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Fidesz-Sprecherin: Verkaterte Broker greifen Ungarn an, schwacher Forint zählt nicht

5. Januar 2012
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hvg: Selmeczi: Erneuter Angriff gegen Ungarn

„Wir arbeiten daran, dass die Verhandlungen mit dem IWF zu Ergebnissen führen, wir möchten uns mit dem IWF über ein Schutznetz einigen, und dann wird unser Plan B nicht nötig sein“, sagte Gabriella Selmeczi am Donnerstag. Der Fidesz-Sprecherin zufolge erlitt das Land in den letzten Tagen einen spekulativen Angriff.

Die Rentenschutzbeauftragte (sic) des Ministerpräsidenten, die gleichzeitig auch Fidesz-Sprecherin ist, sagte auf eine Frage bezüglich der Verhandlungen mit dem IWF, selbstverständlich habe die Regierung für jeden Fall einen Aktionsplan (wörtlich „Drehbuch“) ausgearbeitet.

Gabriella Selmeczi auf der heutigen Pressekonferenz.

„Entscheidend ist, dass Ungarn auf einer stabilen wirtschaftlichen Grundlage steht, wir können auch den spekulativen Angriff der letzten Tage abwehren“ – so Gabriella Selmeczi, und fügte hinzu: „(…) am 2. Januar herrschte auf den Märkten und der Börse noch Ruhe und Frieden. Nachdem die Broker dann von der Silvesterparty zurück waren, gingen sie (…) zum Angriff über. Am 3. Januar wurde am Forint dann deutlich, dass das Land erneut einem Angriff ausgesetzt ist.“

„Ungarn hat eine starke Regierung, die Regierung regiert mit mehr als einer Zweidrittelmehrheit, wir haben mehrere Aktionspläne („Drehbücher“) zur Hand und werden das Land vor diesen Angriffen schützen. Und jede Entscheidung, die getroffen wird, ob mit oder ohne den IWF, wird dem Interesse der ungarischen Familien dienen“, erklärte sie. (hvg, auch origo)

 „Ob mit oder ohne den IWF“ – die übliche doppelte Kommunikation im In- und Ausland. Inzwischen kann sich die ungarische Regierung mit dem IWF gar nicht schnell genug einigen. Der ressortfreie Minister Tamas Fellegi erklärte heute vor der Presse in Budapest:

„Die ungarische Regierung will sich klar für das Erzielen einer Vereinbarung einsetzen“, sagte der Minister. Die Verhandlungen sollten „ohne Vorbedingungen“ beginnen. Ungarn werde dabei „auf alle Bedenken und Einwände des IWF reagieren und diese gegebenenfalls akzeptieren, wenn dies im Einklang mit den Interessen des Landes steht“. Ziel sei die Gewährung eines sogenannten vorbeugenden Stand-by-Kredits, bei dem die entsprechenden Summen nicht gleich abgerufen werden, sondern als Sicherung dienen. Bislang hatte Budapest einen IWF-Kreditrahmen ohne wesentliche Auflagen angestrebt. Focus: EU: Ungarn geht auf IWF zu: Forint auf Rekordtief

Siehe auch Basler Zeitung: Budapest will «so schnell wie möglich» Abkommen mit IWF und EU

Nach der Erklärung Fellegis erstarkte der Forintkurs zum Euro von 324,27 auf 322 Forint, seither unter 319 Forint.

Selmeczi zur Staatsverschuldung: Der schwache Forint zählt nicht

Selmeczi hatte die ungarischen Zentralbank am 2.1. wegen „Unprofessionalität“ kritisiert und ihr vorgeworfen, „Äpfel mit Birnen“ zu vergleichen – das BIP werde in Forint gemessen, die Staatsverschuldung hingegen in der Fremdwährung. Laut Selmeczi ist die Wirkung des Wechselkurses bei der Staatsverschuldung als „Störfaktor“ zu betrachten. Da die Wechselkurse wegen der Eurokrise hektischen Schwankungen unterworfen sind, müsse die Berechnung der Staatsverschuldung von ihnen abgekoppelt werden, weil nur auf diese Weise ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Situation des Landes zu bekommen sei.

Wegen dem schwachen Forint ist die Staatsverschuldung auf dem höchsten Stand seit 16 Jahren. (privatbankar.hu)

Die ungarische Zentralbank wies Selmeczis Vorwürfe mit der Begründung zurück, sie würde zur Berechnung der Staatsverschuldung seit Jahren die Methodik der Europäischen Union verwenden (napi.hu, Deutsche Mittelstandsnachrichten, AFP).

Bild: Blog Szarvas

Inzwischen berichten Budapester Wechselstuben von bis zu vierfach höheren Umsätzen durch Devisenkäufe von Privatpersonen (NOL), und in der Bevölkerung wächst die Angst um das eigene Sparkonto.

Laut dem Wirtschaftsportal napi.hu berichten inzwischen nicht nur österreichische, sondern auch slowakische Banken, dass immer mehr Ungarn bei ihnen ein Konto eröffnen oder Geld anlegen wollen.

In den letzten Wochen und Tagen, so napi.hu in Berufung auf Leserzuschriften, raten ungarische Banken und sogar Angestellte von Ministerien ihren Geschäftspartnern informell, ihre Sparkonten in Ungarn aufzulösen, weil die Regierung nach der Verstaatlichung der privaten Rentenversicherungen plant, diese einzufrieren.

Die MSZP erwartet von der Regierung eine Garantie, dass die Sparguthaben der Bürger nicht angetastet werden. (MTI/mandiner.hu)

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