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Kahler Zensor, Besatzungsmacht, ein Pfau in Pécs, Partnerschaftsbesuch in Gyöngyöspata: Presseschau 19.-26.8.2011

26. August 2011

… und was in der Zeit sonst noch auf meiner Facebook-Seite los war.

Eine Delegation aus Windberg in Niederbayern war auf Partnerschaftsbesuch in Gyöngyöspata, hat dort ungarische Spezialitäten konsumiert und von der Lage dort absolut nichts mitbekommen. Für 2012 ist ein Gegenbesuch geplant.
Straubinger TagblattVier erlebnisreiche Tage in Ungarn – Windberger zu Gast in Gyöngyöspata – Große Gastfreundschaft erfahren:

(…) Die ungarischen Freunde bereiteten den Gästen aus Deutschland einen überwältigenden Empfang mit überaus großer Gastfreundschaft. (…)

Vom Bürgermeister empfangen

Nach einem Gottesdienst wurden die Gäste kurz von dem neuen Bürgermeister Oszkár Juhász begrüßt. Die durch die Belagerung durch rechtsextreme Gruppen bekannt gewordene Gemeinde Gyöngyöspata wählte im Juli einen neuen Bürgermeister, nachdem der vorherige Ortschef im April von seinem Posten zurückgetreten war.

Die Information, daß der Jobbik-Mann Juhász die rechtsextremen Horden nach Gyöngyöspata gerufen hat, die dort wochenlang Roma terrorisierten und denen der vorige Ortschef sich dann nicht mehr gewachsen fühlte, sucht man hier vergebens. Der Pálinka muss gut gewesen sein. Und auch die Roma bei der Zwangsarbeit konnten das positive Bild nicht stören, denn die sind 3 km außerhalb des Ortes und auf für Reisebusse ungeeignetem Gelände tätig.

Jobbik-Aufmarsch in Gyöngyöspata im März diesen Jahres. Auch denen gegenüber zeigte man sich in Gyöngyöspata äußerst gastfreundlich, die auswärtigen Mitglieder der Jobbik-„Bürgerwehr“ und anderer rechtsextremer Gruppen wurden von „patriotischen Magyaren“ im Ort gratis untergebracht und verköstigt, vermutlich ebenfalls mit Wein, Schnaps und „hausgemachten Nachspeisen“.

*

drs2.ch: Jetzt knebelt Ungarn die Kirchen

Potsdamer Neueste Nachrichten: Mit aller Macht – Politik Nachrichten
„Ungarns Regierungschef Orban nimmt auf rechtsstaatliche Standards wenig Rücksicht.“

Blog Stargarten: Gehorsam im Pécser Konzerthaus

Information Philosophie hat unseren Post „Die Phänomenologie des Geistes als Dienstgeheimnis – stalinistische Methoden an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften“ vom 8. Juni verlinkt: Information Philosophie – Neues aus Ungarn

Die Wiederkehr des Verdrängten : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv

„Antisemitische Tendenzen prägen das ost- und mitteleuropäische Kino immer stärker. Während der Berlinale 2011 sagte ein erst Anfang der 1990er-Jahre nach Budapest zurückgekehrter ungarisch-jüdischer Filmproduzent, dass er sein Heimatland wohl wieder verlassen sollte.“

Hungarian Spectrum: Civic Control–One Million for a Democratic Society: A call for democracy!

Pusztaranger hat neuerdings einen Videokanal (erstellt von Youtube): Videos mentioned by Pusztaranger – YouTube

Pester Lloyd: Nachrichten der Woche aus Ungarn – POLITIK

Index.hu: Nem szállhatott fel a páva Pécsen
Kodálys „Variationen über den Pfau“ wurden aus dem Programm genommen, „weil das Stück den Pécser (Fidesz-)Bürgermeister beleidigen könnte“, der heißt mit Nachnamen Páva, Pfau. Musikdirektor und Chefdirigent Zoltán Peskó (ehemaliger Leiter von u.A. Deutsche Oper Düsseldorf) hat darauf das Handtuch geworfen und gekündigt, weil er so nicht arbeiten kann.

