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Fidesz-Bürgermeister: „Liberale exekutieren“, Hetze gegen Juden und Roma

22. Oktober 2014
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„Jetzt mit der Zweidrittelmehrheit: Genickschuss“, die Todesstrafe wieder einführen, fünf oder sechs liberale Politiker wegen Vaterlandsverrat exekutieren – das wünscht sich Ferenc Haszilló, der eben mit 14 Stimmen Vorsprung zum dritten Mal wiedergewählte Fidesz-Bürgermeister von Kecel, auf einer am Montag geleakten Tonaufnahme. Dazu hetzt er übelst gegen Juden und Roma und bekundet hochgradige Sympathien für die rechtsextreme Jobbik. BONUS: Eine ausführliche Erläuterung zur ungarischen Vulgärsprache.

[Update: Inzwischen gab Haszilló seinen Rücktritt bekannt.]

Die halbstündige Aufnahme entstand 2012 nach einem Interview mit dem kommunalen Fernsehen, als versehentlich das Mikrofon eingeschaltet blieb. Eine MitarbeiterIn des kommunalen Fernsehens, der/die anonym bleiben wollte, bestätigte Magyar Narancs die Echtheit der Aufnahme und erklärte aber, sie hätte nie an die Öffentlichkeit gelangen dürfen – sie sei mit der bösartigen Absicht geleakt worden, einen Skandal auszulösen und Bürgermeister und Stadt in Verruf zu bringen. Der Bürgermeister wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. (Magyar Narancs, atv, hir24)

In der Aufnahme macht der Provinzbürgermeister auf unflätigste Art und Weise – hir24 bringt den Artikel mit 18+ Altersbeschränkung – seiner Frustration über seine Partei Luft und kritisiert Viktor Orbán. Mittlerweile hat  Fidesz Haszillós Ausschluss aus der Partei eingeleitet. (hvg)

Ob und wie sich der Skandal auf Haszillós Posten als Bürgermeister auswirkt, ist noch unklar; der zuständige Fidesz-Abgeordnete und der regionale Parteidirektor wollen ihn zur Abdankung bewegen.

[Update: Mittlerweile gab Haszilló im regierungsnahen HírTV seinen Rücktritt bekannt und entschuldigte sich: „Wen ich in dieser Aufnahme verletzt oder beleidigt habe, bei dem entschuldige ich mich. Ich wollte niemanden verletzen, aber ich habe sehr das Gefühl, dass es sich hier um eine manipulierte, geschnittene  Aufnahme handelt, die nicht im angegebenen Kontext entstanden ist (nem abban a szövegkörnyezetben adja ki magát, mint ami ott elhangzott)“, Index. Update Ende.]

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(Fidesz Kecel, Facebook)

(Ähnlich gelagert war 2009 der Skandal um Oszkár Molnár, seit 2002 Fidesz-Bürgermeister von Edelény. Er wurde wegen rassistischer Äußerungen 2010 aus der Partei ausgeschlossen, behielt aber 2010-2014 sein Parlamentsmandat als „Unabhängiger„, und wurde 2014 als Bürgermeister im Amt bestätigt.)

Dass rassistische und antisemitische Äußerungen trotz Medienskandal kein Ausschlussgrund bei der Vergabe hoher Posten in den Fidesz-Behörden sind, belegt aktuell der Fall der rechtsextremen Journalistin Beatrix Siklósi, die gerade zur Chefredakteurin der staatlichen Medienholding MTVA ernannt wurde, siehe Post.

Hetze gegen Liberale, Juden und Roma

Haszilló erzählt anfangs in der Aufnahme (Volltext und Erläuterung s.u.), wenn er nicht Bürgermeister wäre, würde er sich „auch verpissen, in die Schweiz zum Klavierspielen; (…) drei Monate bin ich draußen, verdiene zweitausend Schweizer Franken im Monat, (…) (plus zuhause) zweihunderttausend Forint im Monat… und was man sich noch so zusammengaunert.“

Über die Roma sagt er:

„Dreckige, nichtsnutzige Arschlöcher, wachsen in der Pisse auf, sind dumm wie die Viecher und kommen zur Gemeinde, dass sie ein wenig Brennholz bräuchten; am liebsten würde ich rausgehen und ihnen in die Fresse treten, die Jobbik hat da sehr wohl recht. (…) Man kann dann doch nicht zulassen, dass sie erfrieren (Gelächter)… Die Wahrheit ist, die sollen doch alle verrecken (…) und der Staat auch… bei dem Thema halt ich’s voll mit der Jobbik, leck mich am Arsch … kleinhacken müsste man die ins Scheißhaus.“

Dann geht es um die politischen Gegner, Persönlichkeiten der 2013 aufgelösten liberalen Partei SZDSZ:

„Die haben das Land ruiniert. (…) Wo ist denn der Demszky? Viktor Orbán! Das würde ich ihn so gern mal fragen… „Viktor, ja was ist denn mit dem Demszky? Wo ist der Kóka?“ (…) Jetzt mit der Zweidrittelmehrheit: Genickschuss. Verstehst du? Genickschuss… Wiedereinführung der Todesstrafe, Vaterlandsverrat usw., fünf oder sechs hinrichten.“

(Der Liberale Gábor Demszky war 1990-2010 Oberbürgermeister von Budapest, 2000 – 2001 Vorsitzender der Liberalen Partei SZDSZ; der Liberale János Kóka war 2004–2008 Minister für Wirtschaft und Verkehr,  2007–2008 Vorsitzender der Liberalen Partei SZDSZ, bis 2010 Fraktionsvorsitzender.)

Dann geht es um die Schule von Kecel,  ein ehemaliger Lehrer hatte einen Schüler geschlagen. Haszilló: „Der Zigeunerjunge hat den armen Marci umgestoßen… ich sage auch, dass der Kálmán erstklassig war, wie er ihm aufs Maul gehauen hat, weil ich hätte den Buben nämlich auch umgetreten, mit Anlauf, vor allem drinnen, da hätte ich ihn ins Lehrmittelkabinett geschleppt …“

Laut Haszilló ist das Land fest in der Hand der „Juden“:

„Der Orbán kann auch nichts machen, der kann auch nicht mehr machen, weil dort dieselben Juden sitzen. Wer Parteimitglied war, der dürfte nicht im Parlament sein. (…) Wenn diese verwichste Judenpartie des Land nicht so verarschen würde, wie sie das Land verarscht [wortwörtlich „das Land am Schwanz lutschen lassen würde“] (…) Wir sehen den Orbán… was kann er denn tun? Weil er hat in Brüssel, bei der Europäischen Union entschlossen [wörtl.: Mit Eiern in der Hose] seinen Mann gestanden … ich beneide ihn auch gar nicht darum, stell dir nur vor!, jeden Tag (…) und dann mit dem Schwanzlutscher-Juden Cohn-Bendit, oder solchen Stücken Scheiße (…).“

Deutsche Städtepartnerschaften

Kecel ist eine Stadt im Komitat Bács-Kiskun in Südungarn mit knapp 9.000 Einwohnern. Deutsche Partnergemeinden sind Schwarzenbruck in Bayern und Tabarz in Thüringen. (Wiki)

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Ferenc Haszilló (links) bei der Unterzeichnung der Städtepartnerschaft mit Schwarzenbruck 2012,  rechts Bürgermeister Bernd Ernstberger (SPD). Aus einem Lokalbericht:

„Kecels 1. Bürgermeister Haszillò Ferenc verglich die Partnerschaft mit Gedanken von Albert Wass(…)

Dass es sich bei Albert Wass um einen antisemitischen Blut-und-Boden-Schriftsteller handelt, hat sich in Schwarzenbruck offenbar noch nicht herumgesprochen.

(…) Schwarzenbrucks 1. Bürgermeister Bernd Ernstberger sieht im praktizierenden Jugendaustausch der Vergangenheit einen wichtigen Baustein, um die Partnerschaft auch in der Zukunft fortsetzen zu können. „Denn unsere Jugend soll das fortsetzen, was wir mit unserer Partnerschaft begonnen haben“, so Ernstberger.“ (Quelle)

*

Dokumentation: Haszilló im O-Ton

Quelle: Magyar Narancs, 20.10.2014. Übersetzung: Literaturübersetzer N.N. und Mag. Clemens Prinz (für die stilistischen Feinheiten mussten hier echte Profis ran), PR dankt. BONUS: Eine ausführliche Erläuterung zur ungarischen Vulgärsprache ganz unten im Post*.

