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Szombathely: Seelenamt für Kriegsverbrecher 2013

9. Dezember 2013

Alle Jahre wieder: Die Franziskaner in Szombathely halten auf Bestellung von Rechtsextremen alljährlich Gedenkmessen für den 1946 als Kriegsverbrecher hingerichteten ungarischen Ministerpräsidenten László Bárdossy ab. In seine Amtszeit fällt die erste Station des ungarischen Holocaust sowie das Massaker von Novi Sad.

Update zum Post Szombathely: Seelenmessen für Kriegsverbrecher, 23. Mai 2013.

In der Franziskanerkirche zur Hl. Elisabeth in Szombathely werden seit 2010 auf Bestellung von Rechtsextremen alljährliche Seelenmessen für den aus Szombathely stammenden, 1946 als Kriegsverbrecher hingerichteten ungarischen Ministerpräsidenten László Bárdossy gelesen, der für eine verstärkte ideologische und politische Annäherung an Nazi-Deutschland stand. (s.u.) In seine Amtszeit fällt das Massaker von Kamenez-Podolsk mit 14.000 – 16.000 zuvor aus Ungarn deportierten Opfern, die erste Station des ungarischen Holocaust, sowie das Massaker von Novi Sad.
Die Seelenmessen und Gedenkveranstaltungen finden immer im Dezember anlässlich von Bárdossys Geburtstag statt.

Traditionell „trägt das katholische Seelenamt Bußcharakter, betont den Zusammenhang von Tod und Sünde sowie die Bitte um Verschonung des Verstorbenen im Jüngsten Gericht“ (wiki); in diesem Fall jedoch geht es eindeutig um die spirituelle Rehabilitierung eines Kriegsverbrechers als „unschuldiges Opfer“ der „judeobolschewistischen Diktatur“. Die akuelle  Ankündigung der Veranstalter auf dem Hetzportal Kuruc.info:

Seelenmesse in Szombathely für den Märtyrer Ministerpräsident László Bárdossy

Zum Gedenken an unseren Volksgenossen (nemzettestvér, Pfeilkreuzler-Terminologie, von Jobbik und 2010 auch von Viktor Orbán in seiner Rede zum Nationalfeiertag benutzt), den vom judäobolschewistischen Blutgericht zum Tode verurteilten und exekutierten Ministerpräsidenten László Bárdossy, halten wir am 8.12.2013 um 16.00 Uhr in der Franziskanerkirche in Szombathely eine Seelenmesse und im Anschluss gegen 17 Uhr am Familiengrab  im alten St. Martins-Friedhof eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung und Fackeln ab.
Wir laden alle national fühlenden Landsmänner herzlich ein!
Die Veranstalter


(Bárdossys Grab wurde 2007 von Mitgliedern der rechtsextremen Paramiliz Magyar Nemzeti Arcvonal MNA renoviert.)

Nach den Medienberichten im letzten Jahr können sich die Franziskaner nicht mehr auf Unkenntnis berufen, wen sie da rehabilitieren helfen.

Spätestens 2016 steht das katholische Szombathely im Fokus der Medien: Dann will Papst Franziskus Szombathely besuchen. (orf)


(Bárdossy, Göring, Horthy)

Video: Bárdossy empfängt Joachim von Ribbentrop 1942 in Budapest.

Ahnungslos in Szombathely: Diözesane Martinuswallfahrt nach Szombathely 2013

3 Kommentare leave one →
  1. Don Kichote permalink
    14. Dezember 2013 12:26

    @Pusztaranger, mir erschließt sich der Zusammenhang des letzten Streams mit dem Vorherigen Thema nicht. Dort geht es um die Reise nach Bethlehem und um Lampedusa. Sollte das den bigotten Spagat der Kirche veranschaulichen? Grüße Don

    • pusztaranger permalink
      15. Dezember 2013 22:19

      Danke für den Hinweis, ist jetzt korrigiert.

  2. Don Kichote permalink
    16. Dezember 2013 14:05

    Man muss ja nichts wissen als praktizierender Christ, der Glaube alleine reicht schon aus, siehe Zoltán Balog und Joachim Gauck. Im übrigen hätte mir Martin als Statue besser gefallen als Horthy aber der war ja Römer.

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