Hungarian Spectrum: Language can be tricky: A return to László Kövér’s speech:

„Hungarian politicians who take part in the political life of their countries are traitors to the Hungarian cause. Any kind of cooperation with majority parties is sinful in Kövér’s eyes. (…) Kövér looks upon the Slovak and Romanian politicians as representatives of an occupying force and the Hungarian politicians who cooperate with them as traitors.“

(László Kövér = Parlamentspräsident.)

Stoppt die Rechten » Ungarn: Rechtsextremer Radaubruder Zagyva

Pester Lloyd: Präsident Schmitt im „ungarischen“ Rumänien und weitere Nationalnachrichten:

„Die tatsächlichen historischen Ungerechtigkeiten (…) werden von der nationalen Rechten maßlos instrumentalisiert und so dargestellt, als sei alles Unglück im Lande allein darauf zurückzuführen, mithin die Schuld auswärtiger Mächte. Dies ist der zentrale ungarische Opfermythos, hinter dem sich die Nation, Volkslieder singend, zu versammeln hat.“

Offenbar bekommt die Zentrale Nachrichtenredaktion ihre Texte vorgefertigt von der Regierung: Blog Stargarten: Sind Sie nicht der Dani Papp?

Blog The Contrarian Hungarian: Mandatory Public Work Projects in Hungary

Pester Lloyd: Jagd auf Hubertus – ein Fall aus dem „neuen“ Ungarn:

„Staat und Partei stürzen sich mit der vollen Wucht ihrer Amtsgewalten und unter Mithilfe von willigen Medien und „Umweltschützern“ auf einen mittleren Landwirtschaftsbetrieb. (…)“Wir sind(…) nicht die Einzigen, die unter Druck gesetzt werden („verzichte von selbst auf 10% Deiner berechtigten Ansprüche (EU-Gelder!!!) oder Du bekommst große Probleme.“), es trifft auch viele Unternehmen in ungarischem Eigentum.“

Népszabadság: Ez aztán kiegyensúlyozott tájékoztatás
Eine Studie zur Fernsehpräsenz von PolitkerInnen zeigt, dass in den Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Medien (…) die Regierung und die Regierungsparteien ihre Dominanz ausgebaut haben. Spitzenreiter ist MR1 Kossuth Radio (Mittagsnachrichten) mit fast 75%.

2/3 für die Regierung, 1/3 für die ganze Opposition, und das nennt das ungarische Fernsehen dann „ausgewogene Berichterstattung“.

Legende: Lila: Regierung, Orange: Fidesz, Hellgrau: KDNP, Rot: MSZP, Dunkelgrün: Jobbik, Hellgrün: LMP, Grau: Sonstige.

(Bild: NOL)

Nazi-Hymne auf der  Kanu-WM: Eine NGO aus Novi Sad/Serbien, die Erinnerungsarbeit zum Holocaust macht, hat den Vorfall „scharf verurteilt. (…) (Die) Ironie dieses Falles (liegt) darin, daß die Einheit, die 1942 in der Razzia von Novi Sad teilnahm, ausgerechnet aus Szeged geschickt wurde. Der Verein drückt in seiner Presseerklärung die Hoffnung aus, daß es in Europa Reaktionen zu diesem Vorfall geben wird (…).“ Gefunden auf vajdasag.eu: A holokauszt emlékét ápoló újvidéki egyesület erélyesen bírálta a Szegeden folyó kajak-kenu világbaj

Hungarian Spectrum: About the Hungarian military and its role: President Pál Schmitt:

„it is the duty of the soldiers to defend the country from all kinds of danger that can be injurious to its well being, which wastes its strength, and which weakens it.“(The army can) intervene every time it feels that the country’s interests are threatened, even by an internal force. And, of course, the army will decide what the true interests of the country are.“

kulturama.org – Artikel – In den Köpfen sitzt ein kahler Zensor:

„Die Regierung macht ihre Sache blendend, das muss man ihr schon lassen. Orbán weiß ganz genau, dass allein eine Drohung genügt. (…) Die Obrigkeit sendet keine Botschaften aus, es gibt keine Fernschreiben, keine E-Mails. Der „gute Soldat” muss nicht nur erraten können, wann er sich anzupassen hat, sondern auch, an wen.“

Pester Lloyd: Der Untertanenstaat: Orbáns schöne neue Arbeitswelt in Ungarn

Pester Lloyd: Orbáns Traum von Ungarn – von der Realität überholt

Hungarian Spectrum: The language of the Hungarian political right

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3 Kommentare leave one →
  1. Thomas permalink
    30. August 2011 10:55

