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„Tag der Ehre“ 2015

19. Februar 2015

Die Budapester Polizei hat dieses Jahr alle Veranstaltungen zum alljährlichen Nazi-Aufmarsch „Tag der Ehre“ verboten, die Hauptveranstaltung fand auf Privatgelände statt.  Nicht verboten wurden die traditionellen rechtsextremen Gedenktouren in historischen Uniformen sowie die traditionelle Fidesz-Gedenkveranstaltung im Burgviertel. Die diversen rechtsextremen Organisationen und Jobbik hielten landesweit mehrere Gedenkveranstaltungen ab, in Székesfehérvár unterstützt von der katholischen Kirche. Fotos.

Die Hintergründe zum Budapester  „Tag der Ehre“ von Magdalena Marsovszky hier kompakt zusammengefasst.

Hauptveranstaltung

Die Budapester Polizei hat dieses Jahr alle Veranstaltungen zum alljährlichen Nazi-Aufmarsch „Tag der Ehre“ verboten, die Hauptveranstaltung am 14.2. fand außerhalb der Stadt auf Privatgelände statt. (NOL)
Laut Veranstalterseiten waren Teilnehmer aus Russland, Deutschland und Polen vertreten; Gastredner aus Deutschland war der frühere rheinland-pfälzische NPD-Funktionär Klaus Armstroff, der Vorsitzende der neuen rechtsextremen Partei „Der Dritte Weg“. Die meisten ihrer Mitglieder kommen aus dem im Juli 2014 verbotenen Kameradschaftsnetzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS), der bis dato wichtigsten Organisation der rechten Szene Bayerns. (Quelle) NPD und Freies Netz Süd sind bzw. waren seit Jahren beim Budapester „Tag der Ehre“ vertreten; auf der Webseite von „Der Dritte Weg“ findet sich ein aktueller Veranstaltungsbericht.

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Gegendemonstration mit internationalen Teilnehmern (NOL)

Gedenktouren

Nicht verboten wurden die traditionellen rechtsextremen Gedenktouren: Die Tour Kitörés 60 (Ausbruch 60) in historischen Uniformen (s.u.), sowie die vom Jobbik-Ortsverband Óbuda veranstaltete Tour mit Jobbik-Vize Előd Novák und dem Sänger der rechtsextremen Band Kárpátia János Petrás, dem 2013 das ungarische Verdienstkreuz verliehen wurde.

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(Die Jobbik-Tour präsentiert sich traditionell als Spaziergang für die ganze Familie)

Kitörés 60 wird seit 2006 organisiert von der Aktionsgruppe Börzsöny. Ein Organisator ist Zoltán Moys, einer der Eigentümer der Medienfirma Dextramedia und Schwiegersohn von Sándor Lezsák (Fidesz), dem Vizevorsitzenden des Parlaments. 2011 hatte Dextramedia den Beitrag für den Jobbik-Internetsender N1 produziert, in dem Adolf Hitler zum 20. April als großer Staatsmann bezeichnet wurde. Seither bekommt Dextramedia lukrative Aufträge vom Staatsfernsehen, u.A. produzieren sie die Großungarn-Tourismus-Sendung „Hazajáró“ auf Duna World. Auf deren Facebook-Seite wurde die diesjährige Kitörés 60-Tour am 12.2. angekündigt.

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Laut den Veranstaltern der Kitörés 60-Gedenktour hat diese “keine politische Zielsetzung. Ihr historischer Hintergrund zeigt sich für die Teilnehmer unter anderem darin, dass die einzelnen Kontrollpunkte von Aktivisten in zeitgenössischen Uniformen besetzt sind. Die dabei an den Uniformen (…) vorkommenden, nach den heutigen Gesetzen verbotenen, Symbole werden ausschließlich in historischem Kontext und im Interesse der Authentizität verwendet.” (Budapester Zeitung, vgl. Post.)

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(Hinter der Gruppe die 2005 von der Kommune errichtete Gedenktafel, vor der seither die alljährliche offizielle Fidesz-Veranstaltung stattfindet, s.u.)

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Teilnehmerfotos 2015 hier und hier.