„Die Leut‘ [mit népség sind wohl schon die Roma gemeint] gehen alle ins Ausland… wenn ich nicht Bürgermeister wäre, würde ich mich auch verpissen, in die Schweiz zum Klavierspielen; die Familie setz‘ ich in den Wagen, Englisch kann ich, meine Frau Deutsch, ich setz‘ sie rein, drei Monate bin ich draußen, verdiene zweitausend Schweizer Franken im Monat, und von der daheim vermieteten Immobilie krieg ich noch hunderttausend [Forint] dazu… Grob zweihunderttausend Forint im Monat… und was man sich noch so zusammengaunert. (…) Darum wollen viele Leute keine Kinder, und dieser Abschaum [gemeint sind die Roma] hat gleich vier oder fünf. Dreckige, nichtsnutzige Arschlöcher, wachsen in der Pisse auf, sind dumm wie die Viecher und kommen zur Gemeinde, dass sie ein wenig Brennholz bräuchten; am liebsten würde ich rausgehen und ihnen in die Fresse treten, die Jobbik hat da sehr wohl recht; hat auch darin recht, auch darin und auch darin, hier könntet ihr das Bild von mir mit Gábor Vona reinschneiden und das mit Gergely Farkas; dann würde mich Fidesz anscheißen, was ich hier mache (…)“

[Anm.: Hier Fotos von der gemeinsamen Gedenkveranstaltung der Fidesz- und Jobbik-Ortsverbände von Kecel zum Trianon-Gedenktag 2014, mit Ferenc Haszilló und dem Jobbik-Parlamentsabgeordneten Gergely Farkas. Das  Beitragsbild oben im Header entstand ebendort, es ist von der Seite des Jobbik-Ortsverbandes. ]

„Der Orbán kann auch nichts machen, der kann auch nicht mehr machen, weil dort dieselben Juden sitzen. Wer Parteimitglied war, der dürfte nicht im Parlament sein (…)

Ich bin ein Rechter, ein Nationaler, die sollen doch alle verrecken! (…) Nicht die Hälfte, drei Viertel von denen müsste man aus der Fidesz rausschmeißen!“

„Ich halte in Kecel vergeblich eins… ein Bürgermeister hält ein Konzert für umsonst… man könnte jetzt sagen, ein niveauloses, ein niveauvolles Konzert … dann sagen sie, das war alles?… und genauso sind die Liberalen mit dem Csurka umgegangen… die sollen doch alle verrecken! (…) Árpád Göncz, ja was war das denn? Die haben das Land ruiniert. Und der Demszky. Wo ist denn der Demszky? Viktor Orbán! Das würde ich ihn so gern mal fragen… „Viktor, ja was ist denn mit dem Demszky? Wo ist der Kóka?“ (…) Jetzt mit der Zweidrittelmehrheit: Genickschuss. Verstehst du? Genickschuss… Wiedereinführung der Todesstrafe, Vaterlandsverrat usw., fünf, sechs hinrichten. Sie haben gesagt, jetzt passiert die richtige Wende, weil sonst die Regierung langfristig daran scheitert… Eine andere Alternative gibt es nicht… Wenn wir auf einer Insel wären wie die Japaner, dann eindeutig die Jobbik.“

„Wenn ich das so eins zu eins im Fernsehen erzählen würde, leck mich am Arsch, dann wären morgen alle hier, alle vom RTL Klub und sie würden sagen, der Bürgermeister ist ein Nazi, ein Faschist… aber wenn ich das im Gemeinderat erzählen würde, dann würde ich mir auch das Schienbein stoßen, weil die so dumm sind… so ist das… und die andere Seite vertritt der János Schindler [der sozialistische Amtsvorgänger], und der katholische Pfarrer ist sein bester Freund…“ [mit dem hatte Haszilló 2013 einen Konflikt, der landesweit in den Medien war.]

