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Medien- und Meinungsfreiheit für Ungarn: Demos in Budapest, Debrecen, Pécs, Szeged, Gyula – und Frankfurt/Main

27. Januar 2011

Heute ist es wieder so weit: landesweite Demonstrationen in Ungarn! Die Vorbereitungen zur heutigen Demo in Budapest (Kossuth tér, beim Parlament um 18:00 Uhr) laufen auf Hochtouren. Ab 18 Uhr gibt es live-stream nach Budapest http://bit.ly/ghfYOU (Deutschsprachige Facebook-Gruppe Medien- und Meinungsfreiheit für Ungarn)

(Anm.: Und dieses Mal funktioniert der Livestream auch, zumindest jetzt um 17.44!)

Außerdem gibt es Demos in

  • Debrecen, Kossuth tér bei der Kossuth-Statue, 18-20 Uhr (Quelle)
  • Pécs, Jókai tér um 16:00 Uhr
  • Szeged, Dugonics tér, um 16:00 Uhr
  • Gyula, Kossuth tér, um 16:00 Uhr

(Update: Budapest ca. 10.000 Leute, bis zu 1660 Online-Zuschauer auf dem offiziellen Livestream; Szeged 200-250.)

Und auch in Frankfurt am Main, ebenfalls auf Facebook angekündigt. Weil es bisher nur wenige Zusagen und kaum PR gibt,  sei hier nochmal extra drauf hingewiesen. Die Veranstaltung wurde als Solidaritätskundgebung angemeldet.

Solidaritätskundgebung für die Pressefreiheit in Ungarn

Donnerstag, 27. Januar, 18-19.30 Uhr
Römerberg, Frankfurt
Solidaritätskundgebung für die Pressefreiheit in Ungarn
“Wir zeigen uns solidarisch mit den Demonstraten in Ungarn, die in vielen großen Städten zur gleichen Zeit gegen das neue Pressegesetz demonstrieren.”

Einer der Veranstalter schreibt mir eben:  „Heute Abend wollen wir uns in erster Linie mit den Demonstranten in Budapest solidarisch zeigen und die Leute hier in Frankfurt auf die Situation in Ungarn aufmerksam machen. Prinzipiell hoffe ich mal, dass wir 10-20 Leute werden und hinterher zumindest die Message an die Leute in Budapest senden könnnen: Wir denken an euch!“

Also FrankfurterInnen, wenn Ihr in der Gegend seid, schaut vorbei, was da los ist. In Berlin waren es am 14.1. auch nur ca. 35 Leute, aber es hat in Ungarn News gemacht, und die Solidaritätsbotschaft kommt auf jeden Fall an.

*

(Update 31.1.: Der Veranstalter der Frankfurter Demo:

Wir waren am Schluss nun „nur“ 15 Leute.. Aber dennoch hoffe ich, dass wir zumindest ein paar Leute „wach“ bekommen haben. (…) Den Leuten der FB-Gruppe hatten wir schon vorher geschrieben und eventuell wurde die Demo in Frankfurt auch vor dem Parlament in BP erwähnt…

Klasse Sache trotzdem, und vielleicht gibt’s ja ein nächstes Mal, mit mehr PR. Update Ende.)

*

Radiotip: Aktuelles HR – Interview von gestern, auch mit Frankfurt-Bezug (Lendvais wegen rechtsextremer Drohungen abgesagte Veranstaltung im November):

Am Tisch mit Paul Lendvai und Krisztina Koenen, „Neue Nestbeschmutzer“

„Mein verspieltes Land“ hat er sein Buch über Ungarns jüngste Geschichte genannt – verspielt hat sein Heimatland aus Sicht des ungarisch-österreichischen Intellektuellen die Chance auf eine demokratische und friedliche Zukunft. Mit Sorge betrachtet auch die ungarische Journalistin Koenen diese Entwicklung. Gastgeber: Florian Schwinn

