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Budapest Pride 2014: Rechtsextreme Gegendemonstrationen angekündigt

2. Juli 2014

Am 5.7.2014 findet der 19. Budapest Pride statt, Beginn 15.00 Uhr, Kossuth tér, Ecke Alkotmány u. Die Botschaften von 21 Ländern, darunter Deutschland, drückten im Vorfeld in einer gemeinsamen Presseerklärung ihre Unterstützung aus.

Wie schon im letzten Jahr dürfte die Parade wesentlich größer ausfallen als früher, weil sie von der demokratischen Zivilgesellschaft zunehmend als Demonstration für eine demokratische, pluralistische Gesellschaft angenommen wird. Besonders die Empörung über das aktuelle Vorgehen der Regierung gegen die vom norwegischen Kohäsionsfonds unterstützten NGOs – darunter sowohl der Dachverband, der das mittlerweile zehntägige Pride-Festival organisiert, als auch mehrere seiner Mitgliedsorganisationen – dürfte der Parade neuen Zulauf bringen.

(Budapest Pride, aus dem Promovideo)

Folgende Gegendemonstrationen bzw. rechtsextreme Veranstaltungen sind angekündigt:

Ab 13 Uhr halten die diversen Nachfolgeorganisationen der verbotenen Ungarischen Garde ihre alljährliche Veranstaltung „Tag der Kameradschaft“ am Erzsébet tér ab, mit der sie gegen ihr Verbot und die  Verhaftungen von 2009 protestieren. Von dort ziehen sie weiter zum Innenministerium. Zum Auftakt der Pride-Demo am Kossuth tér ist es nicht weit.

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Um 15 Uhr beginnt ebendort eine von der Facebook-Gruppe „Im Namen der Familie“ angemeldete Gegendemonstration, die zunächst von der Polizei verboten und nach einem entsprechenden Gerichtsurteil genehmigt wurde. Wer hinter dieser Gruppe steht, ist nicht bekannt; sie wird jedoch von Jobbik unterstützt, die keine eigene Demonstration planen („Wir unterstützen die Veranstaltung, die für das Modell der Großfamilie eintritt“, hvg).

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„Nur keine Panik… organisieren wir uns! Wir haben ein Recht auf Selbstverteidigung“ (Facebook)

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„Gottes Regenbogen… und der des Satans…“ (Facebook)

Auffallend ist dieses Jahr, dass die ungarischen Medien bislang lediglich von dieser einen Gegendemonstration berichten, nicht jedoch über die massive rechtsextreme Präsenz in der Stadt:

Ab 16 Uhr startet die Paralleldemo der rechtsextremen Jugendbewegung der 64 Burgkomitate (HVIM), angekündigt ist die Strecke Olof Palme sétány – Hősök tere – Andrássy út – Nagymező utca – Bajcsy-Zsilinszky út – Alkotmány utca – Kossuth Lajos tér  – also offenbar in Gegenrichtung zur diesjährigen Pride-Demo, die vom Kossuth tér zum Stadtwäldchen führt.

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(HVIM, Betyársereg, deres.tv etc.)

Ab 17 Uhr findet auf dem Heldenplatz eine „Gedenkveranstaltung“ der Neuen Ungarischen Garde zur „Schlacht von Pressburg“ im Jahr 907 n.Chr. statt, einem „wichtigen Ereignis der ungarischen Landnahme“ (wiki).  Der Rechtsextreme György Budaházy und die neue Ungarische Garde rufen die Teilnehmer ausdrücklich zum Protest gegen die Abschlussveranstaltung des Pride im nahegelegenen Stadtwäldchen auf.

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Von 18:00 – 21:00 Uhr haben HVIM im Stadtwäldchen zwischen Olof Palme sétány, George Washington sétány und Paál László út einen „Familientag“ angekündigt.

Demnach werden sich die Nazis auf die Abschlussveranstaltung des Pride, das Pride-Picknick im Stadtwäldchen (18.00-20.30) konzentrieren; die Polizei dürfte die Pride-Teilnehmer anschließend über die Metro evakuieren, wie in den letzten Jahren mehrfach geschehen.

Auch beim Besuch und Verlassen der Rainbow Party ab 22 Uhr im Dürer kert am Stadtwäldchen ist Vorsicht geboten.

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