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Ungarische Armee bereitet Requirierung von Privatfahrzeugen vor?

23. Mai 2014

Das Boulevardmedium Blikk berichtet heute, dass das Verteidigungsministerium in 600 Fällen private PKWs bzw. sonstige, nicht näher bezeichnete „Mittel“ der Zivilbevölkerung für die potentielle Requirierung in Kriegszeiten inventarisiert.

blikk.hu: Die Armee will unseren Kleinbus requirieren! 23.5.2014

Zoltán und Tímea staunten nicht schlecht, als ihnen die Tage zwei uniformierte Soldaten den Brief zustellten, in dem ihnen offiziell mitgeteilt wird: Der neun Personen fassende Kleinbus der Familie wird inventarisiert; sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Wagen in begründeten Fällen der Armee zur Verfügung zu stellen.

„Wir haben unseren Augen und Ohren nicht getraut“, so Tímea, die sich nur anonym äußern wollte. „Die beiden Soldaten sagten, dass insgesamt 600 solcher Briefe persönlich zugestellt wurden“, so die Mutter von fünf Kindern.

Das Verteidigungsministerium beansprucht in seinem Bescheid den 9 Personen fassenden Kleinbus der Familie in Gefahrensituationen zur militärischen Verwendung.

Nach dem ersten Schock riefen Tímea und ihr Mann das Verteidigungsministerium an.(…)

„Sie sagten, das ist unsere staatsbürgerliche Pflicht. Auf Grundlage der Datenbanken von Polizei und den zuständigen Behörden erheben sie  im Fall einer Kriegssituation Anspruch auch auf unseren Kleinbus. Aber nicht nur dann können sie den Wagen einziehen: Auch für militärische Übungsmanöver, bei Hochwasser, sogar für dringende Medikamentenlieferungen, auch ins Ausland. (…) Außerdem sagten sie,  wir müssen melden, wenn wir den Wagen verkaufen, weil auch der neue Eigentümer auf diese Weise zur Verfügung zu stehen hat. Aber auch wenn der Wagen kaputt geht, müssen wir es melden. Wie können sie einfach über unser eigenes Auto verfügen?“, fragte Tímea verständnislos.

Das Verteidigungsministerium erklärte uns auf Anfrage, dass die Inventarisierung nicht die faktische Requirierung des inventarisierten „Mittels“ bedeutet, dies könne nur im besonderen Kriegsrecht geschehen. Die Vermutung „sie können jederzeit kommen und es mitnehmen“ stimmt also nicht. Dies bezieht sich nur auf die inventarisierten Mittel und nur im Kriegsrecht; im Frieden, heutzutage, kann dies unter keinen Umständen geschehen. (blikk.hu, auch hir24.hu)


(Illustration, blikk.

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