden und z.B. auf einem riesen Internetportal o. ä. leichter zu einander finden könnten. Je 1 halbwegs anonyme Nummer, (höchstens wegen einmaliger Registrierung mit IP-Nr.-Prüfung) würden die meisten Ungaren, meiner Meinung nach, gerne darstellen. Meine Vorstellung hat am ehesten mit der Gemeinschaft von Leuten, die ähnlich denken, die zusammengehören, so wie Internetforen, zu tun.

        Nur, so wie ich es lese, ist, mild formuliert, eine große Portion Naivität und Durcheinander noch dabei. Schade, dass wir hier keine andere, detailierten Quellen haben! Weil ein Mitglied von so einer Gemeinschaft, wie ich sie mir vorstellte, kann nicht verlangen, dass es deswegen Wahlrechte für politischen Wahlen in Ungarn bekommt.

        Andererseits, wenn mit dieser Passage die ungarische Staatsbürgerschaft für die ungarischen Minderheiten aus den Nachbarländern gemeint ist, dann ist es umgekehrt, dann hat dieser Herr Minister die Rechnung verkehrt gemacht. Jawohl, sollte das Wahlrecht zur Staatsbürgerschaft dazu gehören. Warum sollte ein unbestrafter, freier Bürger so eine einseitige Verbindung akzeptieren, wie eine Staatsbürgerschaft ohne Wahlrecht? Ich habe das mir jetzt 3 mal gut überlegt. Nein, ich würde das definitiv unter keinen Umständen akzeptieren.

        Es ist mir nicht klar was und welche ausländischen Organisationen bereits unterschrieben haben wollen oder was über die EU laufen sollte? Aber abgesehen von den Minderheiten, die ich vorher erwähnte, ist das relativ egal, weil ohne der persönlichen, freiwilligen Wunsch von jedem einzelnen hat das eh keinen Wert. Oder wie bitteschön sollten die seriösen Radiosender, Zeitschriften, die für ihre Überlebung kämpfen, mitwirken um reele Daten für so eine krumme Sache zu bekommen? Wenn der Herr Minister an Gewalt und Spitzelei gedacht hat, erreicht er nichts positives damit. Ich persönlich würde lieber keine solche Zeitung abonnieren, keine solche Internetseite betreten. Ich könnte wetten, dass die meisten Menschen so, wie ich denken würden. Dann wäre für die anderen mitwirkenden, unterstützten Zeitschriften, etc. ohne Kunden auch irgendwann aus.

        Datenbank über die EU laufen, ist nicht nur eine sehr gefährliche aber auch eine unreife, naive Idee! Ich beschreibe einen anderen Beispiel, als die Leute, dessen Bedenken schon gelesen habe. Ich nehme meiner Meinung nach, die größte Gruppe von Ungaren aus dem Außland als Beispiel. Viele Millionen Menschen auf der Welt, die in unterschiedlichen, anderen Ländern, als Ungarn auf die Welt gekommen sind und gewohnt haben bevor sie vielleicht in ein drittes oder viertes Land umgesiedelt sind. Äußerlich betrachtet wären sie als Zielgruppe für jedes Land ideal, auch viele junge Leute mit Kindern dabei, gut ausgebildete, viele studierte, keine arme Leute. Die meisten schulden dem jetztigen Heimatland Loyalität, wohl bemerkt gegen Wahlrecht und sind deren braven, fleißigen Bürger. Auf dem Papier hatten sie vielleicht nicht einmal bei der Geburt ungarische Namen gehabt, heute klingen deren Namen vielleicht wieder anderes, meistens gut auf der Landessprache ihren jetztigen Heimatlandes. Wie will man entdecken, dass über all das, sie im Herzen zu 3/4 oder mehr Ungaren sind und dass genau diese Menschen, freiwillig in einer ungarischen Gemeinschaft mit fairen Regeln aktiv teilnehmen würden oder dass sie sich sogar, unter korrekten Konditionen, in Ungarn niederlassen würden und das Land aufbauen würden? Vielleicht beschäftigt sie manchmal, vielleicht sogar der einzig unerreichbarer, großer Wunsch, im Land deren Vorfahren zu leben? Trotzdem wird in ihren Herzen oder Gedanken keiner gucken können, insbesondere wenn sie selber das nicht zulassen. Wenn sie den Eindruck haben, dass sie gejagdt werden oder dass sie ausgetrichst werden und als Folgerung z.B. Staatsbürger ohne Wahlrecht leben müssen, dann werden sie alles unternehmen nicht im „összmagyar regiszter“ aufgenommen zu werden.

        Die Zeiten sind schwierig, ich denke, dass jeder Mensch auf dieser Erde heute sein Geld und Zeit einplant. Diese Sachen von den Sympathisanten zu verlangen ohne gewünschte, geschätzte Gegenleistungen zu bringen wird immer schwieriger funktionieren. Zu anderen Zeiten hatte ich zwar in manchen mit je einem Volk sympathisierenden oder Hilfs- Organisationen teil genommen, trotzdem habe ich von Lobbyarbeit oder wie die Vorstellungen aus Ungarn sich konkretisieren könnten, keine große Ahnung. Ich bin auch gespannt und für jede Information hier dankbar.

        Die Nachricht mit den Medien aus den Links ist sehr traurig. Ich kenne mehrere davon und eins schätze ich sogar sehr hoch. Bis niemand mir das Gegenteil beweist, tendiere ich zu glauben, dass die Hauptursache für die nicht Unterstützung der allgemeine Geldmangel ist. L.G.

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