„Und die Schule von Kecel, wenn es hier nicht um Geld geht, ist es dann sicher, dass passt, wie es jetzt ist? Sicher, dass wirklich Ordnung ist? Und fachlich ist die Schule auch anders geworden… Der Zigeunerjunge hat den armen Marci umgestoßen… ich sage auch, dass der Kálmán erstklassig war, wie er ihm aufs Maul gehauen hat, weil ich hätte den Buben nämlich auch umgetreten, mit Anlauf, vor allem drinnen, da hätte ich ihn ins Lehrmittelkabinett geschleppt …“

„Wir sehen den Orbán… was kann er denn tun? Weil er hat in Brüssel, bei der Europäischen Union entschlossen [wörtl.: Mit Eiern in der Hose] seinen Mann gestanden … ich beneide ihn auch gar nicht darum, stell dir nur vor!, jeden Tag, mal ist er hier, dann dort, jetzt gerade die Rede zur Lage der Nation, und dann mit dem Schwanzlutscher-Juden Cohn… Bendit, oder solchen Stücken Scheiße muss er dann (…) weil er versteht, dass die das Land kaputt gemacht haben (…) Eine Milliarde [Schulden] habe ich auch vom Schindler geerbt… es steht’s geschrieben, es steht alles genau in der Zeitung, in der von 2006, vom November…“

„Wenn diese verwichste Judenpartie des Land nicht so verarschen würde, wie es das Land verarscht [wortwörtlich „das Land am Schwanz lutschen lassen würde“], dann würde sich hier keiner darum kümmern, was die Gemeinden so machen. Dann könnte die Kamera [des kommunalen Fernsehens, das die Aufnahme machte] fünf Millionen Forint teurer sein und doppelte Löhne, aber wenn sie die ganzen Steuern einheben und den ganzen Scheißdreck und einen auch noch verarschen – da kann ich sagen, auch der Orbán und seine Leute unter dem Gesichtspunkt – weil das Benzin kostet 400, da kann man das nicht erklären, umsonst senken sie jetzt den Dieselpreis um drei Forint. (…) Und auch wir bei der Gemeinde lassen das Arschloch heraushängen und geraten mit den Leuten in Konfrontation…“

„Und schon nach einem halben Jahr hab ich vom Tamás zu hören bekommen… dass der Bürgermeister Ferenc Haszilló dafür verantwortlich ist… Der Schindler schreibt da solche Idiotien auf Facebook…“

Magyar Narancs veröffentlichte am 21.10. weiteres Material:

„Da hab ich mich gewundert, wie alt der Orbán geworden ist, und ich mit ihm zusammen; weil er ist ja ein Jahr älter als ich… und ich war damals, als das 1994 Thema war, MIÉP-Wähler… und da… da hat der super Typ, der Csurka… vier Monate vor seinem Tod gesagt, dass die Juden es geschickt anstellen, verdammt geschickt…“

„…in vielen Fällen war es kein schlechter Zug im kommunistischen System, dass nicht die Leute aus dem Dorf über Schicksale entschieden haben, sondern jemand aus Budapest hierhergebracht wurde und der hat Ordnung gemacht… weil wenn ich jetzt gewählt werden würde, mich kennt ja jeder… man will ja nicht in Konfrontation mit Leuten kommen, die man gut kennt…“

„Und der Károly Grósz [Ministerpräsident der Ungarischen Volksrepublik und Generalsekretär der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (MSZMP)] und seine Leute… die haben ’87 angefangen, die Israelis hier anzusiedeln… da kamen die Flugzeuge aus Israel und schafften ununterbrochen Leute her… und wie haben die innerhalb von zwei Wochen die Staatsbürgerschaft bekommen?“

Das von der Selbstverwaltung gekaufte Brennholz wurde unter den bedürftigsten „Zigeunern verteilt… davon wollte ich auch nicht reden, weil dann fängt das wieder an… warum der was bekommen hat und jener was bekommen hat… der, der nix bekommen hat, der sagt, der Bürgermeister soll ihn ins Knie ficken… man kann dann doch nicht zulassen, dass sie erfrieren (Gelächter)… Die Wahrheit ist, die sollen doch alle verrecken … die wissen scheinbar nicht, dass der Winter kommt, können die nicht in einem Jahr hunderttausend Forint in der großen Familie zusammensparen, fünftausend Forint im Monat (obwohl das nur 60.000 in 12 Monaten sind – Anm. d. Red.), die sollen doch alle verrecken, und der Staat auch… bei dem Thema halt ich’s voll mit der Jobbik, leck mich am Arsch … kleinhacken müsste man die ins Scheißhaus.“

