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Antreten zum Gebet für Viktor Orbán

11. Januar 2012

Gestern auf Blog kepviselofunky, siehe auch hvg, Népszava, Fn.hu.:

Der Fidesz-Abgeordnete und Bürgermeister des Budapester Bezirks Csepel, Szilárd Németh, rief gestern auf der offiziellen Website des Bezirks zum Gebet für Ministerpräsidenten Orbán auf.

Einleitend heißt es: „Die Opposition hat wieder einen brutalen Angriff auf Viktor Orbán vorgenommen. Jeder kämpft mit seinen eigenen Mitteln. Lasst uns den Kampf aufnehmen! Lasst uns das folgende altchristliche Segensgebet so oft wie möglich für Viktor Orbán sprechen.“

Einleitung und Gebetstext sind im Stil einer amtlichen Verlautbarung eingestellt.

Segensgebet (Übersetzung Eva Zador, Pusztaranger dankt):

Der Herr sei vor Dir, um Dir den wahren Weg zu weisen.

Der Herr sei neben Dir, um Dich in seine Arme zu schließen und zu beschützen.

Der Herr sei hinter Dir, um Dich vor böser Niedertracht zu bewahren.

Der Herr sei unter Dir, um Dich aufzufangen, wenn Du fällst, und Dich aus der Falle zu ziehen.

Der Herr sei in Dir, um Dich zu trösten, wenn Traurigkeit auf Dir lastet.

Der Herr sei um Dich herum, um Dich zu schützen, wenn der Feind Dich angreift.

Der Herr sei über Dir, damit Du gesegnet seiest.

So segne Dich der gütige Gott!

Laut Bezirksseite wurde das Gebet ursprünglich auf der Gedenkfeier des 104. Geburtstags des (Anm.: rechtsextremen) Schriftstellers Albert Wass am 8.1.2012 im Pfarrgarten der Kirche zum Unbefleckten Herzen der Jungfrau Maria (hier) von katholischen Pfarrer und Dekan Ágoston Ullrich verlesen; Bezirksbürgermeister Németh bittet die Volksgenossen (honfitársok) um rege Verbreitung.

Screenshot von hvg, man beachte auch das hölzerne Grossungarndenkmal im Header :

Satire im Internet liess nicht auf sich warten, hier aus einer beliebten Serie zu den manipulierten Live-Nachrichten beim Staatsfernsehen:

Transparent im Hintergrund: „Danke, Gott, dass ich nicht bei Fidesz bin.“ MTV-Nachrichten live: „Viktor Orbáns Namen in Gebet aufgenommen“.

3 Kommentare leave one →
  1. Karl Pfeifer permalink
    11. Januar 2012 15:20

    Wie kann man noch Satire in Ungarn schreiben, wenn die Realität jede Satire überholt?

    • Kohlenmeise permalink
      13. Januar 2012 13:51

      Oh ja Herr Pfeifer. Es war wirklich witzig, parhundert Pensionierten, die in der SOzialismus ganz gut lebeten, demonstrieren zu sehen.

  2. Klaus permalink
    11. Januar 2012 22:42

    Ich habe erst Heute im deutschen Fernsehen von der Internetplattform erfahren. Ich war 1990 in Budapest und hatte u.a. Kontakt zu den Hochschulen. Die positive Stimmung, die Lust am Aufbruch und der große Tatendrang haben mich damals begeistert. Von den Menschen, dem Land und der Geschichte war und bin ich immer noch sehr angetan. Es wäre eine Schande für diese stolze Nation, wenn Ungarn Schaden nehmen würde durch machthungrige, in sich selbst verliebte und selbstüberschätzende Demagogen. Wie schleichend das geht, haben wir vor garnicht so langer Zeit in Deutschland erlebt.

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