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Internationaler Historikerprotest gegen das Denkmal der deutschen Besatzung

2. Februar 2014

Internationale Historiker haben sich dem Protest ungarischer Historiker gegen das von der ungarischen Regierung geplante Denkmal der deutschen Besatzung angeschlossen und fordern die am offiziellen  Holocaust-Gedenkausschuss teilnehmenden ausländischen Botschafter (von Israel, USA, Deutschland und Österreich) dazu auf, ihre Teilnahme zu überdenken.

Declaration in support of the protest by Hungarian historians
28 January 2014

(Quelle: Galamus)

We, scholars of various aspects of Hungarian history, support the protest of our Hungarian colleagues, dated 22 January 2014, against the planned design of an occupation memorial on Liberty Square in Budapest. As important as it is to point to the destructive impact of the German occupation in 1944-45, the most tragic consequence of that occupation – the murder of about 500,000 Jews from Greater Hungary – was also the result of the actions and attitudes of many Hungarians, officials and others. Hungarian troops committed atrocities abroad.

While there were also non-Jewish Hungarians victimized by German occupation forces, it is historically grossly inadequate to present all Hungarians as a community of victims, minus the Arrow Cross Party.

We call on the Hungarian authorities to stop plans for a monument of such a design.

Furthermore, we ask diplomatic representatives of foreign countries to reconsider their participation in sessions of the Hungarian Commission for the Holocaust Memorial Year 2014.

Signed:

Joëlle Allouche-Benayoun, Paris
Eva S. Balogh, New Haven
Yehuda Bauer, Jerusalem
Donald Bloxham, Edinburgh
Randolph L. Braham, New York
Holly Case, Ithaca, New York
Tim Cole, Bristol
Regina Fritz, Vienna
Christian Gerlach, Bern
Heiko Haumann, Basel
Felicitas Heimann-Jelinek, Vienna
Eleonore Lappin-Eppel, Vienna
Louis D. Levine, Ashley Falls, Massachusetts
Gerhard Milchram, Vienna
Dieter Pohl, Klagenfurt
Andreas Pribersky, Vienna
Julia Richers, Bern
Jon Rush, Ann Arbor
Tanja Schult, Stockholm
Georg Sessler, Stockholm
Michaela Sidenberg, Prague
Judith Szapor, Montréal
David Tréfás, Basel
Carsten Wilke, Budapest
Susan Zimmermann, Budapest and Vienna

*

Am geplanten Standort des Denkmals am Budapester Freiheitsplatz demonstrierte gestern ein von Zivilen auf Facebook organisierter Flashmob von mehreren hundert Personen, mit Redebeiträgen von PolitikerInnen des linken Wahlbündnisses: István Hiller (MSZP), Gergely Karácsony (PM), Ágnes Vadai (DK) und Gábor Popper (Liberale). (Bilder nepszava.hu)

2 Kommentare leave one →
  1. 2. Februar 2014 13:00

    FIR protestiert gegen Geschichtsrevisionismus in Ungarn

    Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten, die Dachorganisation ehemaliger Partisanen, Widerstandskämpfer, Deportierter und Opfer des Naziregimes und Angehöriger der alliierten Streitkräfte aus mehr als 25 Ländern Europas und Israels, unterstützt den Protest von Historikern, Antifaschisten und anderen Angehörigen der ungarischen Zivilgesellschaft gegen das geplante Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der deutschen Okkupation.

    So richtig jede öffentliche Erinnerung an die Opfer faschistischer Terror-Herrschaft ist, müssen wir jedoch feststellen: Dieses Denkmal auf dem Budapester Freiheitsplatz soll das profaschistische Horthy-Regime entlasten, indem mit diesem Denkmal alle Ungarn – mit Ausnahme der faschistischen Pfeil-Kreuzler – zu „Opfern des Faschismus“ gemacht werden.
    Damit reiht sich dieses Projekt ein in die massiven Versuche der Rehabilitierung des Horthy-Regimes und der Leugnung des antifaschistischen Widerstandes, der bereits in den 30er und 40er Jahren geleistet wurde, ein.
    Damit wird eine Tür geöffnet für Geschichtsfälschung und Umdeutung der Erinnerung, wie sie beispielsweise in der Ehrung jener ungarischen Soldaten stattfindet, die an der Seite der SS und der deutschen Wehrmacht im Frühjahr 1945 gegen die Befreiung des Landes vom Faschismus durch durch die sowjetische Armee als Teil der alliierten Streitkräfte gekämpft haben. Die FIDESZ – Administration zeigt damit, dass sie keine ernsthafte inhaltliche Distanz zu den neofaschistischen Kräfte von JOBBIK und anderen Gruppen der extremen Rechten hat.

    Die FIR fordert die ungarischen Verantwortlichen auf, dieses Projekt nicht zu verwirklichen. Sie unterstützt den zivilgesellschaftlichen Protest und wird selber vor Ort ihre Ablehnung zeigen.

    Berlin, 30.01.2014

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  1. Kein Deutsches Besatzungsdenkmal vor den Wahlen? | Pusztaranger

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