5 Kommentare leave one →
  1. 27. Januar 2011 19:27

    Ein Rigó Jancsi sollte gekühlt werden, sonst fließt er auseinander. Aber so kalt… Trotzdem waren eben auf dem Kossuth tér laut Veranstalter wieder knapp 10.000 Leute. Ich hatte das Gefühl, es waren ein paar weniger als vor zwei Wochen, aber die Temperaturen waren wirklich unangenehm, und die Veranstaltung zog sich dieses Mal länger hin. Ernsthafte Redebeiträge, aber auch wieder viel Humor. Nicht nur über das Mediengesetz wurde gesprochen, sondern auch über die Renten und die generelle Situation unter der Regierung Orbán. Ich fand’s am besten, als Kafkaz ihr Lied „Feri segíteni kell“ gespielt haben, im Kontext ein deutlicher Aufruf an Gyurcsány, so hab ich’s jedenfalls verstanden. Aber sie haben ja extra gesagt, jeder soll’s so verstehen wie er will… Im Netz sollen auch 10.ooo dabeigewesen sein. Die nächste Demonstration findet am 15. März statt. Ich werde noch meine Videoaufnahmen schneiden und hochladen, aber erstmal muss ich auftauen…

    • 27. Januar 2011 21:21

      bzw.

      http://hungaliennation.blogspot.com/2011/01/feri-segiteni-kell.html

  2. Pisti permalink
    28. Januar 2011 08:20

    war gestern auch auf dem kossuth tér, denke es waren 1000 – 2000 weniger leute als vor 2 wochen.
    die veranstaltung insgesamt etwas professioneller (fest installierte bühne, gebärdendolmetscher etc.),
    inhaltlich gebe ich rigó jancsi recht, publikum erfreulicherweise wieder sehr gemischt…mir waren die ersten
    3 liedbeiträge etwas zu lang, aber das lag vielleicht auch an den temperaturen. ich befürchte allerdings einen
    interessenschwund durch die lange pause bis zum 15. märz, wenn auch der termin sehr symbolgeschwängert ist.
    fidesz setzt ja die spaltung/polarisierung der bevölkerung mit verschwörungstheorien der westeurop. linken/liberalen auch auf facebook fort…

    • 28. Januar 2011 15:00

      Es ist ja eine nette Idee, die Demonstrations-„Teilnehmer“ im Netz zu zählen. Aber das wird etwas zu virtuell. Genauso wie sich ein Immobilienverkäufer eher von hingeblätterten Scheinen beeindrucken lässt als von einem Kontoauszug, so dürften echte Menschenmassen beeindruckender sein als virtuelle.

      Dementsprechend finde ich das neue Fidesz-Spiel „Wer hat mehr Fans auf Facebook“ ziemlich kindisch. Facebook, Twitter & Co. sind gut, um Massenveranstaltungen effizient auf die Beine zu stellen, siehe diese Demos und noch viel mehr die Proteste in Tunesien und Ägypten. Aber für ein Kräftemessen sollte man die inhaltliche Auseinandersetzung im Parlament wählen und nicht Facebook. Aber das Parlament ist mit den 2/3 Fidesz ja schon unter Kontrolle und scheintot, also muss man den Gegner jetzt wohl auf Facebook niederbrüllen, weil das modischer ist.

      • pusztaranger permalink
        28. Januar 2011 15:27

        „Es ist ja eine nette Idee, die Demonstrations-“Teilnehmer“ im Netz zu zählen. Aber das wird etwas zu virtuell.“
        Ich sehe die Online-Viewer nicht als Demoteilnehmer, aber vielleicht wird die Info mal wichtig, wenn man bei späteren Übertragungen einen Vergleichswert haben möchte. Als Indikator, ob es mehr Aufmerksamkeit gibt oder weniger als dieses Mal. (Und das loggen gestern hat mir Spaß gemacht.)

        „Aber für ein Kräftemessen sollte man die inhaltliche Auseinandersetzung im Parlament wählen und nicht Facebook. Aber das Parlament ist mit den 2/3 Fidesz ja schon unter Kontrolle und scheintot, also muss man den Gegner jetzt wohl auf Facebook niederbrüllen, weil das modischer ist.“
        genau.

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