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„2014 nehmen wir Bratislava ein!“ – Neonazi-Aufmarsch zum Trianon-Gedenktag in Budapest

3. Juni 2013

Aus dem hochinformativen deutschsprachigen Merkblatt der ungarischen Regierung: „Maßnahmen der ungarischen Regierung für die Bekämpfung des Antisemitismus“:

Verbot paramilitärer Gruppierungen:
Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches wurden in Bezug auf „uniformiertes Verbrechen“ verschärft. Die ungarischen Gerichte erklärten, dass die paramilitäre Organisation „Magyar Gárda“ (Ungarische Garde) nicht als eine Rechtspersönlichkeit existieren kann. Die Regierung vollstreckt dieses Urteil durch die Kriminalisierung der Mitgliedschaft in der aufgelösten Organisation. Die Regierung machte auch die Nutzung von nicht offiziellen uniformähnlichen Kleidungsstücken strafbar, um die Einschüchterung durch paramilitäre Gruppen zu vermeiden. Das Verbot der Nutzung einer solchen Kleidung durch paramilitäre Gruppen soll zukünftig auch für ähnliche Organisationen gelten.

Gestern in Budapest:


(mandiner)

(vtvszeged)

(gepnarancs/MTI)


(spiegel.de)

Am 2. Juni marschierten wie in jedem Jahr mehrere Hunderte Neonazis – HVIM, Jobbik, Nachfolgeorganisationen der verbotenen Ungarischen Garde und Sympathisanten – vor  der slowakischen, serbischen und rumänischen Botschaft in Budapest auf, um gegen den „Schandvertrag von Trianon“ von 1920 zu protestieren.  Die Polizei war präsent und griff nicht ein, die Demonstration „verlief ohne Zwischenfälle“.

Der Jobbik-Jurist und Parlamentsabgeordnete Tamás Gaudi-Nagy sagte in seiner Rede, Trianon sei als „Mordversuch an der Nation“ zu werden und müsse „dringend revidiert“ werden, die vor 93 Jahren getroffene Entscheidung sei untragbar. „Es glaube nur niemand, dass das so bleiben kann, und dass die Magyaren sich damit abfinden werden.“ Die Gebietsautonomie könne hier nur ein Minimum darstellen. Auch die „Magyaren des Karpatenbeckens“ hätten ein „Recht auf Selbstbestimmung“, wie es sich „jedes mittelosteuropäische Volk mittlerweile erstritten“ habe. Die EU-Mitgliedschaft Serbiens sei so lange zu blockieren, bis die rechtmässigen Ansprüche der Magyaren der Südprovinz (Vojvodina, Serbien) erfüllt seien (Mandiner/MTI,  siehe auch spectator.sme.sk).

Der Jobbik-Abgeordnete und HVIM-Vizevorsitzende György Gyula Zagyva: „Wir werden diese Proteste so lange fortsetzen, bis die (abgetrennten) Gebiete wieder zu Ungarn zurückkommen.“ (Video)

Der Hauptredner László Toroczkai, Gründer und Vorsitzender der rechtsextremen „Jugendbewegung 64 Burgkomitate“ (HVIM), stellte in Aussicht, die Teilnehmer im nächsten Jahr mit Bussen vom Heldenplatz nach Bratislava zu fahren, um auch dort zu demonstrieren: „2014 nehmen wir Bratislava ein!“ (Szent Korona Rádió)

Trianon Pride

Video vom Marsch hier – es sind viele völlig alltäglich gekleidete Sympathisanten zu sehen. Der Marsch  nimmt deutlich Bezug auf die „Feindveranstaltung“  Budapest Pride, der jedes Jahr im Juli traditionell am selben Punkt startet, vgl. Post Verbotene Ungarische Garde marschiert legal auf dem Heldenplatz auf, 27. August 2012: “Wenn die Schwulen (auf dem Heldenplatz und der Andrássy út) marschieren dürfen, darf die Garde das auch” (Magyar Nemzet).

Vgl. Fahne:

trianon2013e

(Budapest Pride)

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