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Neonazi-Aufmarsch in Nagykáta

30. November 2014

Wieder ein behördlich genehmigter Neonazi-Aufmarsch: Am 29.11. demonstrierten Jobbik-nahe rechtsextreme Organisationen mit etwa 300 Personen in Nagykáta gegen „Zigeunerkriminalität“. Einer der Redner war der Anführer der kürzlich verbotenen Jobbik-Bürgerwehr „Schönere Zukunft“, die sich im Oktober unter neuem Namen neu gegründet hat. Die Polizei war vor Ort, schritt aber nicht ein. Bislang berichten nur rechtsextreme Medien.

Nagykáta ist eine ungarische Stadt im Komitat Pest und Hauptort des gleichnamigen Kleingebiets. Der Ort ist 60 Kilometer von der Landeshauptstadt Budapest entfernt und hat knapp 12.600 Einwohner (wiki). Die Kommunalverwaltung setzt sich folgendermassen zusammen: Bürgermeister und Vizebürgermeister Fidesz-Kdnp, Gemeinderäte Fidesz-Kdnp 8, Unabhängig 2, Jobbik 1. (Gemeindeseite)

Am 29.11. hatte die Jobbik-nahe rechtsextreme Jugendbewegung der 64 Burgkomitate (HVIM), gemeinsam mit der Partnerorganisation Betyársereg, dem Jobbik-Jugendverband, der „Ungarischen Selbstverteidigungsbewegung“ und der „Ungarischen Nationalen Garde“ (letztere Nachfolgeorganisationen der verbotenen Ungarischen Garde) zu einer rassistischen Demonstration gegen „Zigeunerkriminalität“ aufgerufen, etwa 300 Personen nahmen teil. Hauptveranstalter und -redner  war Ákos Szabó, der Vorsitzende des HVIM-Ortsverbandes und Organisator des Jobbik- Jugend-Verbandes im Wahlbezirk.

Der zweite Redner war  Attila László, der Vorsitzende der  “Magyarischen Selbstverteidigungsbewegung” (Magyar Önvédelmi Mozgalom), der legalen Nachfolgeorganisation der kürzlich verbotenen Jobbik-Bürgerwehr “Schönere Zukunft”.
Die 2010 als Nachfolgeorganisation der 2009 verbotenen Ungarischen Garde gegründete und 2011 durch ihre Aufmärsche in Gyöngyöspata bekannt gewordene Jobbik-Bürgerwehr  war am 8. Oktober 2014 von einem Gericht in Gyula in zweiter Instanz verboten worden. Laut Urteilsbegründung hatte der Vorsitzende in Kunhegyes und Devecser rassistische und ausgrenzende Ansprachen gegen Roma gehalten.  Zu den Ausschreitungen in Devecser 2013 siehe Post Ungarische Polizei erlaubt “friedliches” Steinewerfen, Aufruf zum Rassenkrieg und antisemitische Hetze unter Gleichgesinnten, 5. Oktober 2013.  HVIM und Betyársereg, die sich dort auf dieselbe rassistische Art präsentierten, wurden wohlgemerkt nicht verboten.

Am 17. Oktober 2014 gründete sich die Bürgerwehr auf dem Budapester Erzsébet tér neu: Statt eines eingetragenen Vereins als “Magyarische Selbstverteidigungsbewegung” (Magyar Önvédelmi Mozgalom), s. Post Verbotene Jobbik-Bürgerwehr gründet sich neu, Verfahren gegen Neue Ungarische Garde eingestellt, 20. Oktober 2014

Dritter Redner war der HVIM-Landes-Vizevorsitzende Béla Incze.

Die Polizei war in Nagykáta vor Ort, schritt aber nicht ein. Bislang berichten nur rechtsextreme ungarische Medien über die Veranstaltung.

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(Veranstalterlogos: Magyarische Selbstverteidigungsbewegung, Betyársereg, HVIM, Jobbik-Jugendverband, Ungarische Nationale Garde.)

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(„Stoppen wir die Zigeunerkriminalität!“)

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(Ákos Szabó, der Vorsitzende des HVIM-Ortsverbandes und Organisator des Jobbik-Jugend-Verbandes im Wahlbezirk.)

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(Attila László, der Vorsitzende der “Magyarischen Selbstverteidigungsbewegung” (Magyar Önvédelmi Mozgalom), legale Nachfolgeorganisation der kürzlich verbotenen Jobbik-Bürgerwehr “Schönere Zukunft”.)

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nagykata2Fotos: HVIM, Facebook; alfahir.

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