Katholische Kirche unterstützt rechtsextreme Veranstaltung

Die diversen rechtsextremen Organisationen und Jobbik hielten landesweit mehrere Gedenkveranstaltungen ab, so in Veszprém (Jobbik und HVIM, Fotos), Tatabanya (Pax Hungarica) und Szomor (MNA). Die größte fand in Székesfehérvár statt, eine gemeinsame Veranstaltung von Jobbik, Betyársereg, HVIM und der Neuen Ungarischen Garde (ÚMG). Auch der rechtsextreme Bürgermeister von Érpatak, Zoltán Mihály Orosz war vertreten.

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(Fotos HVIM Székesfehérvár, Facebook)

Laut der Ankündigung auf Facebook vom 10. Februar sollte vor der Gedenkveranstaltung der frühere katholische Bischof von Székesfehérvár Nándor Takács eine Gedenkmesse „für das Seelenheil der ungarischen und deutschen Helden“ (Verbände der Waffen-SS) halten. Laut Veranstaltungsbericht auf rechtsextremen Seiten fand die Gedenkmesse in der Basilika statt und wurde von Pfarrer Imre Horváth gehalten. In seiner Predigt sagte er, „nur dann sorgt er sich nicht um die Zukunft des ungarischen Vaterlandes, wenn in den heute hier lebenden jungen Menschen der Geist der Ahnen weiterlebt, die bei der Verteidigung der Budaer Burg (…) mutig und stolz ihr Leben für das Land gaben.“ Der Pfarrer und Zisterzienserpater Imre Horváth auf der Kirchenseite hier.

[Dies als kleiner Info-Service für die Katholische Gemeinde Wiehl-Bielstein, die seit Jahren einen Jugendaustausch mit dem Zisterziensergymnasium St. Stephan in Székesfehérvár veranstaltet, unterstützt vom Jugendhaus Düsseldorf, der Bundeszentrale für katholische Jugendarbeit. In diesem Gymnasium unterrichtet auch der Jobbik-nahe Zisterzienserpater Ákos Előd Brückner katholische Religion (vgl. Post und Jobbik-Seite). Mehr zu rechtsextremen  Franziskanern wiederum hier.]

Fidesz-Gedenkveranstaltung

Die traditionelle Fidesz-Gedenkveranstaltung zum „Tag des Ausbruchs“ auf der Budaer Burg, seit 2005 vom I. Bezirk gemeinsam mit dem Militärhistorischen Museum veranstaltet und auch dieses Jahr selbstverständlich nicht polizeilich verboten, verlief wie immer:

„Bürgermeister Nagy spricht zwar über das Verhältnis von individueller und kollektiver Verantwortung, doch an eine reflexive gesellschaftliche Verantwortung, die auch den Holocaust miteinbezieht, denkt er nicht. Niemand weist darauf hin, dass etwa ein halbes Jahr vor der „Schlacht um Budapest“, im Sommer 1944, durch die bereitwillige Mithilfe Einheimischer binnen acht Wochen beinahe eine halbe Million ungarischer Juden und Jüdinnen deportiert wurde. (…) Der Bürgermeister und der Generalleutnant a.D., vor deren Amtssitzen die „feierlichen Kranzniederlegungen“ jährlich stattfinden, erinnern in ihren Reden an den „Ausbruchsversuch der deutsch-ungarischen Garnison aus dem Budapester Kessel“, ohne dabei auch nur mit einem Wort zu erwähnen, dass damit verharmlosend Einheiten der Waffen-SS und deren ungarische Verbündete gemeint sind.“ (Quelle)

Die diesjährige Rede des Bürgermeisters auf Ungarisch hier.
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(Foto: Ungarischer Reservistenverband Komitat Csongrad)

„Gedenkveranstaltung für die Soldaten, die bei den Kämpfen in Budapest 1945 den Heldentod erlitten, und die zivilen Opfer.“ Bürgermeister Nagy in Schwarz.