*

*Erläuterung des Übersetzers zur ungarischen Vulgärsprache

Ungarische Kraftausdrücke und Schimpftiraden können nur dürftig ins Deutsche übersetzt werden; selbst die hässlichsten Sachen im Deutschen bleiben in ihrer Vulgarität stets eine Stufe unter der ungarischen Vulgarität. Im Ungarischen werden beim Schimpfen wie in den slawischen Sprachen in erster Linie die Geschlechtsteile der Mutter bemüht und es wird zur Fellatio aufgefordert. Mit dem Anus und den Stoffwechselendprodukten hat man es weniger.
In diesem Fall nun, damit nicht wieder Eiferer unterstellen, dass die ungarischen Passagen falsch wiedergeben wurden, eine wortwörtliche Erklärungen der verwendeten Kraftausdrücke, um ein Gefühl für die Sprache dieser Aussagen zu bekommen.:

„mennék ki a picsába Svájcba“ – „verpissen sich in die Schweiz“
„picsa“ bezeichnet die Möse bzw. den Arsch; die Verwünschung „menj a picsába“, also in etwa „verzieh dich in die Möse (deiner Mutter)“, deutet an, dass man froh wäre, werde die damit belegte Person nie geboren worden, man wünscht ihr die Nichtexistenz.

„…ezek a gecik meg négy-ötöt“ – „…und dieser Abschaum hat gleich vier oder fünf.“
„geci“ wäre ins Wienerische einfach und sehr treffend mit „Tschuri“ zu übersetzen. Es bedeutet so viel wie „Eiersaft, Pampe, Wichse, Sperma, kalter Bauer“; um der Vulgarität des ungarischen Ausdrucks gerecht zu werden, müsste man auf Deutsch so was sagen wie „ausgekotzter Schwanzrotz“ o. ä.

„szar senkiháziak, a húgyba nőnek fel“ – „Dreckige, nichtsnutzige Arschlöcher, wachsen in der Pisse auf“
„szar“ – Scheiße; „senkiházy“ ist ein „Adelsprädikat“, in etwa „aus dem Hause Niemand“. „húgy“ – Pisse, Brunze.

„a Fidesz baszna a fejemre“ – „dann würde mich Fidesz anscheißen“
„baszni“ heißt eigentlich „ficken“, kann aber auch „mit Nachdruck setzen, legen, stellen“ bedeuten bzw. schlagen. Versieht man das Wort mit Vorsilben, tut sich eine große Bedeutungspalette auf und man braucht kaum mehr andere Verben zur Beschreibung des Alltags.

„bazmeg, holnaptól mindenki itt lenne“ – „leck mich am Arsch, dann wären morgen alle hier“
„bazmeg“ ist die Verkürzung von „baszd meg az anyádat“ – „Fick deine Mutter“. Es wird von sehr vielen Menschen nonchalant als Füllwort verwendet. Verwendet man es nicht ständig in der Alltagskonversation, dient es dazu, einer Aussage Nachdruck zu verleihen.

„Ez a geci zsidó társaság nem szopatná így az országot, ahogy szopatja“ – „Wenn diese verwichste Judenpartie des Land nicht so verarschen würde“
„geci zsidó társaság“ kann auch, würde man in deutscher Nazitradition bleiben wollen, mit „Saujuden, Drecksjuden“ übersetzt werden. „szopat“ wortwörtlich „jemanden dazu zwingen den Schwanz zu lutschen (jenen des Sprechers)“; wird leger für „Probleme bereiten, verarschen“ verwendet.

„a Csurka, a fasza csávó“ – „der super Typ, der Csurka“
„csávó“ stammt aus dem Romani und heißt „Bursch, Junge, Typ“, es wird allgemein verwendet. Mit „fasza“ bezeichnet man etwas sehr Gutes, Gefälliges. Im Wort „fasza“, steckt der Schwanz „fasz“, der auch ein „Arschloch“ bezeichnen kann.

hogy jól csinálják a zsidók, kurva jól…” – dass die Juden es geschickt anstellen, verdammt geschickt…“
„kurva jól“ – „hurensgut, verfickt gut“

„menjenek a picsába…“ – „die sollen doch alle verrecken“
Wörtlich: „Sie sollen doch alle zurück in die Möse ihrer Mutter kriechen.“

Mag. Clemens Prinz, Übersetzer, Volkskundler, Hungarologe

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