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Zahlenspiele fürs Volk und den österreichischen Wirtschaftsminister

21. September 2011

Bei ihren Schätzungen, wie viele Kreditnehmer vom neuen Gesetz über Fremdwährungskredite betroffen sind, setzt die ungarischen Regierung offenbar auf die bewährte doppelte Kommunikation fürs In- und Ausland.

Der Fidesz-Abgeordnete Antal Rogán, der den Gesetzentwurf eingereicht hatte, schätzte 15, 30 oder gar 45%:

Nach pessimistischsten Voraussagen könnten 150 000 Kreditinhaber diese Tilgungsart wählen, doch diese Zahl könnte sich auch verdoppeln oder verdreifachen, erklärte der Fidesz-MPSZ-Abgeordnete Antal Rogan, der den Gesetzentwurf eingereicht hatte, im Parlament (siehe Bieler Tagblatt, im Original auf Fidesz.hu, 19.9.).

Der Notenbankchef schätzt 20%:

200.000 Kreditnehmer dürften vorzeitig tilgen

Nach Angaben eines Regierungssprechers haben eine Million Menschen in Ungarn Fremdwährungskredite aufgenommen, über 90 Prozent davon in Schweizer Franken.  Der ungarische Notenbankchef Andras Simor schätzt, dass rund 20 Prozent der Devisenkreditnehmer die Möglichkeit nutzen werden, ihre Darlehen zu dem gesetzlich festgelegten Wechselkurs zum Schweizer Franken und Euro zu tilgen.
Der Standard: Österreich prüft Klagen – Ungarn winkt Gesetz zu Frankenkrediten durch, 20.9.2011

Noch am 15.9. schrieb Wirtschaftsminister Matolcsy seinem österreichischen Kollegen Mitterlehner von „nur etwa 10%“ (Brief s.u., veröffentlicht von Index.hu):

(…) in Hungary, close to one million people are exposed to FX-indebtedness. According to the estimates by the Government, only around 10% of them could take advantage of the option of converting at the preferred exchange rate. (…)

Kommentar überflüssig.

2 Kommentare leave one →
  1. 21. September 2011 22:18

    haben sich nicht mal die mühe gemacht, das auf deutsch übersetzen zu lassen, machen sie aber sonst immer mit allem möglichen scheiß, von ihrer hirnverbrannten erklärung der nationalen zusammenarbeit bis zu irgenwelchen blöden plakaten für kinderchöre. finde ich ziemlich überheblich.

    • 22. September 2011 15:11

      Nein, ist schon in Ordnung, den Brief auf Englisch zu schicken. Ich hätt’s sogar auf Ungarisch gelassen. Bei den Übersetzungen schleichen sich immer viel zu viele Fehler ein, so ganz zufällig. Hat man ja z.B. beim Mediengesetz gesehen. Das haben im Westen deshalb fürchterlich viele Leute völlig falsch verstanden.

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