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(Video Kommunalverwaltung I. Bezirk)

*

Zum „Tag der Ehre“ auf diesem Blog:

9 Kommentare leave one →
  1. 1magyarember fekete hun permalink
    20. Februar 2015 19:01

    Warum hetzt Du weiter gegen Jobbik und historische Militär-Gedenkveranstaltungen?
    Immer noch nicht genug??? Sie sollten sich mal lieber über Arsenij Jatzenjuk(Hitlergruß-Jatzenjuk)auslassen,
    und das seit dem Majdan vor einem Jahr, Rechtsradikale und bewaffnete Fascho-Milizen, nebenbei vom doppelmoralischen „Westen“/EU finanziert, das sagen haben in der Ukraine und das diese Banden, unter der Wolfsangel, ethnische Säuberungen in der Ostukraine durchführen unterund das unter den Augen des scheinheiligen Westens.
    Von dieser widerlichen Heuchelei und Doppelmoral(dort ist es ok, was hier verpönt wird)sollten sie berichten!
    Und warum schreiben sie keine offenen Protestbriefe an Frau Merkel, sowie Herrn Gauck,
    weil sie den Kriegstreiber und Fascho Führer Jatzenjuk mit allen Ehren empfangen,
    einen Mann der einen Krieg gegen die eigene ungeliebte Bevölkerung führt?
    Lassen sie Ungarn, Ungarn sein und benennen sie sich um in den Ukrajna-Ranger oder „Moralapostel vom Dienst“,
    ABER Hands off Hungary!

    Ne bántsd a magyart, mert pórul jársz!

    • pusztaranger permalink
      20. Februar 2015 19:47

      „Hands off Hungary“ sagt Patriot Magyar Ember fern der Heimat, IP-Adresse aus Stuttgart und Mailadresse web.de. Schreib mal selber an Merkel.

      • 1magyarember fekete hun permalink
        21. Februar 2015 11:45

        Also 1. mal kann man auch „fern der Heimat“ patriotisch sein, außerdem besitze ich immer noch ein Häuschen in der „fernen Heimat“ und verbringe auch einige Zeit jedes Jahr dort.
        Die „ferne Heimat“ ist übrigens nicht mal 1000 Kilometer entfernt(was in der heutigen Zeit ein kleiner Katzenhopser ist.
        2. gibt es auf dem gesamten Globus ungarische Patrioten, welche „oh Wunder“ der Technik,der heutigen Zeit sogar ganze Netzwerke bilden können.
        Indem Du meine IP Adresse öffentlich in Stuttgart verortest, versuchst Du mich jetzt etwa an den öffentlichen Pranger zu stellen, oder was für einem Zweck soll das dienlich sein? Diese nachspioniererei ist widerlich, passt aber zu den Zionisten und ihren Handlangern.Geh mal zum Mossad,die brauchen so Leute bestimmt in ihren Reihen.
        Abgesehen davon bin ich deutsch-Ungar und in der Tat patriotisch,
        worauf ich sogar stolz bin und mich dessen niemals schämen werde…

  2. Don Kichote permalink
    26. Februar 2015 08:54

    Ach ein „deutsch-Ungar“ ist das eine Mischlingsform? Der mit dem öffentlichem
    Pranger Probleme hat. Vor allem öffentlich ist die Peinlichkeit aber der Pranger stand schon immer im Dorfmittelpunkt, es gab nie einen nichtöffentlichen Pranger, denn das hätte diese Bestrafungsform ad absurdum geführt. Wollte man doch einen anprangern. Ja sich öffentlich äußern aber dann erschrecken wenn man öffentlich den eigenen Kommentar liest, das mach einen idiotischen Eindruck.

    Die ungar-Deutschen wollen ungestört, alleine rassistisch sein, dafür gibt es Verständnis. Denn man müsste ja blöd sein, wenn man sich öffentlich national Ungar nennt und im Ausland lebt, wo man Ausländer ist oder irgend ein Mischling. Also genau das kritisiert was man selber ist. Also dieser Mischling will glatt weg einem reinrassigen deutschen das Maul verbieten, wo kommen wir hin wenn das schule macht, unter Drohung. Wieder zurück pusztaranger, sehr gut!

    • pusztaranger permalink
      4. März 2015 13:37

      Ironie in Ehren, Don, aber dieser Blog wird nicht von einem Schäferhund betrieben. Solche Rassenvergleiche bitte den Rechten überlassen.

