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Ungarische Garde marschiert auf katholischer Staatsprozession

26. August 2013

Die katholische „Prozession der Heiligen Rechten“ ist fester Bestandteil der offiziellen Feierlichkeiten zum ungarischen Nationalfeiertag, dem Tag des Heiligen Stephan am 20. August.

Bei der Prozession wird die Reliquie der mumifizierten Hand des Staatsgründers um die Basilika getragen.


Die heilige Rechte (Index)

Der katholische Brauch stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, unter Horthy wurde er wiederbelebt und mit großem militärischen Pomp inszeniert.  (népszava)


Reichsverweser Miklós Horthy auf der Prozession von 1938 (444.hu)

Heute nehmen an der Prozession die höchsten geistlichen und politischen Würdenträger des Landes teil, dieses Jahr Kardinal Péter Erdő, Ministerpräsident Viktor Orbán und Staatspräsident János Áder. Die Reliquie wird von einer Einheit der ungarischen Armee getragen.

Die Medien berichten dieses Jahr von hunderttausend Teilnehmern.

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(Fotos: Regierungsseite)

Wie immer auf zentralen nationalen Großveranstaltungen sind auch Magyaren aus den Ländern der „Heiligen Krone“ (Stephansreich, Großungarn) vertreten, hier aus Odorheiu Secuiesc/Rumänien.

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(Index)

Und in der national-religiösen Großfamilie ist auch für Rechtsextreme Platz:

Die ungarische Nationale Garde MNG, eine Nachfolgeorganisation der verbotenen Ungarischen Garde rechts von Jobbik (vgl. Post: Alle Jahre wieder: Verbotene Ungarische Garde marschiert legal auf dem Heldenplatz auf), ist laut Gardenseite bereits seit 2010 auf der Prozession vertreten; 2013 marschierte sie „in einem Block mit anderen Traditionspflegevereinen“ – wie in diesem Video zu sehen, Veteranen  und Unterstützern der Ungarischen Horthy-Gendarmerie in Uniform (8:32).

Zu den ideologischen Überschneidungen des ungarischen nationalistischen Mainstreams und den Rechtsextremen vgl. Post: Ein Volk, eine Krone: Die Vereidigung von Gardisten und Polizisten, 25. August 2013.

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Unbehelligt durch die Innenstadt (Fotos: Gardenseite):
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10 Kommentare leave one →
  1. wolfi permalink
    27. August 2013 16:50

    !938 – 2013

    Wie sich die Bilder gleichen – grauenhaft!

    Haben die Menschen aus den vielen kriegen nichts gelernt ?

    Der neue Nationalismus ist furchtbar – aber er wird von Fidesz gefördert …

  2. Don Kichote permalink
    28. August 2013 09:55

    @Pusztaranger Sie schreiben „Die ungarische Nationale Garde MNG, eine Nachfolgeorganisation der verbotenen Ungarischen Garde rechts von Jobbik“ ich denke Sie meinen politisch rechts. Ich frage mich welcher Unterschied diese Einschätzung bewirkt, ich dachte ein Nazi steht schon ganz rechts danach kommt gedanklich ein Ende so-etwas wie eine Wand. Wie kann man sich das Vorstellen wenn ein Nazi noch etwas rechter steht wie ein Nazi.

    • pusztaranger permalink
      30. August 2013 14:58

      Das mögen aus der Ferne gesehen irrelevante Unterschiede sein, aber wer denkt, mit Jobbik wäre schon das Ende des rechten Spektrums erreicht, und rechtsextreme Organisationen ohne Parteienstatus wären zu vernachlässigen, täuscht sich. Sollte es z.B. bei den nächsten Wahlen eine Fidesz-Jobbik-Koalition geben, dürften die militanten Organisationen politisch rechts von Jobbik Zulauf bekommen, da Jobbik dann als Teil des „Systems“ ihr Feindschema besetzt.

      • Don Kichote permalink
        30. August 2013 15:30

        Nach dieser Theorie steht ein aggressiver Nazi rechts von Stammnazi? Dann müsste man noch Wörter erfinden um dies noch genauer zu beschreiben. Sicher kann man darüber philosophieren welchen Unterschied rechtsextrem und extrem rechts beinhaltet.
        Also lassen wir rechts noch etwas Platz für die Nazis die noch weiter rechts stehen ….. Kommt dann irgendwann noch eine Wand bzw. ein Ende der politischen Neigung oder geht es nahtlos in die Psychopathie?

      • pusztaranger permalink
        31. August 2013 16:51

        Nochmal zur Klärung, die Unterscheidung bezieht sich nicht auf den Ideologiekern, sondern auf unterschiedliche politische Strategien. Jobbiks Strategie ist, die eigenen Ziele (zunächst) innerhalb des demokratischen Parteiensystems zu verfolgen, die Gruppen rechts von Jobbik sind gegen das „System“ inkl. Parteien und für gewaltsamen Umsturz (vgl. Hunors Kommentare zu früheren Posts, er ist ein Sympathisant der rechtsextremen Paramiliz MNA). Zumindest die Jobbik-Führungskader kann man nicht als pathologisch oder dumm abtun, die haben (leider) kluge Leute. Auch Jobbik-Wähler sind nicht per se pathologisch oder dumm (wenn’s nur so einfach wäre…). Ich habe erst neulich wieder welche in meinem weiteren Bekanntenkreis entdeckt.
        „Politische Neigung“ ist das weniger als eine anti-politische Nationalreligion, und die wird nicht erst mit den Nazis problematisch, sondern schon in der (Fidesz-KDNP-)“Mitte der Gesellschaft“.

      • Don Kichote permalink
        1. September 2013 11:22

        Von dumm habe ich nichts geschrieben @Pusztaranger.

      • pusztaranger permalink
        1. September 2013 12:59

        Stimmt. War an die Allgemeinheit gerichtet.

    • 10. Dezember 2013 19:23

      Ungarn ist eine Rechtsstaat. Eine gruppe von Leute dürfen sich in einen Verein organisieren, so lange, ihren Satzung nicht gegen den rechtsordnung und bürokratische Vorschriften verstosst. Aber nur ihren Name verstösst gegen den „feingefül“ der Linken. Eine ähnliche zigauner oder jüdischer gruppe ist für diese akzeptabel. Nur di Ungarn dürfen sich nicht währen?

  3. 10. Dezember 2013 19:16

    In Ungarn gibt es „Demonstrations-Freiheit“ nicht nur füd die Kommunisten, sondern für jeden Gruppe.
    Die Magyar Gárda hat niemanden ermordet (während die deutschen extremisten mehrere, aber für den Ungarn-bashing die Deutschen vergessen diese „kleine Unterschied“!), nicht einmal verprügelt in gegensatz zu den Fussball-huligans in Deutschland und anderswo.
    Si haben nicht in der Partei-büros von den likneken Parteien eingebrochen, wie Bajnais Leute.
    Dass sie gegen die benehmen von zigeuner protestieren, können die in Duisburg gut verstehen. Da die Deutsche sind wie verängstigten Kanninchen, nur die Türken (die zielscheiben der deutschen extremisten) wagen einen widerstand un schützen die Deutschen!

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