    Hallo, ich bin Mitglied des Vereins für die Freundschaft zwischen den Einwohnern (nicht der Gemeinden) von Gyöngyöspata und Windberg. Wir sind auch nicht über dieses Ergebnis der Wahl erfreut. Wir hatten das schon mal in Deutschland. Vor 4 Jahren als die Freundschaft begann, war noch alles im Lot. Aber als dieses Jahr der neue Bürgermeister gewählt wurde distanzierten wir uns von ihm. Denn mit solchen Leuten wollen wir auch nichts zu tun haben.

    Bei unserem Besuch in Gyöngyöspata wurde uns nur kurz der Bürgermeister vorgestellt. Ein sogenannter Anstandsbesuch. Das war der einzige Zeitpunkt wo wir mit dem Bürgermeister bei unseren 4 tägigen Besuch Kontakt hatten. Es war kein „herzlicher“ Empfang wie es in der „Presse“ publiziert wurde. Ich selber wurde vom Bürgermeister darauf hingewiesen in nicht zu Fotografieren. Er hatte Angst, das ich von der Presse bin. Außerdem gab es keine Folkloredarbietung, wie in der Zeitung geschrieben wurde. Unser Besuch war am 20 August, wo der Nationalfeiertag der Ungarn gefeiert wird.

    Unsere Freunde sind auch nicht mit der Wahl zufrieden. Im Gegenteil, sobald das Wahlergebnis bekannt wurde traten sie geschlossen aus dem Gemeinderat aus. Für das Fehlverhalten der Regierung können die Bürger und Einwohner von Ungarn nichts dafür. Wir pflegen die Freundschaft zwischen unseren Freunden, nicht mit der Gemeinde. Es ist alles eine Falsche Darstellung der Presse.

  2. Stefan aus Budapest permalink
    2. September 2011 08:26

    Ihre Naivität ist beängstigend. Es hat ja keiner behauptet, dass Sie toll finden, was in dem Ort vor sich gegangen ist und dass dort nun ein ausgewiesener Neonazi die Geschäfte führt. Aber die Distanzierung hätte vorher stattfinden müssen, so sieht es nämlich aus wie eine Solidarisierung. Die falsche Darstellung ist ihre Schuld, nicht die der Medien. Die können nunmal nur berichten was sie sehen und nicht was Sie denken. Und was man sah, war ein „Freundschaftsbesuch“ von Bayern in einem von Nazis eroberten Dorf, das kommt nunmal so an, als ob man diese „Lösung“ für die Friktionen zwischen den Ethnien begrüßt. Ihre Schuld, ganz eindeutig. Dummheit schützt vor Schaden nicht, das galt 1933 und es gilt auch heute.

    • Thomas permalink
      5. September 2011 14:40

      Was soll ich dazu sagen.
      Sie müssten meinen Kommentar genau lesen. Es war kein Freundschaftsbesuch der Gemeinden. Die Freundschaft besteht schon seit 4 Jahren zwischen Bewohnern des Dorfes mit Bewohnern unseren Dorfes nicht der Gemeinden. Damals konnte keiner Wissen wie sich das Land entwickelt und was passiert. Jeder hat irgendwo Freunde, und nur weil eine bestimmte Person (in diesem Fall ein Bürgermeister) in diesem Ort ist, kündigen sie ihren Freunden auch nicht die Freundschaft. Es stimmt, es ist eine Solidarisierung mit unseren Freunden ( die nicht dieser Partei angehören) die nicht so gesinnt sind wie der Bürgermeister. Die falsche Darstellung kommt von den Medien, denn wir wurden nicht vom Bürgermeister empfangen, sondern von unseren Freunden. Außerdem hat uns keiner von den Medien gesehen, sondern nur von unserer Tageszeitung abgekupfert und den „Herzlichen Empfang vom Bürgermeister“ dazu erfunden. Also ist man in ihren Augen Dumm, wenn man seine Freunde in dieser schwierigen Situation unterstützt. Wenn sie so Denken, möchte ich kein Freund von ihnen sein. Sie würden ihre Freunde im Stich lassen. Respekt!!!

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