      • 8. März 2015 14:53

        Ich kann patriotisch schon nicht mehr hören. Ironie ist in diesem Fall das einzige Mittel, am besten wäre natürlich Humor. Ähm, wo wir gerade bei Rassentrennungen sind, nennt man jeden ausgebildeten Hund der Schafe treiben kann auch Schäferhund?

    • 1magyarember fekete hun permalink
      9. März 2015 16:15

      Also wenn manche „reinrassige“deutsche etwas Ahnung von Geschichte hätten, dann wüssten sie um die alten Siedlungen der deutschen Minderheiten im Karpatenbecken.
      Vielleicht sagen ihnen die Banater-Schwaben etwas, diese wurden bereits Ende des 17.Jahrhunderts nach den Türkenkriegen dort angesiedelt…
      Oder die Bácska(Batschka)-deutschen,welche in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts dort angesiedelt wurden. Wenn die Urenkelinnen dieser „reinrassigen“Deutschen sich mit Urenkeln von „reinrassigen“Magyaren vermählen und Kinder bekommen, so wird man ein Deutsch-Ungar.-Diese Fortbildung gab´s kostenfrei, den Rest gibt´s auch geschenkt:
      Abgesehen davon hatten selbst schon die Indogermanen einen regen Kontakt mit den Skythen,Hunnen und danach mit den modernen Magyaren(Zeit der Völkerwanderungen).
      Nibelungenmäßig steckt in den Deutschen ja auch teilweise hunnisches Blut(Stichwort Attilas Sohn Aladár hatte eine deutsche Mutter.Attila nahm sich von jedem besiegten Volk, nur die schönste ihrer Prinzessinnen, und dies war Kriemhilde.Aus dieser Beziehung ging Aladár hervor. Er stand somit in direkter Konkurrenz zu Attilas anderem älteren Sohn Csaba Királyfi.Man muss wissen das Attila sehr viele europäische Völker unterwarf und daher viele europäische Prinzessinnen als Kriegsbeute nahm.(Mythologie aus!)
      Nein,aber das erzählt uns auf die Mythisch-Spirituelle Art und Weise wie sehr die deutsche und ungarische Geschichte bis ins Altertum miteinander verwoben sind.
      Außerdem haben Menschen dieser Völker die beiden großen Kriege des vergangenen Jahrhunderts als Waffenbrüder verbracht, was für manche Menschen auch heute noch einen besonderen Wert darstellt. Sie werden weniger, aber es kommen auch neue dazu.
      Sogar 15 jährige Kids interessieren sich plötzlich für die Budavári Kitörés und die Kameradschaft zwischen der Waffen-SS und den ungarischen Selbstverteidigungskräften, als wärs ein Konzert von einer Boyband.Aber dies nur am Rande.

      • 10. März 2015 10:32

        …. „und die Kameradschaft zwischen der Waffen-SS und den ungarischen Selbstverteidigungskräften,“ übersetzt heißt das, die Ungarn haben noch nie zu etwas getaugt, noch nicht einmal zu einem zutreffenden Namen. Das ist die Kanonisation Ihres Menschenschlages.

  3. 1magyarember fekete hun permalink
    11. März 2015 19:26

    Alles Klar Don Kichote, wenn wir nicht mehr weiter wissen, dann werden wir primitiv und einfach nur beleidigend. Assi.Was heißt hier noch nie etwas getaugt? Die ungarische Reitkunst war legendär und ist es noch, oder die Fechtkunst, Erfindung des Kampfsattels,
    des Reflexbogens
    http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeutschlands/filme/rueckblick/2011/heinrich_1/heinrich-i-heinrich-der-erste-reflexbogen100.html
    Ganz Europa hat gezittert und sich eingenässt vor den Hunnen, Nie etwas getaugt, Klar,
    Geh mal lieber ein paar Windmühlen attackieren, die schlagen auch nicht zurück, bestimmt ein Vorteil für so nutzlose, ungebildete Feiglinge.
    Und Tschüß, ab jetzt wird der kleine rassistische Don ignoriert

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